Ein gutes Jahr nach der Übernahme durch den US-Konzern Carrier spricht Dr. Conrad Wiedeler, seit 2025 Geschäftsführer der Viessmann Deutschland GmbH, im Interview mit der Si-Redaktion über die Herausforderungen der Wärmewende, die Integration in den Weltkonzern und die Zukunft des traditionsreichen Unternehmens aus Allendorf.
Si: Seit 2025 sind Sie Geschäftsführer Deutschland bei Viessmann. Sie sind aber schon länger im Unternehmen. Was macht Viessmann als Arbeitgeber für Sie attraktiv?
Dr. Conrad Wiedeler: Seit 2021 bin ich bei Viessmann Climate Solutions und auch wenn ich noch als „frisch“ gelte, waren es viereinhalb unglaublich intensive Jahre. Viessmann ist für mich ein herausragender Arbeitgeber, vor allem wegen des familiären Umfelds. Die Menschen hier motivieren mich jeden Morgen, ins Büro zu kommen, um gemeinsam Großes zu schaffen. Das ist für mich der entscheidende Punkt.
Si: Und gibt es noch einen zweiten Punkt, warum Sie gerne bei Viessmann sind?
Wiedeler: Viessmann Climate Solutions war schon immer führend in der Heiztechnik. Die Partnerschaft mit Carrier eröffnet uns nun aufregende neue Möglichkeiten und globale Wachstumschancen im Bereich Heizen, Lüften, Kühlen sowie intelligenter Energie- und Klimalösungen. Wir freuen uns darauf, diese Zukunft aktiv mitzugestalten und neue Innovationen für unsere Kunden zu entwickeln.
Si: Diese Freude merkt man auch Ihnen an. Wenn wir beim Thema „gestalten“ sind: Sie teilen sich die Geschäftsführung bei Viessmann Deutschland mit Dr. Frank Voßloh und Dr. Christian Schwabe. Wie gestalten Sie die Aufgaben?
Wiedeler: Die Aufteilung zwischen mir und Dr. Frank Voßloh kann erst einmal in strategische und operative Leitung unterteilt werden. Wir bringen dabei die Stärken zweier Generationen ein. Wir kooperieren eng und ergänzen uns durch unsere unterschiedlichen Perspektiven in hervorragender Weise. Es gleicht nahezu einem Wettlauf zwischen Hase und Igel: Wir sind in der Lage, gleichzeitig an verschiedenen Orten für die Viessmann Deutschland GmbH tätig zu sein und uns anschließend abzustimmen, um die nächsten Schritte zu planen. Dr. Christian Schwabe, unser General Counsel, ist ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung und berät uns in allen juristischen Fragen.
Si: Das ist beinahe so wie bei uns in der Si-Redaktion. Wir sind oft bei verschiedenen Terminen vor Ort und tauschen uns dann im Nachgang aus.
Wiedeler: Und wir ergänzen uns hervorragend: Frank Voßloh bringt unschätzbare Erfahrung, ein umfangreiches Netzwerk, tiefgreifendes Wissen, Instinkt und Know-how mit – die Kraft von zwei Generationen, wie bereits erwähnt. Ich wiederum kann neue Themen einbringen und konzentriere mich auf die strategische Ausrichtung, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Schwerpunkte.
Si: Diese gegenseitige Ergänzung ist sicher wichtig. Denn seit über einem Jahr, beziehungsweise, wie wir bei der Begrüßung vorher festgestellt haben, bald schon seit zwei Jahren ist Viessmann ein Teil von Carrier: Welche Veränderungen gab es bisher? Welche sind vielleicht auch zu erwarten?
Wiedeler: Tatsächlich durfte ich die Carrier-Integration von Anfang an auf Projektseite mitgestalten, bevor ich meine aktuellen Aufgaben übernahm. Es ist unglaublich spannend zu sehen, wie eine solche Integration abläuft: Zwei Unternehmen, die bisher wenig Berührungspunkte hatten, finden zusammen.
Der menschliche Aspekt dabei ist faszinierend – aus anfänglicher Vorsicht entsteht schnell eine gemeinsame Vision.
