
Mit 299.000 Wärmepumpen stieg nicht nur der Absatz gegenüber dem Vorjahr. Auch die Förderanträge sind 2025 deutlich in die Höhe geschnellt. Der BWP möchte, dass es auch 2026 für das beliebte Heizgerät gut läuft. Dabei muss aber die Bundesregierung mitspielen und endlich für einen klaren Gesetzesrahmen sorgen.
Erstmals sind knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen. Der Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e. V. sieht den Aufwärtstrend auch als Stärkung für den deutschen Wirtschaftsstandort. Dies Fortzuschreiben setze aber voraus, dass in den aktuellen Verhandlungen um das Gebäudeenergiegesetz ein ambitionierter, planbarer Rahmen erhalten und auch die Heizungsförderung in ihrer jetzigen Form bestehen bleibe.
Der Erfolg der Wärmepumpe liegt nach Einschätzung des Wärmepumpen-Verbandes vor allem an einem stetig zunehmenden Vertrauen der Verbraucher in die Technologie.
Luft-/Wasser-Wärmepumpen dominieren Markt
Beim Blick auf die verschiedenen Wärmepumpen-Typen bleiben die Luft-/Wasser-Wärmepumpen weiter die dominierenden Systeme mit 95 % Marktanteil gegenüber Erdreich-Wärmepumpen. Diese machen mit 16.000 Anlagen nur 5 % des Marktes aus. Zusätzlich zu den Heizungs-]Wärmepumpen wurden 49.500 Warmwasser-Wärmepumpen abgesetzt, mit denen ausschließlich warmes Trinkwasser bereitet wird. Hier vermeldet der Verband ein Plus von 20 % gegenüber dem Vorjahr.

Wärmepumpe überzeugt durch Leistung
„Wir sehen nach zwei Jahren, in denen das Thema Heizen politisch stark polarisiert wurde, dass die Wärmepumpe nun vor allem mit Leistung überzeugt. Zudem wird das Verheizen von Gas und Öl von Verbraucherinnen und Verbrauchern zunehmend mit Preisrisiken, Unsicherheiten der Versorgung und negativen Auswirkungen auf das Klima verbunden“, so Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e.V. „Entsprechend haben sich die Hersteller und das Handwerk auf die gestiegene Nachfrage nach Wärmepumpen eingestellt.“
Förderung 2025 lief gut
Neben der sachlicheren Auseinandersetzung mit der Technologie an sich spiele laut Sabel allerdings die Fortsetzung der Förderung eine entscheidende Rolle: „Verbraucherinnen und Verbraucher haben das aktuelle Förderregime sehr gut angenommen. Es belohnt Investitionen und löst damit lokale Wertschöpfung in der mittelständischen Heizungsindustrie und im örtlichen Fachhandwerk aus.“ Im Jahr 2025 sind nach offizieller Förderstatistik über 288.000 Förderzusagen allein für Wärmepumpen erteilt worden. Ein Plus von 91 % gegenüber dem Vorjahr, in dem die neu strukturierte Förderung ab Februar 2025 stufenweise angelaufen war.
Für Fachhandwerker: Hier zu Informationen zur aktuellen Wärmepumpen-Förderung: www.waermepumpe.de/foerderung
Wärmepumpe erobert Bestandsgebäude
Neue Wärmepumpen gehen zu 80 % in Bestandsgebäude, so der Verband. Grund dafür sei, dass die KfW-Heizungsförderung nur im Bestand gewährt wird. Dr. Martin Sabel sieht darin geäußerte Vorurteile entkräftet, dass die Technologie sich nur für bestimmte Gebäude eigne. Sorgen bereitet ihm allerdings der Blick nach Berlin: „Die Branche kann ihr volles Potenzial für Investitionen und Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk nur entfalten, wenn die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt.“
Neues GMG darf nicht bremsen
Der BWP-Geschäftsführer formuliert die Erwartungen der Branche hinsichtlich der anstehenden Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG): „Industrie und Handwerk haben sich auf die aktuellen Vorgaben für neue Heizungen ebenso eingestellt wie auf die Förderbedingungen. Von beidem geht ein klares Signal für erneuerbare Wärme aus. Wir befürchten deshalb vor allem, dass ein reformiertes Gesetz zur Investitionsbremse werden könnte, falls plötzlich völlig andere Regeln gelten und wieder Signale zugunsten fossiler Energieträger gesetzt werden.“
Für das Auslösen von Investitionsimpulsen spiele auch die kommunale Wärmeplanung eine Rolle, so Sabel. Die Aussagen kommunaler Wärmepläne zu Gas- und Fernwärmenetzen seien häufig vage und vor allem unverbindlich. Ohne die klare Orientierung durch das neue GEG bildeten sie keine belastbare Investitionsgrundlage.
