ZVSHK mahnt: Politik verspricht, das Handwerk bezahlt!

Michael Hilpert, Präsident des ZVSHK.
Michael Hilpert, Präsident des ZVSHK, spricht von sondern einer Verlagerung staatlicher Verantwortung in die Betriebe. – © uniqueandwild

Bis zu 1.000 Euro Prämie klingen nach Entlastung, bedeuten für viele Betriebe aber zusätzliche Last. Der ZVSHK kritisiert die Pläne deutlich. Michael Hilpert, Präsident Zentralverband Sanitär Heizung Klima, spricht von einer Schein-Entlastung auf Kosten des Handwerks.

Die Beschlüsse des Koalitionsausschusses zur Entlastung bei den Energie- und Spritpreisen sorgen auch im SHK-Handwerk für erheblichen Unmut – und das zu Recht, so Michael Hilpert in seinem aktuellen Statement. Insbesondere die geplante steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro sei kein Instrument echter Entlastung, sondern eine Verlagerung staatlicher Verantwortung in die Betriebe.

„Was hier als schnelle Hilfe verkauft wird, bedeutet in der Praxis: Der Staat verteilt Versprechen – und die Unternehmer sollen bezahlen.“ Gerade in einer Phase, in der viele Handwerksbetriebe selbst mit steigenden Energie-, Material- und Personalkosten kämpfen, sei das ein völlig falsches Signal.

Arbeit am Limit

„Wer glaubt, Betriebe könnten ihren Beschäftigten kurzfristig zusätzliche Prämien in dieser Größenordnung auszahlen, verkennt die wirtschaftliche Realität im Handwerk. Viele unserer Unternehmen arbeiten am Limit, sichern Arbeitsplätze und Ausbildung – und sollen nun zusätzlich als verlängerter Arm staatlicher Entlastungspolitik fungieren. Das ist weder fair noch verantwortungsvoll“, mahnt Hilpert.

Wirtschaftlicher Schaden plus Vertrauensverlust

Hinzu komme: Solche Maßnahmen lösten kein einziges strukturelles Problem. „Was wir brauchen, sind nachhaltige Entlastungen – bei Energiepreisen, bei Abgaben und bei bürokratischen Belastungen. Nur so schaffen wir die notwendige Planungssicherheit für Investitionen und Beschäftigung.“ Das SHK-Handwerk sei bereit, seinen Beitrag zu leisten – gerade auch im Kontext der Energiewende, so der ZVSHK-Präsident weiter. Aber dieses Miteinander funktioniere nur, wenn die Politik ihre Aufgaben selbst erfülle und nicht versuche, Probleme auf die Betriebe abzuwälzen.

„So wie es jetzt läuft, entsteht der Eindruck, dass hier ausgetestet wird, wie weit man gehen kann. Das ist gefährlich. Denn wer dauerhaft die Leistungsfähigkeit und Belastungsgrenzen des Mittelstands ignoriert, riskiert nicht nur wirtschaftlichen Schaden, sondern auch weiteren Vertrauensverlust“, kritisiert der Hilpert.

„Wir brauchen keine Symbolpolitik. Wir brauchen verlässliche, faire und wirtschaftlich tragfähige Lösungen.“

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