ZVEH kritisiert EEG-Reform und Netzpaket 2026

Die Bundeswirtschaftsministerium kapituliert vor dem Netzausbau, so der ZVEH. Der Verband lehnt die bekannt gewordenen Pläne des BMWE zur EEG-Reform sowie zum Netzpaket 2026 entschieden ab. Beides stelle einen Rückschritt für die Energiewende dar und gefährde den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien.

Strommast
Der ZVEH fordert: Die Stromnetze sollten konsequent ausgebaut werden, um die Integration Erneuerbarer Energien zu fördern. – © Si/ch

Besonders kritisch bewertet der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) die geplante Einschränkung beziehungsweise faktische Abschaffung der Förderung für Photovoltaik-Anlagen unter 25 kWp. Gerade diese kleinen Dachanlagen bilden das Rückgrat der Energiewende im Gebäudebereich. Sie ermöglichen privaten Haushalten sowie kleinen und mittleren Betrieben den Einstieg in die Eigenversorgung. Und sie tragen wesentlich zur Akzeptanz der Energiewende bei. Wird dieser Bereich aus der Förderung gedrängt, droht ein massiver Einbruch bei der Nachfrage. Das hätte unmittelbaren Folgen für das Elektrohandwerk und den Ausbau Erneuerbarer Energien insgesamt.

„Politische Kapitulation beim Netzausbau

Zugleich würden die geplanten Regelungen zum Netzanschluss eine besorgniserregende politische Kapitulation vor den bestehenden Defiziten im Netzausbau offenbaren, so der Elektro-Verband. Anstatt den dringend notwendigen Ausbau der Netzinfrastruktur konsequent zu beschleunigen, sollen künftig Netzengpässe verwaltet werden.

„Das Bekenntnis der Bundesregierung zu den Energiewendezielen droht zum reinen Lippenbekenntnis zu verkommen, denn aktuell sehen wir nur Druck auf die erneuerbaren Energien, aber keinen Plan des Energieministeriums, wie die Ziele erreicht und insbesondere die Netzengpässe zuverlässig beseitigt werden“, moniert ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser.

Wenn Netzgebiete über Jahre hinweg als „ausgelastet“ gelten und Anschlussansprüche eingeschränkt werden, wird der Ausbau erneuerbarer Energien faktisch ausgebremst. Die Verlagerung von Risiken auf Anlagenbetreiber sowie zusätzliche finanzielle Belastungen verschärfen diese Entwicklung weiter.

Energiewende braucht Planungssicherheit

Aus Sicht des ZVEH wird damit der falsche Weg eingeschlagen: Statt verlässlicher Rahmenbedingungen für Investitionen entstehen Unsicherheit und zusätzliche Hürden. Die Energiewende braucht jedoch Planungssicherheit, starke dezentrale Strukturen und einen entschlossenen Netzausbau – keine Einschränkungen für die engagierten Akteure vor Ort.

Der ZVEH fordert daher eine klare Kurskorrektur: Die Förderung kleiner Photovoltaik-Anlagen muss erhalten bleiben; der Netzausbau ist mit höchster Priorität voranzutreiben. Nur so kann die Energiewende erfolgreich, wirtschaftlich und gesellschaftlich getragen umgesetzt werden.

Die e-handwerkliche Organisation hatte schon im Februar 2026 in einem „Offenen Brief“ an die Bundesregierung gewarnt, dass der Ausbau der Netzinfrastruktur eine dringende Aufgabe sei und dass die Verschiebung solcher Lasten in die Zukunft auch den Wirtschaftsstandort Deutschland massiv beschädige.

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