„Die Energiewende kommt hierzulande viel zu langsam voran“

Einspar-Rate und Umweltschutz, Lobbyarbeit und Förderanträge – mit diesen Themen rund um die Energiewende befasst sich der Architekt Hans-Ulrich Günther. In Gebäuden hat er vielfach alternative Heizsysteme empfohlen. Nun ist er bei sich selbst das Projekt Heizungsumbau angegangen. Ein Praxisbericht.

Kunde und Heizungsbauer im Heizungskeller vor Anlage
„Ich bin Energiesparer der ersten Stunde“, sagt Architekt Hans-Ulrich Günther (links), hier mit dem Heizungsbauer Rolf Schöll.In seinem Wohnhaus hat Günther seine Haustechnik auf Energiewende umgerüstet. – © Reisser
Kunde und Heizungsbauer mit Luft-/Wasser-Wärmepumpe vor Hauswand
Rolf Schöll (rechts) aus Tübingen ist mit seinem Meisterbetrieb, ein erfahrener Partner für alternative Energietechniken, zufrieden. Die neue Luft-/Wasser-Wärmepumpe von LG leistet 12 kW. – © Reisser

„Ich bin Energiesparer der ersten Stunde!“ Das sagt der Architekt Hans-Ulrich Günther, der sich schon früh mit dem Thema Wärmepumpen befasst hat. Nicht nur in den Gebäuden seiner Kunden hat er das alternative Heizsystem empfohlen. Auch in seinem eigenen Wohnhaus ist er das Projekt Heizungsumbau angegangen – zusammen mit dem Heizungsbauer seines Vertrauens. Inzwischen freut er sich über eine deutliche Einsparrate bei den Kosten und über den konsequenten Umweltschutz.

Das Wohnhaus des Architekten, Baujahr 2000 und nach klimagerechten und energiesparenden Planungskriterien entworfen, befindet sich in Ammerbuch im Landkreis Tübingen. Es war mit einer Gas-Brennwert-Therme ausgestattet. „Mit der war ja noch alles in Ordnung, aber nachdem ich mir die Umstellung meines kompletten Energiebedarfs für Haushalt, Elektromobilität, Gebäudeheizung und -kühlung auf regenerativen Strom durchgerechnet hatte, war die Entscheidung auf Wärmepumpe umrüsten zu lassen sehr schnell gefallen“, berichtet Günther. Heute setzt er auf Photovoltaik plus 100 Prozent Ökostrom.

Heizungsbauer mit bester Expertise gefunden

Von verschiedenen Heizungsbauern im Umfeld holte er sich vier Angebote ein, dabei war die Range zwischen 40.000 und 68.000 Euro erheblich. Dass er sich letztendlich für die Firma Schöll Heizungsbau entschied, hing sowohl mit der Expertise und Professionalität als auch der Beratung zusammen. Der Meisterbetrieb aus Tübingen ist ein erfahrener Partner für alternative Energietechniken. Seit der Firmengründung im Jahr 1933 arbeitet der Betrieb bereits mit dem SHK-Großhändler Reisser in Böblingen zusammen, bekommt von hier nicht nur die Ware und moderne Geräte, sondern auch passende Beratung.

Auf dem Weg zur Realisierung einer neuen Heizungsanlage inklusive großer Einsparmöglichkeiten werden individuelle Faktoren berücksichtigt. „Nur so ergibt sich die optimale Lösung. Wir sehen und als Anlaufstelle für effiziente Heizsysteme und lassen unsere Kunden bei der Entscheidung nicht allein. Wir unterstützen Schritt für Schritt und beraten bestmöglich auf die individuelle Wohnortsituation zugeschnitten“, erläutert der Heizungsfachmann Rolf Schöll.

