SHK in Zahlen: Azubis, Geld für Handwerkerleistung und Betriebsgrößen

Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zum SHK-Handwerk veröffentlicht. Knapp 14.400 junge Menschen haben 2025 eine Ausbildung begonnen – 30 % mehr als vor zehn Jahren. Zugleich gibt es mehr Geld für Handwerkerleistungen und die Umsätze haben sich verdoppelt. Warum das Plus beim Nachwuchs trotzdem trügt.

Ein Auszubildender in gelb-blauer Arbeitskleidung misst mit einem Multimeter an einer Heizungsanlage, ein älterer Monteur arbeitet daneben mit einem Schraubendreher an der Regelung; rechts ein großer Warmwasserspeicher, links eine Schulungs-Solarthermie-Anlage.
Solarthermie, Speicher und Heizsystem im Zusammenspiel: Knapp 14.400 junge Menschen haben 2025 eine SHK-Ausbildung begonnen – rechnerisch ein Plus, in den Betrieben spürbar zu wenig. – © ZVSHK
Kampagnenmotiv der ZVSHK-Nachwuchsinitiative: Eine junge Frau mit blonden Haaren in blauem Arbeits-Shirt lächelt in die Kamera; daneben die Logos #echtSHK und „Zeit zu starten" sowie ein Zitat über die Rolle von Frauen im SHK-Handwerk.
Nur 2,4 % der neuen SHK-Ausbildungsverträge entfielen 2025 auf Frauen. Mit der Kampagnenstufe #echtSHK innerhalb der Ausbildungsinitiative „Zeit zu starten“ wirbt der ZVSHK gezielt auch um weiblichen Nachwuchs. – © ZVSHK

Egal ob Wärmepumpe oder Klimaanlage – für Installation und Wartung braucht es ausgebildete Fachkräfte. Im Jahr 2025 haben knapp 14.400 Menschen eine Ausbildung in einem Beruf der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik begonnen. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Gegenüber 2015 mit rund 11.000 Neuverträgen entspricht das einem Plus von 30,5 %. Zur Berufsgruppe hat Destatis neben Anlagenmechanikerinnen und -mechanikern SHK vereinzelt auch Ofen- und Luftheizungsbauer gezählt.

Frauenanteil nur bei 2,4 Prozent

Der Nachwuchs ist nach wie vor fast ausschließlich männlich. 2025 lag der Frauenanteil bei den Neuabschlüssen bei 2,4 % und damit deutlich unter dem Durchschnitt aller Berufsgruppen im dualen System: Dort wurde mehr als jeder dritte Ausbildungsvertrag (36 %) von einer Frau abgeschlossen.

278.000 Erwerbstätige in SHK-Betrieben

Nach Erstergebnissen des Mikrozensus arbeiteten 2025 rund 278.000 Menschen in SHK-Berufen, 4,1 % mehr als 2021 mit rund 267.000. Die Zahl aller Erwerbstätigen in Deutschland stieg im selben Zeitraum um 3,7 %.

Gleichzeitig steht ein Generationswechsel bevor: 23,3 % der Mitarbeitenden in der Berufsgruppe waren 2025 zwischen 55 und 64 Jahre alt und dürften in den kommenden Jahren in Rente gehen. 2021 lag der Anteil noch um ein Prozent niedriger. Anders als in vielen anderen Engpassberufen liegt der Wert damit nur geringfügig über dem Durchschnitt (23,0 %) aller Erwerbstätigen.

Preise für Handwerksleistungen gestiegen

Neben der Zahl der neuen Auszubildenden und der Erwerbstätigen im Bereich SHK sind auch die Preise für Leistungen der Branche gestiegen. Für Arbeiten an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher im August 6,6 % mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Die Preise für Arbeiten an Heizungs- und Wassererwärmungsanlagen erhöhten sich um 5,1 %. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,9 %. Handwerkerpreise stiegen damit doppelt so schnell wie die Inflation.

Zahl größerer Betriebe wächst – wie der Umsatz

Der Boom der eher kleinstrukturierten Branche zeigt sich auch in der wachsenden Zahl der größeren Betriebe. Im 1. Quartal 2026 waren knapp 4.100 Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten in der SHK-Installation tätig. Gegenüber dem 1. Quartal 2016 mit gut 2.900 Betrieben ist das ein Plus von 38,9 %.

Noch deutlicher stiegen die erwirtschafteten Umsätze: Sie verdoppelten sich im selben Zeitraum von knapp 2,9 Mrd. auf rund 5,9 Mrd. Das ist ein Plus von 103,8 %.

Einordnung: Das Azubi-Plus relativiert sich

So deutlich der statistische Zehnjahresvergleich ausfällt – im Jahresvergleich tritt das SHK-Handwerk weitgehend auf der Stelle. Der ZVSHK zählt nicht wie Destatis Neuverträge, sondern den Lehrlingsbestand über alle Ausbildungsjahre: 40.770 angehende Anlagenmechaniker SHK im Jahr 2025 nach 40.454 im Vorjahr. Das sind 316 Ausbildungsverträge oder 0,8 % mehr.

Beide Zahlen stimmen, sie messen nur Verschiedenes – und passen rechnerisch zusammen: Rund 14.400 Neuverträge pro Jahr ergeben bei dreieinhalb Jahren Ausbildungsdauer abzüglich Vertragslösungen genau die Größenordnung von 40.000 Azubis im Bestand. Der Destatis-Sprung ist damit vor allem ein Effekt der Jahre nach 2015. Zuletzt bewegten sich die Zahlen kaum noch. Dem stehen nach Verbandsangaben rund 30.000 SHK-Fachkräfte gegenüber, die bis 2030 alters- oder krankheitsbedingt ausscheiden.

Quelle: Destatis