Grundfos-Gruppe zieht Bilanz

Der Pumpenhersteller Grundfos musste sich 2014 einem stärkeren Wettbewerb, geringeren Wachstumsraten auf den europäischen Märkten und ungünstigen Wechselkursen stellen. So die Bilanz des nun vorgelegten Jahresabschlusses.

Mads Nipper ist seit August 2014 Konzernchef von Grundfos. – © Grundfos

Im Jahr 2014 erlebte die Grundfos-Gruppe, gemessen in lokalen Währungen, ein Umsatzwachstum von 5,7 Prozent. Diese Entwicklung hat den weltweiten Marktanteil des Konzerns gesteigert. „Angesichts der Tatsache, dass eine Vielzahl von Märkten unter einem geringen Wachstum leiden, fiel das Gesamtwachstum insgesamt zufrieden stellend aus. Wir haben unsere Position auf dem globalen Markt halten und sogar trotz des verschärften Wettbewerbs, vor allem in Asien, verbessern können. Aber gemessen in Euro sind das Wachstum und die Rentabilität der Gruppe enttäuschend ausgefallen“, sagt Grundfos-Konzernpräsident Mads Nipper.

Mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes wird in Europa erwirtschaftet und damit wesentlich durch die europäische Marktentwicklung beeinflusst. Ein allgemein geringes Wachstum der europäischen Volkswirtschaften führte daher zu einer bescheidenen Wachstumsrate für Grundfos.

 „In Deutschland, unserem wichtigsten und größten europäischen Markt, konnte in den ersten sechs Monaten ein positives Wachstum verzeichnet werden, was sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte umkehrte. Auf das ganze Jahr gesehen, ist eine negative Wachstumsrate zu verzeichnen, unter anderem weil die Entwicklung des Heizungsmarktes hinter den Erwartungen zurückblieb. Zudem wurden unser Umsatz und unsere Rentabilität negativ durch die Entwicklung in Russland, einem unserer wichtigsten Märkte, beeinflusst. Hier wurde ein über Jahre anhaltendes eindrucksvolles Wachstum von Umsatzeinbrüchen abgelöst. Trotz dieser Umstände kann unser Unternehmen in Russland ein befriedigendes Ergebnis verzeichnen. Aufgrund der immer noch schwachen Wirtschaft im Süden Europas ist in diesen Ländern nur wenig oder kein Wachstum zu verzeichnen. Doch glücklicherweise gibt es auch Lichtblicke, wo es uns gelungen ist, ein solides Wachstum zu erzielen. Dies ist zum Beispiel in Frankreich, Großbritannien, Polen, Ungarn und Dänemark der Fall“, erklärt Mads Nipper.

Seit einigen Jahren hat Grundfos mit viel Aufwand die Marktposition in den Vereinigten Staaten ausgebaut. Für 2014 konnte ein Wachstum von 11 Prozent in US-Dollar verzeichnet werden.

Der chinesische Markt ist im Jahr 2014 um rund 9 Prozent gewachsen. Die Gründung von Niederlassungen in Zentral- und Westchina zeigt damit erste positive Ergebnisse. Während der zweiten Jahreshälfte ging das Wachstum allerdings aufgrund der Konjunkturabschwächung auf dem chinesischen Immobilienmarkt zurück, was das Unternehmen vor die große Herausforderung stellt, die Wachstumsraten in den kommenden Jahren zu halten.

Der Trend der letzten Jahre, in denen sich die Rentabilität verschlechtert hatte, setzte sich leider im Jahr 2014 fort. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 118 Mill. Euro, im Vergleich zu 201 Mill. im Vorjahr. Insbesondere geringere Margen infolge des verschärften Wettbewerbs, wie auch ungünstige Währungsentwicklungen und eine nachteilige geographische Umsatzverteilung haben sich negativ auf die Rentabilität ausgewirkt. Darüber hinaus beeinflusst ein weiterer Anstieg der Fixkosten das operative Ergebnis nachteilig.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre führte dazu, dass der Konzernaufsichtsrat Änderungen im Konzernmanagement und der Geschäftsstrategie für erforderlich hielt. Am 1. August 2014 trat Mads Nipper die Stelle als neuer Konzernpräsident an. Ein neues Konzernmanagement, bestehend aus erfahrenen Führungskräften aus den eigenen Reihen und externen Neueinstellungen, wurde zusammengestellt. Diese neue Mannschaft hat eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Rentabilität des Konzerns ergriffen und gleichzeitig für mehr finanzielle Transparenz, größere Entscheidungsbefugnisse und ein schnelleres Tempo bei der Umsetzung von Entscheidungen gesorgt.

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