Die Firmen-Wikipedia für Handwerker

Matthias Holl, Geschäftsführer der Holl GmbH, mit der Auszeichnung „Best of SHK Award 2026“ im Bereich Handwerk.
Matthias Holl, Geschäftsführer der Holl GmbH, mit der Auszeichnung „Best of SHK Award 2026“ im Bereich Handwerk. – © eventfotograf.in

Das Unternehmens-Intranet weiß alles – für ihr Konzept „Die Firmen-Wikipedia für Handwerker“ wurde die Firma Holl GmbH aus Hünfelden-Kirberg mit dem „Best of SHK Award 2026“ im Bereich Handwerk ausgezeichnet.

Wachstum braucht Organisation – in der SHK-Branche erst recht: Bei Komplettbädern ebenso wie dort, wo ein Betrieb ­parallel unterschiedliche Heizsysteme verkaufen, planen und realisieren will. Der Preisträger hat das erkannt und einen pragmatischen Weg gefunden, der im Handwerksunternehmen bezahlbar bleibt.

Jeder SHK-Fachhandwerksbetrieb braucht sie: Eine Unternehmenssoftware, die einfach dabei hilft, die Prozesse zu strukturieren, zu dokumentieren und eine fiskalisch/buchhalterisch sichere Abrechnung zu garantieren. Das ist die Pflicht: Das Finanzamt fordert seinen Tribut und die Kunden wollen die Rechnung, solange sie sich noch daran erinnern können, dass da ja mal etwas war – im Bad oder im Heizungskeller.

Firmen-Wikipedia selbst aufgebaut

Doch da ist noch die Kür, die soften Faktoren. Viele Programme bilden nicht das ab, was den Betrieb im Alltag darüber hinaus erfolgreich macht: Wie genau Monteure beim Kunden auftreten, wo das Presswerkzeug für Verbundrohre geblieben ist oder wie man kompetent berät, wenn für ein anderes Gewerk nach einem zu empfehlenden Partnerunternehmen gefragt wird, dem man vertrauen kann.

Manche lassen sich solchen „Company Spirit“ teuer in die Software programmieren. Der Preisträger aus dem hessischen Hünfelden wollte es günstiger, persönlicher und schneller – und baute sich eine Firmen-Wikipedia. Denn als das Unternehmen wuchs, merkte Matthias Holl, dass ständig dieselben Fragen kamen: Wie läuft das mit der Krankmeldung? Gibt’s ein Jobrad? Wann ist die nächste ­Zahlen-Daten-Fakten-Infostunde?

Seine Antwort: Er ließ eine WordPress-Seite aufsetzen, befüllte sie selbst mit kurzen Texten, Fotos, Schaubildern und Downloadlinks – und verwies neue wie erfahrene Mitarbeiter konsequent auf dieses Intranet. Das spart Erklärarbeit und bringt alle auf denselben Stand.

Alles einfach miteinander verbunden

Der nächste Schritt: die Kopplung mit der Unternehmenssoftware ganz ohne Programmierung. Und zwar über eine Schnittstelle, die in ganz vielen ERP-Systemen vorhanden ist: eine einfache E-Mail-Adresse.

Wenn Mitarbeitende beispielsweise bei der Wartung auf eine defekte Küchenarmatur angesprochen werden, erfassen sie den Bedarf in ­einem Formular; über die Schnittstelle landet die Anfrage direkt im Büro. Ergebnis: Der Kunde hat schnell sein Angebot im Postfach.

Aus den ersten Versuchen, die Firmen-Wissens-Plattform über eine einfache Schnittstelle mit dem ERP-System zu verlinken, ist ein reger Austausch zwischen den beiden Plattformen geworden. Und sie verstehen sich. Und die Mitarbeitenden verstehen sie auch.

Die Jury findet: ein Muster für die Branche, das Unternehmen im Wachstum übernehmen können, ohne sich mit Programmierkosten zu übernehmen.

Der Film zum Konzept

Den Film zum Konzept finden Sie unter folgendem Link.

www.dholl.de