Solares Spendenmodell: Mieterstrom für gemeinnützige Organisationen

Der Mieterstromspezialist Solation hat in Bonn gemeinsam mit Gebäudeeigentümer Patrizia und dem PV-Technologiepartner SolarEdge ein Gewerbegebäude mit PV-Dach vorgestellt, dessen PV-Strom-Ertrag künftig lokalen gemeinnützige Organisationen zugutekommen soll.

Luftbild Bürohauskomplex in Bonn mit PV-Anlage auf dem Dach
Neue Solation PV-Anlage für mehrere Mieter in Bonn – laut Unternehmensangaben das erste Gewerbegebäude in Deutschland, das überschüssigen Solarstrom an eine gemeinnützige Organisation spenden kann. – © Tobias Blaser
Flachdach-PV-Anlage mit Leistungsoptimierern
SolarEdge PV-Systeme nutzen Leistungsoptimierer, um die Einschränkungen herkömmlicher String-Wechselrichter – © Tobias Blaser

Wer eine PV-Anlage auf einem Gewerbegebäude betreibt, kennt die zwei üblichen Wege für den erzeugten Strom: Eigenverbrauch im Gebäude oder Einspeisung ins Netz. Gerade bei Mehrmieter-Gebäuden sorgt das Mieterstrom-Modell dafür, dass möglichst viel Solarstrom direkt vor Ort verbraucht wird. Doch ein Restüberschuss bleibt oft – und der wird bislang einfach eingespeist.

Das Münchner Startup Solation hat sich auf Mieterstrom für Gewerbeimmobilien spezialisiert. Bei dem Projekt in Bonn will das Unternehmen einen dritten Weg etablieren: Ein festgelegten Anteil des Solarstroms soll dauerhaft an eine gemeinnützige Einrichtung in der Nähe des Gebäudes abgegeben werden – eine Spende über das Stromnetz. Nach Angaben von Solation ist es das erste Modell dieser Art in Deutschland.

Allerdings: Die Stromspende fließt noch nicht. Der Mieterstromanbieter sucht derzeit einen geeigneten Empfänger im Raum Bonn. Gemeinnützige und soziale Einrichtungen können sich bewerben. Sie sollten im Umkreis von 4,5 km um das Gebäude ansässig sein.

So funktioniert das Spendenmodell in der Praxis

Die Grundlage bildet die „virtuelle Batterie“ von Solation. Solarstrom vom Dach wird im Sinne der Mieterstromverordnung als virtuell gespeichert behandelt und den teilnehmenden Mietern zeitversetzt zugewiesen – ganz ohne physischen Batteriespeicher. Dieses Mieterstrom-Konzept wird jetzt um eine Spendenkomponente erweitert.

  • Solation pachtet die Dachfläche vom Gebäudeeigentümer (Investmentmanager Patrizia), installiert und betreibt die PV-Anlage.
  • rund 90 % des erzeugten PV-Stroms fließen als Mieterstrom an die Mieter im Gebäude.
  • 1 % der jährlichen Erzeugung wird einer gemeinnützigen Einrichtung zugewiesen – für 0 Cent pro kWh.
  • Der Empfänger schließt einen regulären Stromvertrag über seinen gesamten Bedarf ab. Der gespendete Solarstrom-Anteil wird über das Netz geliefert und verrechnet. Den restlichen Strombedarf deckt die Einrichtung über ihren normalen Tarif.

SolarEdge liefert die PV-Technik

Für alle zukünftigen Solation Projekte hat das Startup das Unternehmen SolarEdge ausgewählt. Die DC-optimierten PV-Systeme vom Anbieter nutzen Leistungsoptimierer auf Modulebene, die an jedem Solarmodul angebracht sind. Sie maximieren die Energieerzeugung, indem sie die Auswirkungen von Verschattung, Modulabweichungen und anderen Leistungsverlusten reduzieren.

Durch die höhere Solarstromerzeugung soll die Technologie dazu beitragen, die Energiekosteneinsparungen sowohl für die Gebäudemieter als auch für die lokalen gemeinnützigen Organisationen zu maximieren, die vom Spendenmodell von Solation profitieren. Ein weiterer wesentlicher Faktor bei der Entscheidung für SolarEdge war die Sicherheit. Fortschrittliche integrierte Sicherheitsfunktionen, darunter die Schnellabschaltung auf Modulebene und eine kontinuierliche Anlagenüberwachung, bieten Gebäudeeigentümern, Nutzern und Wartungsteams eine zusätzliche Schutzebene.

Ziel: 1.000 Gebäude bis 2030

Solation will das Modell skalieren. In Deutschland gibt es nach Unternehmensangaben rund 280.000 Bürogebäude mit mehreren Mietern. Bis 2030 soll das kombinierte Mieterstrom- und Spendenmodell in 1.000 Gebäuden laufen. Insgesamt hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, bis dahin eine 1 Mio. Mieter mit lokal erzeugtem Solarstrom zu versorgen.

www.solaredge.com