Lichtblick Prosumer-Report 2024: Mehr eigener Strom vom Dach

Die Zahl der PV-Strom erzeugenden Verbraucher Prosumer genannt – steigt. Das hat der Ökostromanbieter Lichtblick in seinem aktuellen Prosumer-Report festgestellt. 2023 ist der Prosumer-Index um 45 % auf 16,9 von 100 möglichen Punkten gestiegen. Ein Überblick über die Verbraucherstudie:

Deckblatt des Prosumer-Report von Lichtblick mit Foto junge Frau, die sich an der Terassentür sonnt.
Der 72-seitige Prosumer-Report 2024 von Lichtblick untersucht Stand und Potenzial der Energiewende im Ein- und Zweifamilienhaus. – © Screenshot www.lichtblick.de (Stand 05.07.2024)

Prosumer sind Menschen, die ein bestimmtes Gut sowohl produzieren als auch konsumieren können. Im Falle der Energiebranche also Verbraucher, die ans Stromnetz angeschlossen sind und gleichzeitig selbst mit Photovoltaik eigenen Strom produzieren. In Deutschland eignen sich die Dächer von 11,1 Mio. Ein- und Zweifamilienhäusern für den wirtschaftlichen Einsatz von PV.

Der neue Prosumer-Report von Lichblick beruht auf Datenanalysen des Marktforschers EUPD Research und untersucht den Stand der Energiewende im Eigenheim und das Prosumer-Potenzial. Der für den Report entwickelte Prosumer-Index gewichtet die Technologien und vergleicht ihre aktuelle Verbreitung.mit ihrem Potenzial.

Vor allem PV-Anlagen, Speicher und Wärmepumpen boomen bei Eigenheimbesitzern.

PV an der Spitze, Smart Meter abgeschlagen

Der Report untersucht sieben Schlüsseltechnologien für die Energiewende im Eigenheim. Bei allen Technologien – außer dem Smart Meter – hat sich der Zubau 2023 beschleunigt. Nach wie vor am weitesten verbreitet sind PV-Anlagen mit 27 %, die im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um fast 10 % zulegten. Rund eine 1 Mio. neue PV-Anlagen wurden 2023 auf deutschen Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. Einen Boom verzeichnet auch das Geschäft mit Speicher- und smarten Energiemanagementsystemen EMS) – hier verdoppelte sich die Anzahl auf 1,2 Mio. Speicher bzw. 1,3 Mio. EMS.

Der Prosumer-Markt

Weitere Prosumer-Technologien sind Wallboxen, bei 15 % der Verbraucher in Verwendung, Wärmepumpen mit 12 % und Elektroautos mit 7 %. Schlusslicht ist nach wie vor das Smart Meter – es kommt lediglich bei 0,7 % aller Prosumer zum Einsatz. Es bleibt damit weit unter den Erwartungen. Insgesamt steigt der Prosumer-Index gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Punkte auf 16,9 von 100 möglichen Punkten. 100 Punkte wären gleichbedeutend mit einer Vollausstattung aller 11,1 Millionen solarfähigen Eigenheime mit allen sieben Prosumer-Technologien.

Grafiken Sektorenkopplung EFH aus Prosumer-Report 2024 Lichtblick
Die sieben untersuchten Schlüsseltechnologien im Eigenheim. – © Lichtblick

Prosumer-Report: 76 Prozent Eigenabdeckung sind möglich

Anja Fricke, Unternehmenssprecherin von LichtBlick, sagt:Die alte Energiewelt vom einfachen „An“ und „Aus“ zentraler Kraftwerke gibt es nicht mehr, die Steuerung von Verbrauch und Erzeugung auf Prosumer-Ebene ist komplex. Dafür brauchen wir dringend mehr Smart Meter in Deutschland.“ Das Potenzial ist laut Lichtblick riesig: Während Prosumer heute nur 7 % Prozent ihres aktuellen Energiebedarfs erzeugen, könnte es eigentlich mehr als das Zehnfache (76 %Prozent) sein. Damit ließen sich zehn mittlere Kohlekraftwerke ersetzen.

Mit flexiblem Strom Kosten sparen

In Zukunft winken Prosumern laut Ökostromanbieter Lichtblick zusätzliche Erlöse, wenn sie ihre Flexibilitätspotenziale über einen „Aggregator“ – z. B. ein Energieversorger – direkt am Markt verkaufen. Die Stromflüsse im Prosumer-Haus werden dann ohne Komforteinbußen nach Preissignalen aus dem Markt gesteuert. Mithilfe von optimierter flexibler Lastverschiebung und einem dynamischen Tarif wird Strom dann gekauft, wenn er günstig ist – und verkauft, wenn der Börsenpreis hoch ist. Das Zusammenspiel von flexiblen Preisen zur Einspeisung und Ausspeisung sowie zur optimierten Lastverschiebung kann die Stromkosten insgesamt weiter senken bzw. die Einnahmen erhöhen.

Den gesamten Prosumer-Report 2024 gibt es hier zum Download.

www.lichtblick.de