Borussia Dortmund: Bald weltgrößte PV-Anlage auf Stadiondach

Der chinesische PV-Modulhersteller JA Solar und Borussia Dortmund wollen auf dem Dach des Signal Iduna Parks die weltweit größte PV-Anlage auf einem Stadiondach bauen. Ins Stadion kommen europaweit die meisten Zuschauer. Europäische Photovoltaik-Hersteller kritisieren die Wahl des Lieferanten.

10 Mitarbeitende von Ja Solar und Borussia Dortmund beim Verkünden der Partnerschaft für eine PV-Anlage auf dem Stadiondach. Sie stehen hinter einem Konferenztisch. Eine Person in der Mitte hält ein Trikot vom BVB in den Vereinsfarben Gelb-Schwarz in den Händen.
JA Solar und Borussia Dortmund verkünden ihre Partnerschaft und das gemeinsame Großprojekt der weltweit größten PV-Anlage auf einem Stadiondach. – © JA Solar Technology Co., Ltd
Stadiondach des Westfalenstadions in Dortmund (Signal Iduna Park) mit bestehendem PV-Dach nach Vergrößerung 2024
Bereits im Sommer 2024 hat der BVB zusammen mit RWE im Rahmen eines Energiekonzept für das Stadiongelände die PV-Anlage auf dem Stadiondach vergrößert. Sie umfasst 200 Module und liefert 4,2 MW Leistung. Die neue PV-Anlage mit 11.000 Modulen von JA-Solar wird ab Ende des Sommers 2025 dann 4 GWh pro Jahr liefern. – © RWE

Ende März hat der Fußballverein Borussia Dortmund seine Partnerschaft mit JA Solar und das gemeinsame Großprojekt bekanntgegeben. Mehr als 11.000 Full-Black-Module wird der chinesische Modulproduzent für das Stadiondach des Signal Iduna Parks liefern. Insgesamt wird die Anlage über 4 GWh pro Jahr für den Eigenverbrauch von Borussia Dortmund erzeugen.

PV Stadiondach kommt zur neuen Saison

Die Aufdachanlage wird die CO2 Emissionen des Vereins um rund 1.800 t pro Jahr reduzieren. Damit wird die Energiesicherheit und -resilienz von Borussia Dortmund insgesamt erhöht. Das bedeutet, dass die Flutlichtanlage für 1.000 Spiele mit umweltfreundlichem Solarstrom betrieben werden kann. Das entspricht laut dem Verein der Energieproduktion für ein Jahr. Der Beginn der Installationsarbeiten ist für den Sommer 2025 geplant. Das Projekt soll bis zum Ende des Sommers 2025 abgeschlossen sein.

Kritik am chinesischen Lieferanten

Während sich JA Solar freut, den weltberühmte Fußballtempel mit seiner legendären Fankurve „Gelbe Wand“ mit den schwarzen Modulen des Hersteller auf dem Stadiondach in den Vereinsfarben Schwarz-Gelb zu kombinieren, kommt Kritik von der europäischen PV-Industrie. Das European Solar Manufacturing Council (ESMC) warnt in einem offenen Brief an Borussia, dass es Verbindungen von JA Solar zu Zwangsarbeit in der Region Xinjiang, der Heimat der in China diskriminierten Uiguren, gebe.

Ausgerechnet ein Borrussia-Fan hat den kritischen Brief initiiert: Carsten Rohr ist Co-Vorsitzender des ESMC, gebürtiger Dortmunder und bekennender leidenschaftlicher Anhänger seines Heimatvereins. In dem Brief schreibt er, dass das Ministerium für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten (DHS) die Tochtergesellschaft von JA Solar, Dongha JA Solar, wegen ihrer Verbindungen zur Zwangsarbeit in der Region Xinjiang, vom US-Markt ausgeschlossen habe.

An den BVB geht vom ESMC die Empfehlung, dass der Verein sich im Sinne der sportlichen Fairness besser auf eine europäische Lieferanten für die PV-Module auf dem Stadiondach entschieden hätte.

Mehr Informationen zu Verantwortung und Nachhaltigkeit beim BVB gibt es hier.

Quellen: JA Solar, Borussia Dortmund, ESMC und RWE