Heizung -

Studie: Erhöhter Verbrauch durch Zusatzheizungen

Hauseigentümer mit einer zusätzlichen Heizung wie einem Kaminofen verbrauchen beim Heizen etwa 18 % mehr Energie als Hauseigentümer ohne Zusatzheizung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft co2online.

Im Rahmen der Studie „Die Zusatzheizung – Nutzung ergänzender Heizsysteme im Gebäudebereich“ wurden erstmals in Deutschland die Energieverbräuche der Hauptheizung und der Zusatzheizung in Ein- und Zweifamilienhäusern zusammen erfasst und ausgewertet, teilte co2online Ende Januar mit. Für die Studie wurden rund 23.100 Daten von Ein- und Zweifamilienhäusern aus der co2online- Gebäudedatenbank ausgewertet; davon hatten 3.800 Häuser eine Zusatzheizung. Zusätzlich wurden rund 1.600 Nutzer von Zusatzheizungen zum Thema befragt. Das Ergebnis: Deutschlandweit werden so in Ein- und Zweifamilienhäusern jedes Jahr rund 16,5 Mrd. kWh Heizenergie verschwendet.

Positive Effekte verpuffen

Laut der Studie gibt es in Deutschland rund 11 Mio. Zusatzheizungen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Im Schnitt decken sie ein Drittel des Wärmebedarfs eines Hauses ab und senken den Verbrauch der Hauptheizung durchschnittlich um etwa ein Viertel, so die Beratungsgesellschaft. „Aber es gibt einen Haken bei diesen Zusatzheizungen: Etwa 40 Prozent der eingesetzten Energie wird verschwendet. So gelangen unnötig viele Schadstoffe in die Luft, die Umwelt und Gesundheit der Menschen belasten“, sagte Sebastian Metzger, Mitglied der Geschäftsleitung bei co2online. „Zusatzheizungen sparen zwar oft Erdgas und Heizöl. Aber dieser eigentlich positive Effekt für das Klima verpufft weitgehend“, ergänzte Metzger.

Information, Austausch und Energieberatung

„Hausbesitzer sollten deshalb besser darüber informiert werden, wie sie Zusatzheizungen effizient nutzen. Außerdem wäre es sinnvoll, ineffiziente Öfen schnell auszutauschen“, lautet daher die Empfehlung. In Neubauten mit hohen Energiestandards sollten Zusatzheizungen am besten gar nicht genutzt werden. Wer sich eine Zusatzheizung wünscht, sollte gemeinsam mit einem Energieberater planen, heißt es weiter aus Berlin.

Erhöhter Heizenergieverbrauch

Für den erhöhten Heizenergieverbrauch durch Zusatzheizungen sieht co2online vor allem zwei Gründe, „das Nutzerverhalten und die Technik: Es wird zu viel zusätzlich geheizt und viele Zusatzheizungen sind weniger effizient als die eigentliche Heizung“. Wer einen Kamin hat, will es in der Regel komfortabel und behaglich haben – und heizt deshalb oft deutlich mehr als eigentlich notwendig wäre, so die Einschätzung der Beratungsgesellschaft. Dass dabei mehr Brennholz verbraucht wird, sei für die Nutzer meist nicht wichtig, weil es sich kaum auf die Kosten auswirkt. Denn viele Hausbesitzer würden Holz aus dem eigenen Garten verfeuern oder dieses kostengünstig, zum Beispiel von Nachbarn oder Bekannten, erhalten.

Der Wirkungsgrad von Zusatzheizungen ist nach Ansicht der Studienautoren im Schnitt deutlich geringer als der des Hauptheizsystems. Das liege zum Beispiel am Ofentyp: Ein kostengünstiger Ofen aus dem Baumarkt sei weniger effizient als ein gemauerter Kachelofen oder ein moderner Feuerofen mit Wasserführung. Außerdem müsse ein Ofen die richtige Größe haben, damit er effizient genutzt werden kann.

Fünf Gründe listet co2online auf, warum Hausbesitzer eine Zusatzheizung nutzen:

  • 71 % wünschen sich Komfort und Behaglichkeit durch hohe Raumtemperaturen
  • 61 % wollen den Verbrauch ihrer Hauptheizung senken
  • 41 % ist es wichtig, unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu sein
  • 37 % wollen einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten, weil sie den nachwachsenden Rohstoff Holz verwenden
  • 36 % nutzen die Zusatzheizung, weil sie einfach an die notwendigen Brennstoffe gelangen

Die Studie kann hier kostenlos als pdf-Datei heruntergeladen werden.

www.co2online.de

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