Die E-Handwerke haben 2025 ein Jahr der Stagnation erlebt. Laut ZVEH sank der Umsatz leicht auf 88,2 Milliarden Euro, auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ging zurück. Positiv entwickelte sich dagegen die Zahl der Betriebe, die leicht zulegte.

„Der demografische Wandel und die wirtschaftliche Situation in Deutschland schlagen sich nicht nur auf die Konjunktur, sondern auch auf die Branchenkennzahlen der E-Handwerke nieder“, fasst Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) die Entwicklung der Branchenkennzahlen für das Jahr 2025 zusammen. Er sagt: „Nachdem die Branche bereits 2024 einen Umsatzrückgang zu verzeichnen hatte, zeigen die vorläufigen Daten für 2025 nun erneut einen Rückgang über alle Bereiche hinweg.“
Insgesamt leichter Umsatzrückgang 2025
Insgesamt erwirtschafteten die E-Handwerke 2025 danach einen Umsatz von 88,2 Mrd. Euro – ein Minus von 0,3 % gegenüber dem Vorjahresumsatz (2024: 88,4 Mrd. Euro). Fiel der Umsatzrückgang im Bereich „Elektrotechnik“ mit 0,1 % eher gering aus, war die Informationstechnik deutlich stärker betroffen: Hier sank der Umsatz um 2,8 Prozent.
Weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Rückläufig war 2025 auch die Zahl der in den E-Handwerken sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Grund für den Rückgang in Höhe von 1,2 % ist zum einen der sich vollziehende demographische Wandel. „Gleichzeitig macht sich hier der Einfluss der Wirtschaftskrise bemerkbar“, erklärt der Hauptgeschäftsführer: „So hat – das zeigen auch die Konjunkturumfragen des ZVEH – die Bereitschaft der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen, in den vergangenen 1,5 Jahren deutlich abgenommen.“ Während der Rückgang im Bereich „Elektrotechnik“ 1,1 % und bei den Elektromaschinenbauern 1,2 % betrug, war er im Bereich „Informationstechnik“ mit 3,1 % überproportional groß.
Zahl der Betriebe
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei der Zahl der Betriebe. Diese stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 % auf 49.113 an (2024: 48.877). Dabei zeigt sich allerdings, dass das Wachstum allein auf den Bereich „Elektrotechnik“ zurückzuführen ist, der um 0,9 % auf 44.975 Betriebe zulegen konnte. Bei der Informationstechnik (IT) und dem Elektromaschinenbau (EMA) ist der Trend weiter negativ (IT: –3,9 % / EMA: –1,7 %).
Prognose für das Jahr 2026
Für 2026 geht der ZVEH zum jetzigen Zeitpunkt von einem leichten Umsatzwachstum von 0,8 % aus. Das prognostizierte Wachstum dürfte allerdings maßgeblich auf Preissteigerungen zurückzuführen sein. Voraussetzung ist zudem, dass die Wirtschaftslage zumindest stabil bleibt. Was die Zahl der in den E-Handwerken sozialversicherungspflichtig Beschäftigten angeht, wird erwartet, dass sich der Negativtrend fortsetzt. Aktuell rechnet die e-handwerkliche Organisation mit einem erneuten Rückgang um 1,1 %. Die Zahl der Unternehmen wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr erneut geringfügig zulegen. Geschätzt wird ein Plus in Höhe von 0,2 %.
Alexander Neuhäuser zur Prognose: „Unsere Schätzung für 2026 zeigt, dass sich auch bei den E-Handwerken, die in den vergangenen Jahren ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen konnten, die Zukunftsaussichten eingetrübt haben. Hauptgrund ist die gesamtwirtschaftliche Lage, aber auch die Energiepolitik der Bundesregierung, die die Energiewende ausbremst, statt den Transformationsprozess mit klaren und verlässlichen Rahmenbedingungen zu begleiten. Die Energiewende ist für die E-Handwerke ein nicht zu unterschätzender Wirtschafts- und Standortfaktor.“
Eine ausführliche Übersicht über die Kennzahlen unter www.zveh.de/branchenkennzahlen