Weniger Schäden an Berliner Wärmepumpen als befürchtet

Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE haben die Ergebnisse einer Umfrage unter Berliner Innungsbetrieben vorgelegt. Ziel war es, die Auswirkungen des Berliner Stromausfalls von Anfang Januar 2026 auf installierte Wärmepumpen zu erfassen und zu bewerten.

Nur rund 10 % der Wärmepumpen wiesen aufgrund des Stromausfalls in Berlin Schäden auf – deutlich weniger als zunächst angenommen.
Nur rund 10 % der Wärmepumpen wiesen aufgrund des Stromausfalls in Berlin Schäden auf – deutlich weniger als zunächst angenommen. – © Innung SHK Berlin

Die Auswertung zeigt: Dank des proaktiven Handelns der Fachbetriebe sowie der Industrie konnten Schäden verhindert werden.Durch präventive Maßnahmen konnten bei dem ungewöhnlich langen Stromausfall mögliche Schäden an Wärmepumpen vermieden werden. Während des Stromausfalls standen die befragten Fachbetriebe und Service-Teams der Industrie mit ihren Kundinnen und Kunden in engem telefonischem Austausch oder führten gezielte Vor-Ort-Services durch. Besonders wirksam waren präventive Maßnahmen wie das Ablassen von Wasser oder das Einrichten hydraulischer Brücken.

Prävention wirkte – Schäden bei nur 10 % der Anlagen festgestellt

„Diese frühzeitigen händischen Eingriffe erwiesen sich als entscheidend, um die Funktionsfähigkeit der Systeme zu sichern“, erklärt Innungsgeschäftsführer Andreas Koch-Martin.

Insgesamt gab die Mehrzahl der befragten Betriebe an, dass sie während des Stromausfalls nicht aufgrund von Frostschäden bei Wärmepumpen kontaktiert wurden. Rund 10 % der Anlagen wiesen Schäden auf. Diese traten vor allem an Rohrleitungen im Außenbereich oder am Lüftertopf auf. Die Schäden müssen vor Wiederinbetriebnahme behoben werden. Wärmetauscher dagegen blieben unversehrt, Totalschäden traten bei den befragten Handwerksbetrieben nicht auf. Auch sicherheitskritische Vorfälle im Zusammenhang mit Kältemitteln wurden nicht gemeldet.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Schäden an Wärmepumpen geringer sind als zunächst befürchtet“, äußert sich Annette Uhl, Projektleiterin am Fraunhofer ISE.

Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE arbeiten gemeinsam mit weiteren Akteuren im Forschungsprojekts Wespe am effizienten Einbau von Wärmepumpen.
Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE arbeiten gemeinsam mit weiteren Akteuren im Forschungsprojekts Wespe am effizienten Einbau von Wärmepumpen. – © Screenshot www.zvshk.de/shk-wespe (Stand 13.02.2026)

Wartung senkt Risiken – Leitfaden in Arbeit

Die Ergebnisse unterstreichen zudem die Bedeutung regelmäßiger Wartung. Gut gepflegte Anlagen zeigten ein geringeres Schadensrisiko. Nach Wiederkehr der Stromversorgung benötigten viele Anlagen dann Unterstützung durch Fachbetriebe.

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse erarbeiten die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE einen praxisorientierten Leitfaden. Dieser soll Fachbetriebe und Betreiber dabei unterstützen, bei zukünftigen Stromausfällen noch gezielter und effizienter reagieren zu können.

Vom 3. bis 7. Januar 2026 war die Stromversorgung für 45.000 Privathaushalte, Gewerbebetriebe, Krankenhäuser, Schulen, Pflegeheime im Berliner Südwesten für rund 100 Stunden unterbrochen. Ein Brandanschlag hatte den Stromausfall verursacht.

Das Projekt „Wespe“

Die Innung SHK Berlin und das Fraunhofer ISE arbeiten derzeit im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Forschungsprojekts Wespe (www.zvshk.de/shk-wespe). Gemeinsam mit weiteren Akteuren soll der Einbau von Wärmepumpen noch effizienter gestaltet werden.

www.shk-berlin.de