SHK-Handwerk in der Krise: Umsatzrückgang – was jetzt zählt!

Nach einer über ein Jahrzehnt anhaltenden jährlichen Umsatzsteigerung musste das deutsche Sanitär- und Heizungsbauerhandwerk 2024 erstmals wieder Screenshot ZVSHK SHK Service Portal: Nach einer über ein Jahrzehnt anhaltenden jährlichen Umsatzsteigerung musste das deutsche Sanitär- und Heizungsbauerhandwerk 2024 erstmals wieder einen leichten wirtschaftlichen Rückschlag hinnehmen.
Nach einer über ein Jahrzehnt anhaltenden jährlichen Umsatzsteigerung musste das deutsche Sanitär- und Heizungsbauerhandwerk 2024 erstmals wieder einen leichten wirtschaftlichen Rückschlag hinnehmen. – © ZVSHK

Nach einem Jahrzehnt des Wachstums trifft die Branche ein Dämpfer: 2024 sank der Umsatz des Sanitär- und Heizungsbauerhandwerks um 4 %. Besonders die schwächelnde Nachfrage nach Heizungen setzt den Betrieben zu. Auch der Ausblick auf 2025 bleibt weiter verhalten. Der ZVSHK über politisch notwendige Maßnahmen, stabile Geschäftsfelder und welche Zukunftschancen sich dem SHK-Handwerk jetzt bieten.

Nach mehr als einem Jahrzehnt kontinuierlichen Wachstums musste das deutsche Sanitär- und Heizungsbauerhandwerk im Jahr 2024 erstmals wieder einen wirtschaftlichen Rückschlag hinnehmen. Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) beziffert den Umsatzrückgang auf 4 %. Dadurch ist das Gesamtvolumen von 61,9 Mrd. auf 59,12 Mrd. Euro gesunken. Neben dem Heizungsbau sind hiervon auch die Klempner, Behälter- und Apparatebauer sowie die Ofen- und Luftheizungsbauer betroffen.

Hauptgründe: Neubaurückgang und Verunsicherung

Der Verband führt die negative Entwicklung insbesondere auf die schwache Neubautätigkeit, die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit und die Zurückhaltung der Verbraucher bei Investitionen in Heizungsmodernisierungen zurück. Besonders dramatisch zeigt sich der Einbruch in der Nachfrage nach neuen Heizungen, die um fast 50 % gesunken ist. Dies schlägt sich direkt auf die Installationsleistungen aller Heizungstechnologien nieder.

Rückgang bei Betrieben und Arbeitsplätzen

Parallel zur wirtschaftlichen Entwicklung sank auch die Zahl der Betriebe leicht von 48.300 auf 48.050. Ebenso ging die Zahl der Beschäftigten um 0,4 % auf 388.334 zurück. Trotz dieses leichten Rücklaufs bleibt die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge für Anlagenmechaniker SHK mit 14.655 über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2023, wenn auch unter dem Vorjahreswert von 15.132. Und trotz der allgemein negativen Tendenz bleibt das Kundendienst- und Wartungsgeschäft eine stabile Umsatzsäule für das SHK-Handwerk.

Bramann betont: „Sich auf der Weltleitmesse ISH 2025 über zukunftsweisende Entwicklungen zu informieren, ist ein Muss!“
Bramann betont: „Sich auf der Weltleitmesse ISH 2025 über zukunftsweisende Entwicklungen zu informieren, ist ein Muss!“ – © ZVSHK/Christoph Papsch

Nachfrage nach Fachkräften geht zurück

Die jährlichen Konjunkturumfragen des ZVSHK zeigen einen deutlichen Rückgang der offenen Stellen. Während im Frühjahr 2023 noch 67,9 % der Betriebe unbesetzte Stellen meldeten, waren es im Winter 2024 nur noch 48,3 %. Auch der Auslastungsgrad der Betriebe nahm ab. Meldeten im Winter 2023 noch 34,4 % der Betriebe eine Überlastung, waren es ein Jahr später nur noch 19,9 %.

Schlüsselfaktoren – Ausblick 2025

Für 2025 erwartet der ZVSHK einen weiteren leichten Umsatzrückgang von etwa 1 %. Wie sich die Branche weiterentwickle, werden viele vom Handeln der neuen Bundesregierung abhängen, so Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK. „Viel wird davon abhängen, wie schnell die neue Bundesregierung den negativen Konjunkturtrend umkehren und die deutsche Wirtschaft aus der Rezession führen kann“. Entscheidend sei dabei die politische Unterstützung für den Heizungsmarkt und Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). „Es praxistauglicher und für unsere Kunden verständlicher zu machen.“

Zudem fordert der Verband eine verlässliche und nachhaltige Förderung von Modernisierungsmaßnahmen sowie eine Neuauflage und sowie Aufstockung der Zuschussvariante des KfW-Programms „Altersgerecht Umbauen“ zur Ankurbelung des Badgeschäfts.

Langfristige Perspektiven

Trotz der aktuellen Herausforderungen sieht der Verband das SHK-Handwerk langfristig in einem Wachstumsmarkt, angetrieben durch innovative Technologien und den steigenden Bedarf an energieeffizienten Lösungen. Bramann betont: „Sich auf der Weltleitmesse ISH 2025 über zukunftsweisende Entwicklungen zu informieren, ist ein Muss!“

www.zvshk.de