Sonnenenergie ist nach der Windkraft zur zweitwichtigsten Stromquelle in Deutschland aufgestiegen. Laut aktuellen Zahlen des BSW Solar erreichten die mittlerweile über 5,5 Mio. installierten PV-Anlagen eine Stromproduktion von rund 87 TWh. Doch der Verband warnt vor Stagnation beim Solarstrom-Ausbau.

Die Stromerzeugung aus Solaranlagen erreichte 2025 ein neues Rekordhoch. Ihr Anteil an der heimischen Stromerzeugung wuchs auf rund 18 %. Die Photovoltaik überholte damit die Braunkohle (rund 14 %) und das Erdgas (rund 16 %) bei der heimischen Stromerzeugung. Die hierzulande installierten Photovoltaikanlagen erzeugten rund 87 TWh Strom. 2024 waren es 72 TWh. Dies geht aus einer vorläufigen Jahresbilanz des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis von Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) hervor. Dazu mehr Informationen auf der Fraunhofer-Website www.energy-charts.info.
Trotz Strom-Rekord stagniert PV-Ausbau
Trotz der positiven Erzeugungsstatistik warnt der BSW vor einer rückläufigen Entwicklung beim Photovoltaik-Zubau. Eine Verschlechterung der regulatorischen Rahmenbedingungen müsse unbedingt vermieden werden, um die Klimaziele und die Branche mit ihren über 100.000 Beschäftigten nicht zu gefährden.
So sei die Stromerzeugung aus PV-Anlagen zwar deutlich gestiegen. Das solare Ausbautempo habe sich aber 2025 entschleunigt. Nach Verbandsangaben wurden vorläufigen Prognosen nach im Jahr 2025 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 17,5 GWp in Deutschland neu in Betrieb genommen. Die neu installierte Photovoltaikleistung liegt damit in etwa auf Vorjahresniveau von 17,7 GWp.
Ausbauziel in Gefahr
Um das für das Jahr 2030 gesetzlich verankerte Photovoltaik-Ausbauziel in Höhe von 215 GWp zu erreichen, sei hingegen ein jährlicher PV-Zubau von rund 20 GW erforderlich. Mit einer inzwischen erreichten PV-Gesamtleistung von rund 118 GWp sei erst gut die Hälfte des Weges geschafft.
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer BSW, appelliert vor diesem Hintergrund an die Bundesregierung, weitere Marktbarrieren abzubauen und die Förderkulisse für Solaranlagen keinesfalls weiter zu verschlechtern. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatte im Herbst weitere Einschnitte bei der Förderung neuer Solardächer angekündigt, nachdem diese bereits zu Jahresbeginn 2025 eingeschränkt wurde.

PV-Markt 2025: Solarparks boomen, Dachanlagen rückläufig
Laut dem Branchenverband zeigten sich 2025 zwischen den einzelnen Photovoltaik-Marktsegmenten deutliche Entwicklungsunterschiede. Während die neu installierte PV-Leistung ebenerdig errichteter Solarparks um etwa 25 % zulegte, ging der PV-Zubau auf Eigenheimen um 25 %, auf Gewerbedächern um 5 % zurück. Die neu installierte Leistung von Balkonkraftwerken stieg im gleichen Zeitraum um rund 25 %.