Vom Dach in den Keller

Bei seinem Kunden in Ammerbuch befand sich die Gastherme in einer Dachheizzentrale, die für die Wärmepumpe zu klein war. Die erste Idee, das neue Heizsystem auf dem Dach zu installieren, wurde schnell wieder verworfen – nicht praktikabel aus statischen und optischen Gründen. Also wurde ein Raum im Keller für die technische Ausstattung gefunden. „Dieser Kunde ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir die Energiewende schaffen. Er hat sich nicht nur eine schöne neue Heizung einbauen lassen, sondern im gesamten Gebäude bereits rechtzeitig den Grundstein gelegt. Mit der Wärmepumpe hat er nun clevere Energieanpassungen vorgenommen“, schwärmt Schöll.

Fachleute – für den erfolgreichen Heizungstausch ausschlaggebend

Dass sich Hauseigentümer an erfahrene, gut ausgebildete und auch fortgebildete Heizungsspezialisten wenden, ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Schöll bedauert: „Viele Leute suchen Alternativen zu den Fachmonteuren – der Markt bietet auch Installateure, die in Jogginghose daherkommen und kaum Deutsch sprechen. Wir als Fachbetrieb werden dann nach drei Jahren gerufen, um nachzubessern oder erhebliche Folgen wie zum Beispiel Wasserschäden zu beheben.“ Dass so mancher Kunde realitätsfern denkt und eine neue Heizung für 10.000 Euro erwartet, diese Erfahrung machen die Handwerker immer wieder. „Dabei sind die Fachleute für den Erfolg ausschlaggebend.“

Lobbyinteressen der Energiewirtschaft und Energiewende

Die Wärmepumpe wurde und wird schlecht geredet und das bei der so oft geforderten Technologieoffenheit – wie passt das zusammen? Den Grund dafür sieht Architekt Hans-Ulrich Günther in erster Linie in den Lobbyinteressen der Energiewirtschaft. Warum darf eine Kilowattstunde Strom an Ladestationen für E-Autos bis zu 90 Cent kosten? Wer sorgt dafür, dass die E-Mobilität nicht konkurrenzfähiger wird? Günther resümiert: „Es gibt 15,5 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland und jedes hat eine Steckdose. Hier kann man sein E-Auto in den meisten Fällen laden und fährt dann vier bis fünf Mal preiswerter als mit einem vergleichbaren Diesel. Wir könnten schon viel weiter sein.

Bereits 2006 hat er bei einem seiner Bauvorhaben die erste Wärmepumpe eingebaut. Günther erinnert sich: „Anfangs war ich eher skeptisch, doch schon die erste in Betrieb gegangene Wärmepumpe überzeugte mich vollständig.“ In seinem eigenen Haus hat er nun eine LG Wärmepumpe verbaut mit einem Leistungsvolumen von 12 kW. Das Gerät hat sich durch den geringen Emissionswert und die hohe Geräuscharmut als beste Wahl herausgestellt. Der Heizungspuffer mit dem Ziel, die Wärme über einen langen Zeitraum bei wenig Leistungsaufnahme bereitzustellen, läuft optimal. Über das Touch Display lässt sich das Energiemanagement einfach und intuitiv bedienen.

Pro Wärmepumpe

Etwas zu bewegen wie sein Heizungsbauer möchte auch Hans-Ulrich Günther. Er sieht manches aber eher nüchtern: „Ich bin manchmal fassungslos, wie veränderungsunwillig die Deutschen sind. Zu viele Leute sind im Kopf noch nicht bereit, haben ein hohes Verharrungsvermögen.“ Ob die Wärmepumpe also doch noch ihren Weg in die Haushalte finden wird? Günther prognostiziert: „Die umweltfreundliche, regenerative Energie, die E-Mobilität und die umweltfreundliche Wärmepumpe werden sich durchsetzen – aber es wird für meinen Geschmack noch viel zu lange dauern.“

Weitere Informationen zum Heizungstausch des Architekten finden Si-Leser im Heft 1-2/2026, in dem der komplette Beitrag veröffentlicht wird – mit noch mehre Detail, technischen Daten, Meinungen, Erfahrungen und wie hoch die Förderung war.

www.reisser.de