DGS widerspricht Ministerin Reiche: Keine Kürzung bei Photovoltaik!

Mit einem offenen Brief reagiert die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) auf Äußerungen über Photovoltaik von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche. In elf Punkten widerlegt die DGS deren Aussagen zum PV-Ausbau. Hauptforderung: Keine Kürzung bei kleinen Photovoltaik-Anlagen.

Einfamilienhaussiedlung mit PV-Dächern von oben
Die DGS analysiert elf Aussagen zur Photovoltaik von Bundesministerin Reiche und stellt in einem offenen Brief klare Forderungen an die Bundesregierung. Eine dringender Appell: Keine Kürzung der Einspeisevergütung! – © AdobeStock/Brynjar

Ministerin Reiche erklärte in einem aktuellen Interview mit der Augsburger Allgemeinen u. a., dass „neue, kleine PV-Anlagen rechnen sich schon heute im Markt und bedürften keiner Förderung.“ Die Preise für Anlagen und Speicher seien inzwischen stark gesunken. Sie kündigte auch an, dass Photovoltaik- und Windkraftanlagenbetreiber künftig stärker an den Kosten für den Netzausbau beteiligt werden sollten. Zusammengefasst: Weniger Förderung für kleine PV-Anlagen und in den Ausbau erneuerbarer Energien.

Offener Brief an Katharina Reiche

Deutschlands ältester Solarverein, die DGS, reagiert mit einem offenen Brief auf die Äußerungen der Wirtschaftsministerin zur Photovoltaik. Die DGS hat elf zentrale Aussagen der Ministerin analysiert und faktenbasierte Antworten formuliert.

Die DGS betont: „Hinter dem Schlagwort Photovoltaik stehen Millionen Anlagenbetreiber:innen, ein ganzer Wirtschaftszweig und die beliebteste Form der regenerativen Energieerzeugung in Deutschland.“ Wenn Reiche diese Technologie kleinrede oder Förderungen kürzt, dann bremse sie den Klimaschutz aus. Und damit auch Investitionen, Arbeitsplätze und die technologische Zukunftsfähigkeit des Landes, so der Verein.

Keine Kürzung der Einspeisevergütung

Die wichtigste Forderung der DGS in dem offenen Brief lautet daher: Eine Streichung oder Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom darf es nicht geben. Sie ist insbesondere für kleine Photovoltaik-Anlagen weiterhin notwendig, um Investitionen und Teilhabe zu sichern. Darüber hinaus fordert die DGS ein klares politisches Bekenntnis zu den Ausbauzielen für Photovoltaik und Speicher, die konsequente Umsetzung der Pariser Klimaziele, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und den Abbau bürokratischer Hürden. Statt neuer fossiler Gaskraftwerke brauche es Speicher, Flexibilitätslösungen und einen „entschlossenen Ausbau der erneuerbaren Energien“.

Photovoltaik ist Rückgrat der Energiewende

Die DGS stellt klar, dass die Photovoltaik bereits heute rund 14 % zum Bruttostromverbrauch beiträgt und damit eine tragende Säule der Energiewende darstellt. Rund 150.000 Beschäftigte in tausenden Unternehmen sichern den Betrieb, Ausbau und die Weiterentwicklung dieser Technologie.

„Die Energiewende duldet keinen Aufschub. Extreme Wetterereignisse und steigende CO₂-Emissionen zeigen: Wir müssen jetzt handeln“, betont Jörg Sutter, Photovoltaik-Experte der DGS. „Deutschland braucht mehr Solarenergie, nicht weniger. Das Bundeswirtschaftsministerium ist gefordert, die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Energiewende zu schaffen.

Der vollständige offene Brief kann hier (PDF) gelesen werden. Der Brief beinhaltet Gegenargumente, Quellen und über 20 Forderungen an die Regierung.

www.dgs.de