Im Jahr 2025 stieg der Wärmepumpenabsatz in 16 europäischen Ländern um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 2,63 Mio. Geräte. Den Zuwachs führt die European Heat Pump Association (EHPA) auf klare Förderpolitik und Steuersenkungen in den EU-Ländern zurück.


Die Wärmepumpenbranche hatte in Europa die letzten Jahre mit einem Absatzrückgang zu kämpfen. Doch jetzt kommt die Trendwende: 2025 stiegen nicht nur die Verkäufe der Wärmepumpe in Deutschland, auch in 16 europäischen Ländern stieg der Absatz um deutliche 11 Prozent. Damit liegt der Wärmepumpen-Bestand in Europa nun bei schätzungsweise 28 Mio. installierten Geräten. Die EHPA führt die positive Marktentwicklung insbesondere auf günstige politische Rahmenbedingungen zurück.
Wo Politik fördert, boomt die Wärmepumpe
In zwölf europäischen Ländern seien Förderprogramme, gesenkte Stromsteuern und klare politische Rahmenbedingungen richtungsweisend für den Erfolg der Wärmepumpe gewesen. In Belgien erreichte die Wärmepumpenbranche einen Absatzzuwachs um sieben Prozent, nachdem ein Verbot fossiler Heizungen im Neubau eingeführt und die Mehrwertsteuer von 21 auf 6 % auf Wärmepumpen bei Sanierungen abgesenkt worden war.
Im Gegensatz dazu ist in Polen und Frankreich ein Absatzrückgang zu vermelden, da hier viele Falschinformationen zur Wärmepumpen-Technologie kursierten bzw. Förderprogramme aufgrund angespannter Staatshaushalte in Gefahr gerieten.
Neuer Rekord in Deutschland – mit altem GEG
In Deutschland waren 2025 Wärmepumpen erstmals das meistverkaufte Heizgerät mit 299.000 Stück. Laut EHPA sei diese Entwicklung auf ein gestiegenes Vertrauen der Verbraucher in die Technologie zurückzuführen, nachdem die Heizungsfrage in den Vorjahren stark politisiert worden sei. Zudem zeige die steigende Wärmepumpen-Nachfrage den Wunsch der Verbraucher nach Energiesicherheit und Unabhängigkeit von preislich volatilen, fossilen Rohstoffen.
Europäische Vorgaben entscheidend
Die Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen in den europäischen Ländern beeinflusst maßgeblich die EU-Kommission zur Klima- und Gebäudepolitik. Insbesondere der „EU Electrification Action Plan“ und die “Heating and Cooling Strategy“ werden sich laut EHPA in der Marktentwicklung der nächsten Jahre niederschlagen.
Mit kluger Politik raus aus Importabhängigkeit
“Es ist eine grundlegende Erkenntnis der Politik, dass Steuern das zentrale Instrument sind, um das Kaufverhalten zu verändern. Die europäischen Länder müssen schnell handeln und die Steuern auf Wärmepumpen und Strom senken, damit diese zur wettbewerbsfähigsten Option werden. Dies muss durch eine stabile Politik konsolidiert werden. Auf diese Weise kann Europa sein Energiesystem von der gegenwärtigen Importabhängigkeit von unberechenbaren Akteuren zu einer nachhaltigen Selbstversorgung umstellen. Die Ereignisse des Wochenendes im Iran zeigen die Notwendigkeit dafür deutlicher denn je“, so Paul Kenny, Direktor der EHPA.