DualVac-Verfahren: Vakuumrohre machen Geothermie effizienter

In der Schorfheide nördlich von Berlin startet ein weltweit einzigartiges Geothermie-Projekt. Das dänische Unternehmen Green Therma und das GFZ Potsdam erproben mit der DualVac-Rohrisolierung eine neue Technologie, die Wärme aus über 3.000 Metern Tiefe effizienter für Wärmenetze nutzbar machen soll.

Zwei Arbeiter bei der Tiefenbohrung für Geothermie
Bei der DualVac-Tiefengeothermie-Technologie kommt erstmals eine kontinuierliche Vakuumisolierung in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch zum Einsatz. Die Anlage bohrt über 3 km tief. – © Green Therma
Schema Dual-Vac Vakkuumrohr-Technologie
In einem geschlossenen Rohrkreislauf zirkuliert Wasser, tief unter der Erde, und nimmt dort die Wärme vom umgebenden Gestein auf. Mithilfe des DualVac-Vakuumrohr-Verfahrens wird diese Energie an die Oberfläche transportiert – © Green Therma

Im ersten Halbjahr 2026 wird an dem Forschungsstandort Groß Schönebeck in der Brandenburger Schorfheide die weltweit erste Tiefenbohrung mit dem DualVac-Vakuumrohr-Verfahren von Green Therma erfolgen. Diese neuartige Tiefengeothermie-Technologie ist darauf ausgelegt, Wärme aus mehr als 3 km Tiefe mit minimalen Wärmeverlusten zu transportieren.

Erstmals wird eine moderne, kontinuierliche Vakuumisolierung in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch verwendet. Sollte sich die Technologie wie erwartet bewähren, könnte sie die Effizienz von Tiefengeothermie-Anlagen deutlich steigern. Damit lassen sich erneuerbare Wärmequellen an Standorten erschließen, die bisher als zu schwierig oder zu kostspielig galten.

Wie funktioniert Heat4Ever und DualVac?

Das Herzstück von der Geothermie-Technologie Heat4Ever, entwickelt von Green Therma, ist DualVac. Die patentierte, isolierte Rohrtechnologie erzeugt ein durchgehendes Vakuum, das kalte und warme Flüssigkeiten trennt. DualVac funktioniert wie eine Thermoskanne: Es reduziert Wärmeverluste und erhöht die Energieausbeute. Dank der geringen Verluste lässt sich die gewonnene Wärme direkt in Fernwärmenetzen und industriellen Prozessen einsetzen.

Green Therma über die Idee hinter der Pilotanlage in der Schorfheide: „Tiefe geothermische Wärme ist überall vorhanden – wir benötigen lediglich bessere Werkzeuge, um sie effizient zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit dem GFZ Potsdam – Helmholtz-Zentrum für Geoforschung – setzt diese Idee nun unter realen geothermischen Bedingungen in die Praxis um.“

Vakuumrohr-Verfahren im Test

„Dieses Projekt stellt einen Meilenstein in der Technologie zur Gewinnung geothermischer Energie dar“, sagt Jørgen Peter Rasmussen, Gründer und CEO von Green Therma.

Die Anlage wird Tiefen von über 3 km erreichen, wo die Temperaturen bei über 100 ° C liegen. Im Laufe eines einjährigen Tests wird das System vermessen, überwacht und auf Herz und Nieren geprüft. Die dabei gewonnenen Daten können den Einsatz von Tiefengeothermie als lokale, zuverlässige und klimaneutrale Wärmequelle beschleunigen.

Tiefe Geothermie für Wärmenetze

Sollte sich das DualVac-System bewähren, könnte es die Hürden für den Einsatz tiefer Geothermie in Städten, Industriegebieten und kalten Klimazonen deutlich senken. Es stellt nicht nur einen technologischen Meilenstein dar, sondern auch eine Option für Länder, die eine sichere, fossilfreie Wärmeversorgung umsetzen wollen. Mehr Informationen zur Geothermie-Demonstrationsanlage in Groß Schönebeck hier.

www.greentherma.com/de