
Clage, Spezialist für Warmwasserbereitung, hat sich mit der Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden (Bündnis 90/Die Grünen) zu einem fachlichen Austausch über die aktuellen Entwicklungen rund um das GMG getroffen. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen bei der Dekarbonisierung des Gebäudebestandes sowie die Rolle strombasierter Technologien.
Im Rahmen des Austauschs betonte Julia Verlinden die Bedeutung innovativer Unternehmen für die Energiewende im Gebäudesektor. „Mehr und mehr Menschen machen sich durch Wärmeerzeugung aus Strom unabhängig von fossilen Energien. Innovative Unternehmen wie die Clage GmbH aus Lüneburg zeigen, wie dezentrale Warmwasserbereitung ohne Öl- und Gas funktionieren kann. Klimafreundlich und bezahlbar. Das neue Teuer-Heizen-Gesetz der Bundesregierung hingegen schafft neue Unsicherheit. Es erhöht die Heizkosten für Verbraucherinnen und Verbraucher und treibt sie in eine fossile Heizkostenfalle. So werden Klimaschutz und günstiges Heizen ausgebremst, während künftig mehr Menschen teure Öl- und Gasrechnungen drohen.“
Konzepte sinnvoll kombinieren
Dezentrale elektrische Durchlauferhitzer gelten als eine strombasierte Technologie, die im Kontext von Klimaneutralität und der Dekarbonisierung des Gebäudebestandes einen wichtigen Effizienzhebel darstellen können. Dabei wurde im Gespräch hervorgehoben, dass es nicht nur die eine Lösung in Form der Wärmepumpe gibt. Es sollten vielmehr unterschiedliche technologische Ansätze je nach Gebäude und Anwendung sinnvoll kombiniert werden. Entscheidend sei dabei stets die Betrachtung der Gesamtsystemeffizienz. Insbesondere bei zentralen Warmwassersystemen entstünden häufig hohe Verluste durch Standby-Betrieb, lange Leitungswege und Zirkulation und das bei gleichzeitig stetig sinkendem Warmwasserbedarf. Es könne sinnvoll sein, die Warmwasserversorgung von der Heizung zu entkoppeln und beispielsweise auf dezentrale elektrische Durchlauferhitzer zu setzen.
Trennung von Heizung und Warmwasser
Durch die Trennung von Heiz- und Warmwassersystemen lassen sich in vielen Gebäuden Energieverluste deutlich reduzieren. Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass so Einsparungen von mindestens 40% möglich sind, in größeren Gebäuden bis zu 80 %. Durch die Entkopplung der Systeme kann die Heizung zudem kleiner ausgelegt werden. Im Betrieb wird sie entlastet und kann über die Sommermonate vollständig abgeschaltet werden. Gerade im Gebäudebestand eröffnen solche Lösungen die Chance, mit vergleichsweise geringem Investitionsaufwand kurzfristig spürbare Energie- und CO₂-Einsparungen zu realisieren.
Technologische Offenheit ist wichtig
Im Gespräch wurde die Bedeutung technologischer Offenheit besonders hervorgehoben. Klimafreundliche Optionen, von Wärmepumpen über E-Direktheizungen bis hin zur dezentralen Warmwasserbereitung, sollten gleichberechtigt im gesetzlichen Rahmen berücksichtigt werden. Zudem gelte, weitere Effizienzpotenziale wie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung, dezentrale Energieerzeugung und -speicherung sowie weitere innovative Technologien anzuerkennen und regulatorisch zu verankern.
Effizienzpotenziale erkennen
Alexander Gerdes, CEO der Clage GmbH, erklärte hierzu: „Für eine erfolgreiche Energiewende im Gebäudesektor benötigen wir einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen, der alle klimafreundlichen Technologien gleichberechtigt berücksichtigt. Dezentrale, strombasierte Lösungen wie der E-Durchlauferhitzer lassen sich insbesondere im Gebäudebestand schnell und kosteneffizient umsetzen und tragen messbar zur Reduzierung von Energieverlusten und CO₂-Emissionen bei. Entscheidend ist, dass die Politik diese Effizienzpotenziale anerkennt und langfristige Planungssicherheit schafft. Nicht nur für Hersteller, sondern auch für Installationsunternehmen, Planende, Energieberaterinnen und Energieberater, Eigentümerinnen und Eigentümer, Wohnungswirtschaft sowie für die Endkundinnen und Endkunden.“
Bezahlbare, energiesparende Lösungen
Einigkeit bestand darüber, dass die Dekarbonisierung des Gebäudebestandes nur gelingen kann, wenn realisierbare und bezahlbare Lösungen für Verbrauchende zur Verfügung stehen. Neben Investitionen in neue nachhaltige Heizsysteme spielen daher auch geringinvestive Maßnahmen eine wichtige Rolle, um kurzfristig Energie einzusparen und langfristig den Übergang zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung zu sichern.
Keine Rückschritte zu fossilen Brennstoffen
Die Gesprächspartnerinnen und -partner betonten abschließend, dass für das Erreichen der Klimaziele alle verfügbaren nachhaltigen Energiequellen und Technologien genutzt werden sollten, jedoch keine Rückschritte zu fossilen Brennstoffen gemacht werden sollten. Ein stabiler, technologieoffener Rechtsrahmen mit anreizstarken Förderungen sei dafür eine zentrale Voraussetzung.