Viessmann-Chef wettert gegen asiatische Hersteller

Der VDKF reagiert auf die Aussagen von Thomas Heim, Chef der Carrier-Sparte Climate Solutions Europe, der in einem Handelsblatt-Interview gegen asiatische Hersteller und Luft-/Luft-Wärmepumpen wetterte, angemessen – und zwar frostig.

Der VDKF reagiert auf ein Interview von Thomas Heim im Handelsblatt mit einer frostigen Entgegnung.
Der VDKF reagiert auf ein Interview von Thomas Heim im Handelsblatt äußerst frostig. – © VDKF

So schreibt der VDKF in seinem wöchentlich erscheinenden Infobrief „Politikum“ am 11. November an seine Mitglieder: „Dass er versucht, den Umsatz mit seinen Viessmann-Wärmepumpen zu steigern, ist legitim und verständlich. Wie und mit welchen Argumenten er Wettbewerber aus dem Markt drängen möchte, darf aber durchaus kritisiert werden. So wettert er – als Chef eines Tochterunternehmens eines amerikanischen Konzerns – gegen die asiatischen Hersteller, die in der EU ihre „Überkapazitäten abladen“ dürften und das auch noch gefördert bekämen. Eine Förderung sollten daher nur noch Wärmepumpen erhalten, wenn deren Wertschöpfung im Wesentlichen in der EU liege. Wohlwissend, dass die asiatischen Marktführer wie Daikin, Mitsubishi oder Panasonic sehr wohl innerhalb der EU produzieren, werden hier von Thomas Heim grundsätzlich Ressentiments gegenüber asiatischen Herstellern geschürt.“

Scharfe Aussagen zum Kälte-Klima-Handwerk

Deutlich zugespitzt sind Heims Aussagen zu den Fachhandwerkern aus der Kälte- und Klimabranche, die sich mit dem Kältekreislauf und damit dem technisch gleichen Wärmepumpenkreislauf bestens auskennen. So wird im Weiteren kritisiert, dass diese  zu 90 % Wärmepumpen asiatischer Hersteller einsetzen würden.

Darauf kontert der VDKF-Beitrag: „Die Krone setzt er aber dem Artikel dadurch auf, dass er fordert, dass Luft-/Luft-Wärmepumpen grundsätzlich nicht gefördert werden sollten, weil sie „in der Regel nicht als Heizungen genutzt“ würden und nicht dazu beitrügen, fossile Heizungen klimaneutraler zu machen – eine äußerst fragwürdige Behauptung.“

Der VDKF liefert die passende Erklärung auch gleich mit: „Luft-/Luft-Wärmepumpen machten 2024 in Deutschland ca. 25 % der Förderanträge bei Wärmepumpen aus. Sie sind genau wie Luft-/Wasser-Wärmepumpen hervorragend in der Lage, eine Wohnung ohne Komforteinbußen zu beheizen und dadurch fossile Heizungen zu ersetzen. Kleiner Exkurs: In Skandinavien machen Luft-/Luft-Wärmepumpen rund 70 bis 80 % aller installierten Wärmepumpen aus. Und sie haben den großen Vorteil, dass man mit ihnen nicht nur im Winter heizen kann, sondern auch im Sommer als Klimaanlage angenehme Raumtemperaturen erreichen kann. Sie stehen halt nur nicht im Fokus der Produktpalette von Viessmann.“

Ob Thomas Heim sich und der Heizungsbranche mit diesem Interview im Handelsblatt (https://t1p.de/26nuw) einen Gefallen getan hat? Das im VDKF organisierte Kälte- und Klimahandwerk hat er sich auf jeden Fall nicht zum Freund gemacht.

www.vdkf.de