KMU wollen energetisch sanieren – eigener Strom im Trend

Das Kölner Beratungsunternehmen Sirius Campus hat kleine und mittlere Unternehmen zur Energiewende befragt. Im Ergebnis planen immer mehr KMU energetische Sanierungen. Besonders gefragt sind eigener Strom aus PV-Anlagen, Stromspeicher und Wärmepumpen.

PV-Anlage auf dem Dach eines mittelständischen Unternehmens
Monitor zur Energiewende 2025: Jedes zweite KMU mit eigener Immobilie plant in den kommenden fünf Jahren energetische Sanierungsmaßnahmen. PV-Anlagen und Wärmepumpen werden bevorzugt. – © Martiposa/stock.adobe.com

70 % der befragten KMU besitzen eine selbstgenutzte Immobilie. Von diesen plant inzwischen die Hälfte eine energetische Sanierungen in den kommenden fünf Jahren. 2023 lag dieser Wert noch bei 45 %. Besonders investitionsbereit in Klimaschutzmaßnahmen zeigen sich mittelständische Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten sowie Betriebe mit einem hohen Energieverbrauch. Durchschnittlich 130.000 Euro wollen die Mittelständler in eine Sanierung investieren, die sie zu rund einem Viertel durch Kredite finanzieren wollen.

Für die Umfrage „Monitor zur Energiewende 2025“ hat Sirius Campus 574 KMU interviewt. Befragt wurden Entscheider zu Investitionen für Instandhaltung, Kauf oder Neubau in KMU im September 2025.

Sanierungsaktivität steigt

Rund ein Fünftel der Unternehmen hat in den letzten 5 Jahren mindestens eine energetische Sanierung umgesetzt. Das sei eine höhere Sanierungsaktivität als zuvor, so Sirius Campus. Am häufigsten investieren die KMU in eigene PV-Anlagen (15%), gefolgt von Wärmedämmungen (10%) und effizienteren Heizungsanlagen (7%). Anlagen zur regenerativen Warmwasseraufbereitung wie Solarthermie wurden bisher nur selten installiert (2%).

Eigene Stromversorgung steht im Fokus

Besonders hoch ist das Interesse an Maßnahmen zur Stromerzeugung und Stromeinsparung. Rund 31 % der Unternehmen mit selbstgenutzten Immobilien planen hier Investitionen. Dabei stehen Photovoltaikanlagen an erster Stelle: 61 % der Investitionsplaner bevorzugen Gewerbe-PV-Anlagen. Batteriespeicher folgen mit 50 %, Wallboxen mit 47 % und damit auch das Anschaffen einer eigenen E-Auto-Flotte. Noch etwas seltener im Fokus bei investitionsbereiten KMU stehen Energiemanagement-Systeme (31%).

Grafik mit Balkendiagramm Bereitschaft KMU zum energetischen Sanieren
© Sirius Campus

Potenzial für Energy Sharing

„Die neuen Chancen durch regionales Energy Sharing werden erst jetzt mit Wirksamkeit ab 1. Juni allmählich greifbar. Mit sinkenden Preisen für Stromspeicher und passenden Räumlichkeiten können viele Unternehmen nun auch im Zusammenschluss mit benachbarten Betrieben ihre Stromversorgung optimieren“, erklärt Dr. Oliver Gaedeke, Gründer und Geschäftsführer von Sirius Campus.

Wärmepumpen gefragter denn je

Wenn es um das Anschaffen einer effizienten Heizung geht, setzen 85 % der KMU auf förderfähige Heizgeräte wie Wärmepumpen oder andere erneuerbare Technologien. Vor vier Jahren lag diese Quote noch bei 33 %.

Aus der im Frühjahr 2026 durchgeführten Befragung von Energieberatern sei bekannt, dass rund ein Drittel der Experten auch Herstellermarken von Wärmepumpen empfehlen, so Sirius Campus. Am häufigsten werden diese Marken (Top10) empfohlen : Alpha-InnoTec, Bosch Thermotechnik / Buderus, Brötje, Daikin, Nibe, Stiebel Eltron, Vaillant, Viessmann, Weishaupt und Wolf.

Grafik mit Balkendiagramm und Kurve zum Anschaffen grüner Heiztechnik in KMU
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