Laut einer aktuellen, repräsentativen Umfrage des BSW-Solar wünscht sich eine große Mehrheit der Deutschen von der Bundesregierung einen weiteren Ausbau der Solarenergie. Besonders deutlich stimmten CDU/CSU-Wähler dafür, die Solarenergie auf Wachstumskurs zu halten und dafür den PV-Ausbau weiter zu fördern.

Die YouGov-Umfrage hatte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) vor dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart am vergangenen Wochenende veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der Kürzungspläne aus dem Bundeswirtschaftsministerium unter Katherina Reiche für den PV-Ausbau („Netzpaket und „EEG-Reform“) erhofft sich der Solarverband ein Umschwenken der Politiker auf Druck ihrer Wähler.
Umfrageergebnis: Mehrheit für Solarausbau
Laut der Umfrage wünscht sich eine deutliche Mehrheit von rund 78 % der Bevölkerung, dass die Bundesregierung den Ausbau der Solarenergie beschleunigt oder auf aktuellem Niveau weiterführt. Unter Anhängern der Union sind es sogar rund 86 Prozent. Auch die EEG-Förderung (Einspeisevergütung) hat sehr hohe Akzeptanzwerte: Drei von vier Deutschen, die im vergangenen Jahr die Union wählten, gaben in der YouGov-Umfrage an, dass die Förderung von Solaranlagen eher erhöht werden oder unverändert bleiben solle. Nur etwa jeder siebente (14 %) ist der Meinung, dass die Förderung von Solaranlagen gekürzt werden solle.
Politik gegen den Willen der Bürger und Solarwirtschaft?
Während die eigenen Wähler am erfolgreichen Energiewendekurs festhalten möchten, so der BSW Solar, hat die CDU-Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zuletzt gleich mehrfach für Verunsicherung in der Solarwirtschaft gesorgt. Ihre Pläne, die EEG-Förderung für neue Dach-PV-Anlagen streichen zu wollen und selbst kleine PV-Anlagen in die in der Regel technisch noch nicht mögliche oder unverhältnismäßig teure Direktvermarktung ihres Solarstroms zu zwingen, stießen auf den Widerspruch eines breiten Verbändebündnisses aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Eine massive Investitionsbremse für neue Solar- und Windparks wäre zudem das in der vorletzten Woche geleakte Vorhaben des Bundeswirtschaftsministeriums, Entschädigungszahlungen für Betreiber neuer EE-Anlagen im Falle von Abregelungen durch die Netzbetreiber künftig ersatzlos zu streichen, so genannter Redispatch-Vorbehalt.

Einschätzung des BSW-Solar
Im Falle einer Umsetzung dieser Maßnahmen würde sich der Ausbau der Photovoltaik in Deutschland nach Einschätzung des BSW-Solar mehr als halbieren. „Die Pläne bedrohen zehntausende Arbeitsplätze in der mittelständisch geprägten heimischen Solar- und Speicherwirtschaft. Im Falle ihrer Umsetzung würden sie nicht nur die Energiewende im Stromsektor ausbremsen, sondern auch die ohnehin schon schleppende Energiewende im Wärme- und Mobilitätssektor beeinträchtigen. Die Verfügbarkeit günstigen Solarstroms ist für viele Verbraucher eine Bedingung dafür, sich ein E-Auto oder eine Wärmepumpe leisten zu können“, warnt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.