Umfrage KfW-Research: Energiewende bleibt für Haushalte wichtig
Laut der neuen Umfrage der KfW-Research – dem Energiewendebarometer 2025 – nutzen inzwischen 13,5 Mio. Haushalte mindestens eine Energiewendetechnologie. PV-Anlagen bleiben Spitzenreiter, Batteriespeicher und E-Autos legen stark zu. Doch die Investitionsbereitschaft nimmt ab – ein Signal an Handwerksbetriebe, Kunden mehr über Fördermöglichkeiten zu beraten.
Die Zustimmung zur Energiewende stabilisiert sich auf hohem Niveau. Zu diesem Schluss kam die Umfrage des Energiewendebarometers, für das KfW-Research zwischen Dezember 2024 und Ende März 2025 etwa 5.000 Privathaushalte in Deutschland befragen ließ.
Vor dem Hintergrund, dass stärkere Klimaschutzmaßnahmen laut KfW derzeit in vielen EU-Ländern an Popularität verlieren, sei die stabile Zustimmung in Deutschland zur Energiewende erfreulich. 83 % der deutschen Haushalte gaben an, dass die Energiewende wichtig oder sehr wichtig ist. Im Vorjahr waren es 82 %, im Jahr 2023 sogar noch 88 %. Damit scheint eine Stabilisierung einzukehren.
KfW-Research: Hoher Kostendruck bei Haushalten mit weniger Einkommen
Laut KfW-Energiewendebarometer sind aber weniger Haushalte bereit, in erneuerbare Technik zu investieren. Nur noch 59 % der Befragten äußerten eine hohe Handlungsbereitschaft, das ist der niedrigste Wert seit Start der Erhebung im Jahr 2018. Während es bei der grundsätzlichen Zustimmung zur Energiewende kaum Unterschiede gibt, ist es beim Investitionswillen in Neuanschaffungen anders. Hier entscheidet über die Handlungsbereitschaft das Einkommen.
„Viele einkommensschwache Haushalte stehen unter hohem Kostendruck. Sie haben wenig Spielraum, um in die Energiewende zu investieren. Auch diese Bevölkerungsgruppe gilt es in den Blick zu nehmen, um die bisher breite Zustimmung zur Energiewende und das private Engagement hochzuhalten“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
Erneuerbare Wärme und PV-Strom beliebt
Insgesamt nutzen 13,5 Mio. und damit 33 % der mindestens eine Energiewendetechnologie. Das ist ein Anstieg um 800.000 Haushalte oder zwei Prozentpunkte zu 2024. Zu der eingebauten Technik zählen Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Solarthermie-Anlagen, Batteriespeicher, Kraft-Wärme-Kopplungen, Holzpelletsheizungen und Elektroautos.
Wohlhabende wohnen klimafreundlich
Bei der Nutzung der Energiewendetechnologien zeigt sich ein klares Einkommensgefälle. Die wohlhabendsten Bürger nutzen die Technologien über drei Mal so häufig wie die einkommensschwächsten Haushalte (50 % versus 16 %). Ein Jahr zuvor waren die Anteile nur um das 2,5-fache höher.
Das Bundesland mit den meisten Energiewendehaushalten ist Baden-Württemberg. Hier nutzen 46 % der Einwohner mindestens eine der Technologien. Es folgt Bayern mit 42 %. Schlusslichter sind die Stadt-Staaten Bremen und Hamburg mit 12 bzw. 15 %, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Thüringen mit jeweils 20 %.
„Der Klimawandel scheint derzeit in der öffentlichen politischen Debatte in den Hintergrund zu geraten. Die grundsätzliche Überzeugung, dass das Thema eine große Bedeutung hat, ist in der Bevölkerung aber weiter vorhanden. Diese Stimmung sollte genutzt werden, um die Energiewende weiter voranzutreiben. Gefragt sind kluge technische Lösungen, die auch den Wirtschaftsstandort Deutschland bereichern können“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW..
Das Interesse von Privatkunden an Energiewendetechnologien ist stabil geblieben – egal ob PV oder Solarthermie auf dem Dach, Wärmepumpe, Wallbox oder Batteriespeicher. Für SHK-Betriebe bedeutet das eine wachsende Nachfrage nach Beratung, Installation und Wartung. Gleichzeitig sinkt die Bereitschaft vieler Haushalte, eigenständig in die Energiewende zu investieren – insbesondere bei einkommensschwächeren Kunden. Für Handwerksbetriebe ist dies ein Signal, gezielt über Förderprogramme und individuelle Lösungen zu informieren.
Das aktuelle Energiewendebarometer als PDF-Download sowie eine Auswertung der Ergebnisse aus einzelnen Bundesländern gibt es hier. Die Umfrage umfasst 31 Seiten und viele Statistik-Grafiken.