Ziehl-Abegg verdoppelt seine Produktionsfläche

Ziehl-Abegg zieht um. Der aktuelle Standort in Künzelsau habe die Kapazitätsgrenze erreicht. Auf künftig knapp 8.000 Quadratmeter werde man im Gewerbepark Hohenlohe die Produktion von Ventilatoren und Motoren fortsetzen. Gut 28 Millionen Euro werde das kosten.

Im Gewerbepark Hohenlohe baut Ziehl-Abegg ein neues Gebäude für energiesparende Elektromotoren und Ventilatoren. Die bisherige Fertigung dieser Produkte wird von Künzelsau (Würzburger Straße) dorthin verlegt und ausgebaut. – © Ziehl-Abegg

Ziehl-Abegg expandiert und eröffnet ein neues Werk in Hohenlohe. „Wir rüsten uns für die Zukunft“, verspricht der Vorstandsvorsitzende Peter Fenkl. Da weltweit die Nachfrage nach energiesparenden Ventilatoren und Motoren steige, baut das Künzelsauer Unternehmen im Gewerbepark Hohenlohe (Baden-Württemberg) ein neues Gebäude für die EC-Produktion. Insgesamt werde Ziehl-Abegg in den kommenden zwei Jahren etwa 28 Millionen Euro in Hohenlohe investieren. „Damit stärken wir Deutschland und insbesondere Hohenlohe als Produktionsstandort“, so Fenkl.

Bisher werden die energiesparenden Motoren und Ventilatoren weitgehend in Künzelsau im Werk an der Würzburger Straße hergestellt. Um die Produktionsfläche auf annähernd 8.000 Quadratmeter fast zu verdoppeln, sei ein Neubau im Gewerbepark Hohenlohe nötig. Der Neubau, dessen Baukosten nach ersten Schätzungen mit elf Millionen Euro veranschlagt sind, werde an ein bestehendes Gebäude angedockt. So sollen sowohl die bestehenden Laderampen mitgenutzt als auch bestehende Flächen einbezogen werden können.

Umzug Mitte 2017

Baubeginn soll noch im Sommer 2016 sein. Der Aufbau neuer Fertigungsanlagen sowie der Umzug der bestehenden Produktionsanlagen werde dann Mitte 2017 stattfinden. Damit einher gehe die Verlegung von 140 Arbeitsplätzen von Künzelsau (Würzburger Straße) in das neue Gebäude. „Natürlich ist eine Verlagerung des Arbeitsplatzes für die Betroffenen oft nicht einfach“, sagt Vorstandschef Fenkl. Daher habe sich das Unternehmen die Entscheidung auch nicht leicht gemacht.

Doch der bestehende Standort sei bereits an der Kapazitätsgrenze. Ein weiteres Wachstum sei an diesem Standort nicht möglich. „Und das Wachstum in dieser Sparte ist deutlich absehbar“, so Fenkl. Denn die Vorgaben der Europäischen Union zum Stromverbrauch von Elektromotoren in Ventilatoren werden spätestens im Jahr 2020 nochmals verschärft. Geregelt sei dies in der Ökodesign-Richtlinie, der so genannten ErP-Richtlinie (Energy-related Products). „Wir spüren seit Jahren den Trend zu unseren hocheffizienten Produkten“, sagt der Firmenchef über die Umsatzentwicklung, die sich auch im laufenden Jahr 2016 positiv fortsetze, erklärt das Unternehmen.

Anstieg der MItarbeiterzahl

Bereits seit 2003 produziert Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe Ventilatoren. Dieses Werk für die Herstellung von Radialventilatoren sei 2008 auf rund 19.000 Quadratmeter erweitert worden sei. Das gesamte Areal von Ziehl-Abegg im Gewerbepark umfasst 230.000 Quadratmeter Fläche. Der jüngste Neubau mit dem markanten ZA-Tower hat sich zu einem Hingucker entwickelt. Dort werden seit 2014 auf gut 12.000 Quadratmetern Aufzugsmotoren und Motoren sowohl für die Medizintechnik als auch für Unterwasserfahrzeuge entwickelt und gebaut. Außerdem ist dort die Sparte Ziehl-Abegg Automotive mit dem getriebelosen Radnabenantrieb ZAwheel für elektrische Stadtbusse angesiedelt.

Die Zahl der Beschäftigten bei Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe werde damit im kommenden Jahr von bisher 480 auf mehr als 620 Menschen steigen. Wie viele Arbeitsplätze in welchem Zeitraum im Werk ZA-Kupferzell noch zusätzlich geschaffen werden, sei derzeit noch nicht realistisch absehbar.

www.ziehl-abegg.de