Netzdienliche Wärmepumpen brauchen Smart-Meter-Rollout

Ein aktuelles Gutachten im Auftrag des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) e. V. zeigt: Flexible Wärmepumpen entlasten Stromnetze und senken Kosten für Verbraucher. Der Verband drängt deshalb auf mehr Tempo beim Smart-Meter-Ausbau, damit Handwerker und Kunden die Vorteile steuerbarer Geräte bald besser nutzen können.

Wärmepumpe vor Einfamilienhaus, im Hintergrund Strommaste und Windräder als Symbol für Stromnetz
Ein neues Gutachten belegt, dass flexible Wärmepumpen Stromnetze entlasten und Kosten für Betreiber senken . – © BWP

Immer mehr Wärmepumpen – was macht das mit dem Stromnetz? Ein neues Gutachten des energiewirtschaftlichen Beratungsunternehmens Consentec aus Aachener hat untersucht, wie sich die neue Wärmepumpen-Anlagen im Sinne der Verbraucher und des Netzausbaus möglichst vorteilhaft einsetzen lassen.

Der flexible Betrieb von Wärmepumpen in unterschiedlichen Netzgebieten könnte demnach nicht nur die Strombezugskosten von Wärmepumpen-Besitzern senken, sondern auch den Netzausbau kostengünstiger werden lassen. Der Branchenverband drängt daher auf die Weiterentwicklung dynamischer Netzentgelte und einen schnelleren Smart Meter Rollout.

Wärmepumpen: Vorteile flexibler Betriebsweise

Unsere Analysen zeigen: Die Flexibilität von Wärmepumpen kann ein echter Win-Win-Faktor sein. Verbraucher können sich einerseits mit zeitvariablen Strompreisen am Markt oder über variable Netzentgelte an der Netzauslastung orientieren. Netzbetreiber können durch den gezielten Anreiz dieser Flexibilität ihren Netzausbaubedarf kostengünstiger gestalten“, erklärt Studien-Mitautor Christian Linke, Senior Consultant bei Consentec.

Einsparpotenzial mehrere hundert Euro im Jahr

Laut Gutachten könnten Wärmepumpen-Betreiber allein durch einen markt- und netzorientierten Betrieb mehrere hundert Euro pro Jahr sparen. Gleichzeitig ließen sich durch den netzdienlichen Einsatz der Geräte die Investitionen in den Netzausbau um fast ein Viertel verringern. Zentraler Hebel sei die konsequente Weiterentwicklung von Modellen wie dynamischen Netzentgelten, die die lokale Netzauslastung in kurzen Zeitintervallen signalisieren. „In der Praxis bedeutet das: Wärmepumpen können je nach Netzgebiet dann Strom beziehen, wenn viel Wind- oder Solarstrom verfügbar ist oder sich in Zeiten hoher Netzauslastung automatisch zurücknehmen. Das reduziert nicht nur die Kosten, sondern auch den Bedarf an zusätzlichen Leitungen“, so Energie-Experte Linke.

„Smart Meter müssen selbstverständlich werden“

Laut BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel sei die Voraussetzung für die volle Nutzung der Potenziale flexibler Geräte eine moderne digitale Infrastruktur. Nur in knapp 16 Prozent der verpflichtenden Fälle seien derzeit Smart Meter tatsächlich installiert.

„Damit flexible Tarife und netzorientierter Betrieb flächendeckend funktionieren, müssen Smart Meter zur Selbstverständlichkeit werden“, fordert Sabel. „Nur wenn Verbrauch und Netz intelligent miteinander kommunizieren, kann die Wärmepumpe ihr volles Potenzial entfalten und zum Treiber eines modernen Energiesystems werden.“

Den laufenden Diskussionen um die Weiterentwicklung bestehender statisch variabler Netzentgelte hin zu echten dynamischen Netzentgelten unter der Bundesnetzagentur begrüßt der Verband. Er appelliert an die Bundesregierung, gleichzeitig bei den Bemühungen zur Entlastung des Strompreises nicht nachzulassen. Der Link zur vollständigen Studie hier.

www.waermepumpe.de