Mit Kabelverschraubungen werden Kabel sicher, dicht und mechanisch entlastet in Geräte oder Verteiler geführt, so bei Heizungen, Pumpen oder Lüftungen. Doch trotz ihrer scheinbaren Einfachheit gibt es bei der Montage zahlreiche Stolperfallen zu beachten. Spezialist Hummel gibt sechs Tipps für eine fehlerfreie Montage:


Kabelverschraubungen sorgen dafür, dass kein Wasser oder Schmutz ins Gehäuse eindringt und das Kabel festsitzt. Die Hummel AG ist Experte für Verbindungstechnik. Der international agierende Hersteller von Verbindungstechnik und Lösungen für Elektrotechnik sowie Heizungs- und Trinkwassersysteme, vereint seit über 75 Jahren Fertigungskompetenzen von der Entwicklung bis zur Montage unter einem Dach.
Trotz der scheinbaren Einfachheit der Kabelverschraubungen gibt es bei der Montage zahlreiche Stolperfallen zu beachten. Hummel gibt jetzt Handwerkern Praxis-Tipps für eine fehlerfreie Montage.
Richtige Größe macht den Unterschied
Ein häufiger Montagefehler entsteht durch die Wahl einer ungeeigneten Größe. Passt die Verschraubung nicht exakt zum Kabeldurchmesser, geht entweder die Dichtwirkung verloren oder das Kabel wird beschädigt: Sitzt die Verschraubung zu locker, gibt’s keine Zugentlastung. Sitzt sie zu fest, wird das Kabel gequetscht. In beiden Fällen ist die Schutzfunktion nicht mehr gegeben.
So klappt‘s: Den Außendurchmesser des Kabels mit Hilfe eines Messschiebers exakt messen und mit dem angegebenen Klemmbereich der Verschraubung abgleichen. Technische Tabellen und Maßvorgaben vom Hersteller beachten.
Kabelverschraubungen: An die Dichtung denken
Fehlt die Dichtung bei der Kabelverschraubung, sitzt schief oder ist beschädigt, kann keine zuverlässige Abdichtung erreicht werden. Feuchtigkeit, Staub oder Gase dringen ein und gefährden die gesamte Installation. Die Einhaltung der Schutzart ist nicht mehr gewährleistet.
So klappt‘s: Wer auf Nummer sicher gehen will, greift direkt zu den originalen Dichtungseinsätzen des jeweiligen Herstellers. Vor der Montage die Unversehrtheit der Dichtung prüfen, bei der Montage auf den richtigen Sitz der Dichtung achten. Hochwertige Dichtungen sind in vielen Varianten von Markenherstellern wie Hummel erhältlich.
Anzugsdrehmoment: Weder zu viel noch zu wenig
Wird die Kabelverschraubung zu fest angezogen, kann das die Dichtung beschädigen oder das Gehäusematerial überlasten. Bei zu geringem Anzugsdrehmoment wird keine ausreichende Dichtheit oder Zugentlastung erzielt. Beiden Fälle beeinträchtigen die Schutzart der Installation, was häufig bei der Montage per Hand ohne definiertes Drehmoment passiert.
So klappt‘s: Die vom Hersteller angegebenen Drehmomentwerte einhalten. Diese stehen in den technischen Datenblättern. Werkzeuge mit einstellbarem oder voreingestelltem Drehmoment verwenden: Klick – fertig – dicht.
Material gezielt wählen
Nicht jede Kabelverschraubung ist für jede Umgebung geeignet. Je nachdem, ob UV-Strahlung, aggressive Medien, hohe bzw. kalte Temperaturen oder mechanische Belastung vorliegen. Ansonsten können Materialien spröde werden, korrodieren oder brechen.
So klappt‘s: Bei der Auswahl des Verschraubungsmaterials auf die jeweilige Einsatzumgebung achten. Edelstahl oder vernickeltes Messing bieten Schutz in aggressiven oder hygienisch sensiblen Umgebungen, Kunststoffvarianten sind leichter und für viele Standardanwendungen ausreichend.
Zugentlastung: Oft unterschätzt, aber essenziell
Gerade bei bewegten oder frei hängenden Leitungen kann eine unzureichende Zugentlastung zu ernsthaften Problemen führen. Das Kabel kann sich lösen, die Adern brechen oder die Dichtung wird durch Zugkräfte undicht.
So klappt‘s: Verschraubungen mit integrierter Zugentlastung bieten hier eine sichere Lösung. Bei besonderen Belastungen empfiehlt Hummel eine zusätzliche Fixierung durch Klemmen oder Kabelhalter. Wichtig ist, dass die entstehenden Kräfte nicht auf die Anschlussstelle wirken.
EMV-konform verschrauben
Oft kommen Anwendungen mit geschirmte Leitungen zum Einsatz. Wird der Schirm nicht korrekt über die metallische Verschraubung kontaktiert, kann die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) der Anlage beeinträchtigt werden. Das kann zu Störungen oder Ausfällen elektronischer Komponenten führen.
So klappt‘s: EMV-fähige Kabelverschraubungen mit 360°-Kontaktflächen sorgen für eine rundum sichere Schirmanbindung. Der Kabelschirm muss freigelegt und vollflächig kontaktiert werden. Die Schirmverbindung sollte durchgehend und belastungsfrei ausgeführt sein.