Panasonic hat seine vollständig modernisierte und deutlich erweiterte Wärmepumpenfabrik in Pilsen, Tschechische Republik, eröffnet. Insgesamt werden 320 Mio. Euro in den Standort investiert. Bis 2030 sollen hier bis zu 1,4 Mio. Innen- und Außeneinheiten pro Jahr für den europäischen Markt gefertigt werden.

Die Verlagerung von Produktion und Forschung nach Europa unterstreicht die Strategie „Green Impact“ des japanischen Konzerns Panasonic. Zu den Zielen zählen: kürzere Lieferketten, ein geringerer CO₂-Fußabdruck und die Stärkung der europäischen Energiewende.
Die auf auf 140.000 m2 erweiterte und modernisierte Produktionsstätte ist eine „CO2-Netto-Null-Fabrik“. Dazu wird der Standort mit einer Kombination aus grüner Energie aus der eigenen 1-MW-Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Fabrik, der Nutzung von Abwärme von Ventilatoren und Kompressoren sowie durch den Zukauf von Ökostrom und Wärmeenergie betrieben.
Feierliche Eröffnung
Zur Eröffnung betonte Tschechiens Premier Petr Fiala die Bedeutung des Projekts für die Wettbewerbsfähigkeit der tschechischen Industrie und neue qualifizierte Arbeitsplätze.
Tetsumasa Mizuta, Geschäftsführer von Panasonic HVAC CZ. bestärkt die Verbundenheit in der Region, da Panasonic als erstes japanisches Unternehmen in die Tschechische Republik expandiert sei.
Paul Kenny, Generaldirektor der European Heat Pump Association, kommentiert: „Die Wärmepumpenbranche stärkt die Energiesicherheit Europas, unsere Wirtschaft und unseren Weg zur Dekarbonisierung, indem sie Importe fossiler Brennstoffe ersetzt durch eine saubere, lokal hergestellte und lokal betriebene Energielösung.
Erweiterung der Produktionskapazitäten
Panasonic reagiert mit der Fabrikerweiterung, die von 2024 auf 2025 ihre Produktionsleistung mehr als verdoppelt hat, auf den boomenden Markt. wurde der europäische Wärmepumpenmarkt 2024 auf 12,2 Mrd. Euro geschätzt; soll er laut Global Market Insights bis 2034 über 71 Mrd. Euro erreichen.
„Unsere Investition in das Werk in Pilsen zeigt sowohl unser Vertrauen in das Wachstum des Marktes als auch unsere Fähigkeit, die zukünftige Nachfrage zu antizipieren und bedienen zu können“, so Toshikatsu Fukunaga, CEO von Panasonic Heating, Ventilation, Airconditioning (HVAC) Europe.

Hoher Automatisierungsgrad in der Produktion
Um die maximale Produktionskapazität schneller zu erreichen, hat das Werk in Pilsen stark in Robotik, Automatisierung und KI-Technologien investiert. Bereits jetzt schon sind 80 Roboter sowie fahrerlose Transportsysteme im Einsatz. Langfristig strebt Panasonic eine 100-%-ige automatisierte Komponentenfertigung an.
Neues F+E-Zentrum
Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit einer lokalen Universität in Pilsen ein Forschungs- und Entwicklungszentrum mit Schwerpunkt auf zukünftigen Wärmepumpenentwicklungen am Standort eingerichtet. Als weiterer wichtiger Partner beim Aufbau dieser Einrichtungen hat die Technische Universität Ostrava eines der Forschungslabore vollständig entworfen und wird es auch bauen.
Bis 2028 wird das Forschungs- und Entwicklungsteam in Pilsen in Abstimmung mit der Produktplanungsabteilung in Japan in der Lage sein, den gesamten Entwicklungszyklus von Wärmepumpen zu managen. Damit wird die vollständige Entwicklung von Luft-/Wasser-Wärmepumpen am Standort Pilsen von der Planung bis zum fertigen Endprodukt sichergestellt.
„Durch die Zusammenlegung von Forschung, Entwicklung und Produktion an einem Standort können wir sicherstellen, dass das Werk schnell und flexibel auf die sich wandelnden Anforderungen dieses wichtigen Marktes reagieren kann. Darüber hinaus werden wir auch Kosten durch kürzere Wege in der Logistik einsparen“, erklärte Radek Vach, Business Planning Director.
Die Region Pilsen wird von neuen Arbeitsplätzen mit hoher Wertschöpfung profitieren. Denn so können lokale Talente gehalten werden. Die langjährige Zusammenarbeit von Panasonic mit Hochschulen – insbesondere der Westböhmischen Universität Pilsen – trägt zur Förderung der naturwissenschaftlichen und technischen Ausbildung in der Region bei. Zudem bietet dies Studenten praktische Ausbildungsmöglichkeiten.
Zweite europäische Netto-Null-Fabrik
Mit Pilsen betreibt Panasonic nun die zweite europäische Netto-Null-Fabrik nach Cardiff. Es ist darüber hinaus die 46. weltweit. Im Rahmen seiner Panasonic Green Impact-Geschäftsstrategie hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 als Konzern weltweit in den eigenen Geschäftsbereichen Netto-Null zu erreichen. Bis 2050 ist dies in der gesamten Wertschöpfungskette vorgesehen.