Grünes Flüssiggas fürs Land: Primagas startet Feldversuche mit rDME

Der Flüssiggasversorger Primagas hat mit der Arcus Technologie GmbH einen Grundsatzvereinbarung zum Anwenden für erneuerbaren Dimethylether (rDME) unterzeichnet. Mit der FlexDME-Technologie hat Arcus eine Erweiterung für Biogasanlagen entwickelt, die dort produziertes Gas in rDME umwandelt.

Im Vordergrund zwei Geschäfstführer sitzend am Tisch reichen sich die Hand für Vertragsabschluss. Im Hintergrund drei Mitarbeiter stehend.
Zusammenarbeit in Sachen rDME: Beim Unterzeichnen des Letters of Intent am 6. Juni 2025 in Berlin reichen sich Stefan Schmidt, Head of Sustainable Fuels & Public Affairs bei Primagas und Arcus-Geschäftsführer Andre Werner die Hand (v. l.). Im Hintergrund Thomas Maus von Primagas sowie Dimitrios Gavrilis und Andreas Caporale von der Arcus Technologie (v. l.). – © Primagas
3 Tanks mit grünem Flüssiggas auf der Testanlage rDME in Kesselsdorf bei Dresden.
Die Testanlage rDME in Kesselsdorf bei Dresden läuft seit 2023: Drei Gas-Brennwertthermen (Vaillant) werden von Tanks mit verschiedenen Flüssiggas- und Futuria-DME-Mischungsverhältnissen versorgt. – © Si/ch

Das grüne Flüssigas rDME ist ein regenerativer Energieträger. Die Anwendung testet Primagas noch in diesem Jahr erstmals in einem groß angelegten Feldtest bei ausgewählten Kunden. Die Vereinbarung (Letter of Intent) mit Arcus Technologie beinhaltet rDME, das in einer Biogasanlage gewonnen wird. Diese soll als bislang erste mit der FlexDME-Erweiterung ausgestattet werden und bis zu 30 t rDME im Jahr liefern.

Partnerschaft auf dem Weg zur Marktreife rDME

„Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit Arcus. Tests mit rDME – unter anderem aus Biogas – bei ausgewählten Kunden sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Markteinführung“, sagt Stefan Schmidt, Head of Sustainable Fuels & Public Affairs bei Primagas. „Gerade zum Start der neuen Bundesregierung setzen wir so ein starkes Zeichen. Wir zeigen, dass der Flüssiggassektor in Deutschland innovativ ist und die Energiewende aktiv mitgestalten will.“

Andre Werner, Geschäftsführer der Arcus Technologie GmbH zeigt sich überzeugt. Er sagt:„Das Projekt zeigt, dass innovative Synthese-und Prozesstechnologien, gekoppelt mit einem regionalen grundlastfähigen Kohlenstoffdargebot, einen Beitrag zur ländlichen regenerativen Wärmeversorgung leisten können. Darüber hinaus ermöglicht das Anlagenkonzept sowohl eine Grundlastfunktion als auch eine regelbare Funktion und kann somit sowohl einen Beitrag zur Netzregelung als auch zur saisonalen Energiespeicherung leisten.“

Die Absichtserklärung beider Unternehmen soll den Weg zur Marktreife des erneuerbaren Energieträgers ebnen. Perspektivisch soll das umweltfreundliche Flüssiggas einen Beitrag zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung leisten – insbesondere im ländlichen Raum.

Grünes Flüssiggas für ländliche Regionen

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in ländlichen Regionen. Viele Haushalte und Unternehmen haben auf dem Land keinen Anschluss an die öffentlichen Gas- und Wärmenetze. Um ihnen eine weitere netzunabhängige, bezahlbare und flexible Lösung anbieten zu können, testet Primagas seit Herbst 2023 in Kesselsdorf bei Dresden den Einsatz von rDME in bewährten Gasbrennwertthermen.

„Wir arbeiten intensiv an unserem neuen regenerativen Produkt Futuria DME“, erklärt Thomas Maus, Bereichsleiter Technik bei Primagas. „Mit rDME können die CO2-Emissionen allein im deutschen Gebäudesektor um mindestens 4,5 Mio. t pro Jahr reduziert werden“, ergänzt er. Das besagt eine Studie von Frontier Economics aus 2024 im Auftrag von Primagas. Sie belegt das Potenzial von rDME für eine erfolgreiche Energiewende.

Mehr Informationen über das grüne Flüssiggas von Primagas unter: www.futuria-dme.de

www.primagas.de