Die RoHS-Ausnahme für Blei in Messing ist nach aktueller Rechtslage bis zum 30. Juni 2027 befristet. Engelmann setzt deshalb bereits heute auf eine Alternative: Der Ultraschall-Wärme- und -Kältezähler SensoStar UC verfügt über ein hochbelastbares Messrohr aus Premium Komposit.

Die Engelmann Sensor GmbH erweitert ihr Portfolio um den SensoStar UC. Bei diesem Ultraschall-Wärme- und -Kältezähler besteht die Messeinheit aus einem glasfaserverstärkten Verbundwerkstoff, kurz Komposit. Damit bietet das Unternehmen eine Alternative zu Messrohren aus bleihaltigem Messing.
Hintergrund sind die Vorgaben der RoHS-Richtlinie: Die Materialwahl gewinnt für Hersteller und Anwender elektrischer und elektronischer Geräte zunehmend an Bedeutung. Die europäische RoHS-Richtlinie begrenzt den Bleigehalt in homogenen Werkstoffen grundsätzlich auf 0,1 Gewichtsprozent. Für Messing als Kupferlegierung gilt derzeit die RoHS-Ausnahme 6(c) des Anhangs III. Danach darf die Legierung bis zu vier Gewichtsprozent Blei enthalten, was nicht bedeutet, dass dies auch auf jedes Messing zutrifft.
Mit der delegierten Richtlinie (EU) 2025/2364 hat die Europäische Kommission diese Ausnahme bis zum 30. Juni 2027 befristet. Für sie liegt ein weiterer Verlängerungsantrag vor. Über diesen wurde bislang jedoch noch nicht entschieden. Die aktuelle Entwicklung zeigt aber ganz grundsätzlich, dass Hersteller die Verwendung bleihaltiger Werkstoffe und verfügbare Alternativen langfristig überprüfen müssen.
Komposit statt bleihaltiges Messing
Mit dem SensoStar UC stellt Engelmann bereits heute eine entsprechende Materialoption zur Verfügung. Beim Messrohr kommt ein Verbundwerkstoff mit einem Glasfaseranteil von 50 % zum Einsatz. Das Material ist formstabil im Langzeitbetrieb und beständig gegenüber chemischen Ablagerungen. Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag auf der mechanischen Belastbarkeit und dem Verhalten bei der Montage. Engelmann hat hierzu auch eine Reihe eigener Stresstests durchgeführt und in Videos dokumentiert. Untersucht wurden unter anderem schräg angesetzte Überwurfmuttern, versetzte Rohrverbindungen sowie hohe Zug- und Drehmomentbelastungen.
Bei den gewählten Versuchsaufbauten blieb das Gewinde auch dann unbeschädigt, als eine Überwurfmutter mit Werkzeug und unter bewusst überhöhter Kraft schräg angesetzt wurde. In einem weiteren Demonstrationsversuch wurde eine rund 800 kg schwere Recyclingbox mithilfe eines einzelnen Messrohres angehoben.
Die Versuche sollen das Verhalten des Werkstoffs unter ausgewählten und teilweise bewusst praxisfernen hohen Belastungen veranschaulichen. Sie sind nicht als pauschaler Direktvergleich sämtlicher technischer Eigenschaften von Komposit- und Messing zu verstehen, aber sie zeigen die alltagstauglichen Fähigkeiten von Komposit im Vergleich zu bleihaltigem Messing.
Mit dem SensoStar UC ergänzt Engelmann seine bestehenden Messingvarianten um eine zusätzliche Werkstoffoption. Messdienstleister, Fachbetriebe und Gebäudeverantwortliche können damit bereits heute eine Messeinheit einsetzen, deren Messrohr ohne bleihaltiges Messing auskommt, unabhängig davon, wie die europäische Regulierung der RoHS-Ausnahme 6(c) künftig ausgestaltet wird.