PV-Anlagen: Sonderabschreibungen senken Stromkosten für Betriebe

Hohe Energiekosten belasten die deutsche Wirtschaft. Dennoch wird es eine Stromsteuersenkung für kleine und mittelständische Unternehmen vorerst nicht geben. Jetzt gibt es eine neue Möglichkeit diese Kosten zu senken: die Anfang Juli 2025 von der Bundesregierung geschaffenen Sonderabschreibung für betriebliche PV-Anlagen und Batteriespeicher.

Noch immer sind viele Firmendächer PV-frei. Dabei macht eine neue Möglichkeit zur Sonderabschreibung Investitionen in PV-Anlagen attraktiv.
Firmendächer: Eine neue Möglichkeit zur Sonderabschreibung macht Investitionen in PV-Anlagen attraktiv. – © BSW-Solar

Im Jahr 2024 wurden auf Industrie- und Gewerbedächern 30 % mehr Photovoltaik-Leistung neu installiert als im Jahr davor. Im ersten Halbjahr 2025 war es immerhin noch ein Plus von rund 7 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Immer häufiger werden Solarsysteme dabei auch von Unternehmen mit einem Speicher kombiniert.

Solarstromerzeugung in Unternehmen

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) schätzt, dass inzwischen weit über 100.000 Unternehmen in Deutschland selbst erzeugten Solarstrom nutzen. Aus aktuellen Daten der Bundesnetzagentur geht hervor, dass hierzulande bereits

  • rund 100.000 PV-Dachanlagen in Gewerbe, Handel und Dienstleistung,
  • rund 12.000 PV-Systeme auf Industriedächern und
  • rund 81.000 Photovoltaik-Anlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden in Betrieb sind.

„Mit Photovoltaik-Anlagen können gerade kleine und mittelständische Unternehmen ihre Stromrechnungen häufig stärker senken, als dies im Falle einer Stromsteuerbefreiung der Fall wäre“, gibt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, zu bedenken.

Niedrige Stromgestehungskosten

Während kleine und mittlere Industrieunternehmen laut einer Strompreisanalyse des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) derzeit durchschnittlich rund 18 Cent pro Kilowattstunde zahlen, liegen die Gestehungskosten für selbstgenutzten Solarstrom aus gewerblichen PV-Dachanlagen laut einer Studie des Fraunhofer ISE in Abhängigkeit vom Standort und weiteren Faktoren zwischen 5,7 und 12,0 Cent pro Kilowattstunde. In Kombination mit einem Batteriespeicher liegen die Stromgestehungskosten abhängig von der Größe der Speicher ungefähr zwischen 7,3 und 16,0 Cent pro Kilowattstunde.

Nach Einschätzung des BSW-Solar werden mehrere Faktoren dazu beitragen, dass sich Solaranlagen in der Wirtschaft einer anhaltend hohen Beliebtheit erfreuen werden. Dazu gehören die im Vergleich zum externen Strombezug deutlich geringeren solaren Erzeugungskosten auf dem eigenen Firmendach. Dazu kommt die gesetzlich garantierte EEG-Vergütung für den nicht selbst verbrauchten Überschussstrom. Und nicht zuletzt dürften sich die jüngsten steuerlichen Verbesserungen positiv auf die Nachfrage auswirken, so die Erwartung des Verbandes.

Sonderabschreibung bietet Potenziale

Die neu geschaffene Möglichkeit zur Sonderabschreibung von bis zu 30 % im ersten Jahr machen Investitionen in gewerbliche Photovoltaik-Anlagen äußerst interessant. Wird gleichzeitig ein Fuhrpark elektrifiziert, können sogar bis zu 50 % im ersten Jahr abgeschrieben werden. Körnig ist überzeugt: „Allein schon aus wirtschaftlicher Vernunft werden immer mehr Unternehmen ihre Firmendächer nutzen, um sich kostengünstig und langfristig planbar mit preiswertem Solarstrom zu versorgen.“

Das Potenzial zur Solarisierung von Deutschlands Unternehmen ist groß. Eine Untersuchung des Fraunhofer IIS in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung Logistik ergab, dass derzeit rund 19 % der Hallen in Gewerbe und Logistik mit Photovoltaik belegt sind. Rund 80 % der untersuchten Firmendächer sind hingegen noch PV-frei.

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