Am deutschen Grässlin-Standort soll der Fokus auf Vertrieb und Produktentwicklung gelegt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und neue Märkte zu erschließen.

Die Gra¨sslin GmbH, Spezialist fu¨r Energiesteuerungslösungen, gab am 19. Mai 2017 die strategische Neuausrichtung des Unternehmens bekannt. Diese soll die Zukunft des Schwarzwälder Traditionsunternehmens langfristig sichern.
Im Zuge der Neustrukturierung wurde entschieden, zentrale Teile der Produktion von Deutschland nach Mexiko zu verlagern. Am deutschen Standort wird sich Grässlin mit einem neu aufgestellten Vertriebsteam und einem starken Fokus auf die Produktentwicklung positionieren. Darüber hinaus möchte sich das Unternehmen künftig durch eine effizientere, global ausgerichtete Organisationsstruktur noch stärker auf Kunden in den einzelnen Märkten konzentrieren. Von der Neuausrichtung sind rund 75 % der Stellen in der Produktion und den produktionsnahen Bereichen am Standort St. Georgen betroffen. Grässlin wird die Mitarbeiter aktiv bei der beruflichen Neuorientierung unterstützen.
Eigenes Werk in Mexiko wurde ausgebaut
Seit 2007 ist das Unternehmen Teil des US-amerikanischen Energiemanagement-Konzerns Intermatic, Inc. In den vergangenen Jahren hat Grässlin einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnet, der das deutsche Traditionsunternehmen vor finanzielle Herausforderungen gestellt hat. Um Ressourcen zu sparen, Synergieeffekte zu schaffen und den gesteigerten Kundenanforderungen gerecht zu werden, entschied sich der Vorstand für die Zentralisierung der Produktion imkonzerneigenen Werk in Juarez, Mexiko. Intermatic hat in den vergangenen Jahren verstärkt in diesen Standort investiert. Die dort eingesetzten Produktionsanlagen entsprechen den neuesten Anforderungen an eine schnelle, effektive und energiesparende Produktion.
Grässlin will an frühere Erfolge anknüpfen
Die Bündelung von Kompetenzen soll es Grässlin ermöglichen, kostenbewusster zu wirtschaften und den Absatz auf den weltweiten Märkten zu erhöhen. Die Neuausrichtung ist somit ein strategischer Meilenstein, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Rentabilität des Unternehmens langfristig zu sichern. Geplant ist, die Verlagerung bis Mitte 2018 abzuschließen.
„Die Entscheidung zur Auslagerung war für uns ein sehr schwieriger Schritt, und wir wissen, wie hart die Konsequenzen dieser Entscheidung die Mitarbeiter treffen. Wir sind uns der Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber bewusst. Daher liegt uns viel daran, gemeinsam mit ihnen faire Lösungen beispielsweise in Form einer Weiterbeschäftigung in anderen Unternehmen zu finden“, erkla¨rt Paulina Kowalkowska, European Director bei Gra¨sslin. „Um den Standort langfristig zu halten und sichere Arbeitsplätze zu bieten, zielt unsere Unternehmensvision auf Wachstum und Innovation ab. Die Verlagerung ist keinesfalls der Anfang vom Ende, sondern eine zwingende Maßnahme, um weiterhin am Markt bestehen zu können. Einige kleine Teilbereiche der Produktion sollen weiter erhalten bleiben. Darüber hinaus hoffen wir, neue Stellen in der Entwicklung und dem Vertrieb aber auch in der Packerei, dem Lager und dem Versand zu schaffen.“
Damit die Neuausrichtung gelingt, geht es künftig vor allem um die Kernkompetenzen des Unternehmens. Hierzu zählen in erster Linie Technologie- und Entwicklungsaktivitäten. Rick Boutilier, CEO bei Intermatic, kommentiert: „Wir standen und stehen weiterhin zu Grässlin. Die Bereiche Entwicklung und Produktmarketing in Deutschland sind für uns der Innovationstreiber im gesamten Unternehmen. Daher wollen wir diese Bereiche gezielt weiter stärken und neue Stellen schaffen.“ Ein weiterer strategischer Pfeiler, um die Neuausrichtung von Grässlin zu unterstützen und das Unternehmen wieder auf Wirtschaftswachstum auszurichten, ist der Ausbau der Abteilung Marketing und Vertrieb unter Leitung von Julian de la Cuesta. Grässlin will sich hierdurch stärker an die Bedürfnisse des Marktes und die Erwartungen der Kunden anpassen. Erste Erfolge wurden bereits verzeichnet. So hat Grässlin einen Vertrag mit Gycom in Skandinavien geschlossen und neue Kunden für die Zeitschaltuhr Talento Smart in Jordanien und Ecuador gefunden.