E-Handwerke: Weniger installierte PV-Anlagen und Stromspeicher

Der PV-Boom für die E-Handwerke schwächt sich allmählich ab. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Speichern. Das macht eine Hochrechnung des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) deutlich, die auf den Ergebnissen seiner Frühjahrskonjunkturumfrage 2025 und der aktuellen Ausgabe der Handwerkszählung beruht.

Porträtfoto ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser
ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser: „Die Zahlen aus dem Photovoltaik-Bereich zeigen, dass die Relativierung der Energiewende den Markt beschädigt. Die neue Regierung muss sich deshalb klar zur Energiewende bekennen, den eingeschlagenen Pfad fortsetzen und mithilfe klarer und transparenter Rahmenbedingen dafür sorgen, dass neue Investitionsanreize für Zukunftstechnologien entstehen.“ – © ZVEH

Die Hochrechnung des ZVEH ergab, dass die Zahl der von E-Handwerksbetrieben installierten PV-Anlagen gegenüber 2023 deutlich zurückging – von 550.000 auf 400.000. Das entspricht einem Minus von 27 %. In dem für die E-Handwerke besonders relevanten Bereich der Dach- und Fassadenanlagen sank die Zahl von 513.000 auf 357.000. Die in diesem Segment installierte Leistung sank damit von 7,09 auf 5,84 GW (– 17,6 %).

Der Rückgang folgt der Entwicklung am Markt. So ist laut Marktstammdatenregister die Zahl der in 2024 installierten Dach- und Fassadenanlagen (inkl. sonstige Anlagen) gegenüber 2023 von 750.000 auf 630.000 (– 16 %) gesunken. Der Anteil der E-Handwerke am Markt der Dach- und Fassadenanlagen sank somit von 68,4 auf 56,6 %. Entsprechend verzeichnete auch der Anteil, den PV-Installationen am e-handwerklichen Umsatz ausmachen, ein Minus. Betrug der Umsatzanteil im Herbst 2024 noch 5,8 %, so liegt er nun laut ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage 2025 nur noch bei 5 %.

Ebenfalls Rückgänge bei Stromspeichern

Bei den Speichern, die häufig zusammen PV mit Dachanlagen verbaut werden, gingen die Installationszahlen ebenfalls deutlich zurück – von 350.000 auf 260.000. Parallel dazu gingen die Umsatzanteile in den letzten sechs Monaten von 2,1 auf 1,8 % zurück. Interessant ist laut ZVEH, dass die Zahl der Betriebe, die in den Bereichen „PV“ und „Speicher“ tätig sind, relativ konstant blieb. Gesunken ist demnach die Anzahl an PV-Anlagen und Speicher, die diese Betriebe durchschnittlich installieren.

Leichte Zuwächse bei Wärmepumpen

Bei den Wärmepumpen ist die Installationszahl von 155.000 auf 160.000 (+ 3,2 %) leicht angestiegen. Der Zuwachs geht dabei auf Luft-/Wasser-Wärmepumpen zurück. Diese Entwicklung überrascht den Verband, da der Wärmepumpen-Markt in Folge der Diskussion um das „Heizungsgesetz“ kurzfristig einbrach.

Zu erklären sei der Zuwachs mit einem wachsenden Anteil an E-Handwerksbetrieben, die an Wärmepumpeninstallationen beteiligt waren. So ist der Anteil der Betriebe, die Installationsleistungen im Bereich „Wärmepumpen“ erbracht haben, von 41 auf 44 % angestiegen. Die leicht positive Entwicklung zeigt sich auch am Anteil, den Wärmepumpen und Lüftungsanlagen am Gesamtumsatz im E-Handwerk einnehmen. Dieser stieg gegenüber dem Herbst 2024 von 2,9 auf 3,1 %.

Balkendiagramm Hochrechnung: Leistung der E-Handwerke 2024. Schätzungen auf Grundlage der Daten der ZVEH-Konjunkturumfrage Frühjahr 2025 sowie der Handwerkszählung 2022 des Statischen Bundesamtes.
Hochrechnung: Leistung der E-Handwerke 2024. Schätzungen auf Grundlage der Daten der ZVEH-Konjunkturumfrage Frühjahr 2025 sowie der Handwerkszählung 2022 des Statischen Bundesamtes. – © ZVEH

Ladeinfrastruktur: Zuwächse nur bei leistungsstarken Ladepunkten

Der Aufbau der Ladeinfrastruktur leidet laut ZVEH unter dem Hin und Her in der Politik. Hier habe sich der negative Trend der letzten zwei Jahre fortgesetzt. Der Umsatzanteil sank in den E-Handwerken gegenüber Herbst 2024 auf 3,5 %. Die Zahl der installierten Ladestationen sank laut ZVEH-Hochrechnung von 380.000 auf 310.000; die der Ladepunkte von 442.000 auf 377.000.

Rückgang bei Privatkunden

Den Rückgang geringere Installationszahlen sieht der Elektro-Verband beim Rückgang an Privatkunden um Minus 90.000. Sie sind die mit Abstand wichtigste Kundengruppe der E-Handwerke. In den anderen Bereichen wie Unternehmen, halböffentliche Parkplätze und öffentliche Parkplätze gibt es einen leichten Zuwachs (+ 25.000). Er gleicht aber den Rückgang im Privatkundengeschäft jedoch nicht aus. Die beschriebene Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Leistungsklassen der installierten Ladepunkte. Während die Zahl der privaten Ladestationen bis 11 kW von 330.000 auf 263.000 sank, ist die Zahl der Ladestationen mit einer Leistung von 22 kW sogar leicht von 112.000 auf 114.000 gestiegen.

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