Dabei erkennen wir, dass wir gar nicht so unterschiedlich sind. Ich erzähle gerne die Anekdote, wie Carrier die Sixtinische Kapelle klimatechnisch so ausgestattet hat, dass sie für Besucher geöffnet bleiben kann – ein echtes Meisterwerk der Ingenieurskunst.

Dieses berühmte Beispiel nutze ich auch, um meinen Kolleginnen und Kollegen zu zeigen: „Schaut mal, das sind wie wir im besten Sinne Klima-Enthusiasten und Technologie-Pioniere.“ Carrier ist kein reiner Finanzinvestor, sondern ein Unternehmen voller Ingenieure und Vertriebsmitarbeiter, die mit Leidenschaft an den Produkten arbeiten.
In unserer neuen Konstellation können wir gemeinsam überlegen, wie wir marktführende Klima- und Energielösungen erfolgreich auf den Weg bringen können. Der Vorteil ist dabei klar: Zusammen sind wir deutlich schlagkräftiger als zuvor. In Europa haben wir 2024 rund fünf Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt. Weltweit erzielte Carrier einen Umsatz von über 20 Milliarden US-Dollar – gemeinsam mit Viessmann und seinen anderen Aktivitäten.
Carrier hat sich voll und ganz dem Thema intelligente Energie- und Klimalösungen verschrieben. Das bedeutet, in einem starken, großen Unternehmen mit viel Umsatz und vielen engagierten Mitarbeitern arbeiten alle auf dasselbe große Ziel hin. Das macht mich für die Zukunft unglaublich optimistisch. Mit dem geballten Know-how von Carrier und Viessmann werden so viele Innovationen und Fortschritte entstehen, dass davon unsere Fachpartner und die Endkunden immens profitieren werden. Das erfüllt mich mit großer Begeisterung.
Si: Sie sind also überzeugt. Und wie nehmen Ihre Partner, die Viessmann-Partner, die ersten Änderungen wahr? Sind diese auch so begeistert?
Wiedeler: Direkt nach der Ankündigung der Übernahme durch Carrier stellte sich die Frage: Was passiert in Allendorf? Sind wir noch Viessmann?
Rückblickend zeigt sich: Meine Ansprechpartner sind dieselben geblieben. Wir können nun ein erweitertes Produktportfolio präsentieren, wie die ISH eindrucksvoll zeigte, inklusive neuer Luft-/Luft-Wärmepumpen von Carrier und kaskadierbaren Propan-Wärmepumpen bis 560 Kilowatt.
Auch wenn sich intern Dinge verändern, zählt für unsere Fachpartner die Kontinuität der Ansprechpartner und das passende Produktprogramm. Ich bin überzeugt, dass unsere Initiativen, wie die Service-Offensive, durch Carrier positiv unterstützt und weiter vorangetrieben werden – das ist ein klarer Mehrwert für unsere Partner. Und die Erreichbarkeit unserer Kundendienst-Hotline ist nicht trotz, sondern dank Carrier verbessert worden. Hier herrscht ein tiefes Verständnis dafür, dass zufriedene Fachpartner die Basis für Geschäftserfolg sind.
Si: Um zufriedenen Fachpartnern weiterhin neue Produkte bieten zu können, ist die Forschung wichtig. Ein wichtiges Herzstück von Viessmann ist das Forschungs- und Entwicklungszentrum hier in Allendorf: Aber wird hier nach wie vor die Entwicklung von Viessmann vorangetrieben? Oder Ist das schon Entwicklung für Carrier?
Wiedeler: Tatsächlich verschwimmen da die Grenzen ein bisschen. Aber im Schwerpunkt ist es nach wie vor Viessmann-Entwicklung. Dazu muss man allerdings auch wissen, dass unser CTO Dr. Markus Klausner aus der bisherigen Viessmann-Welt mittlerweile weltweit bei Carrier für alle Engineering-Themen verantwortlich ist. Carrier hatte ja auch aufgrund des vorhandenen Know-hows ein großes Interesse an Viessmann. Wenn wir aber heute Produkte für die Zukunft entwickeln, dann betrachten wir auch Synergien. Es gibt Lösungen, die man weltweit nur einmal entwickeln muss. Unser Energie-Management- System ist dafür ein Beispiel. Geht es aber um regional unterschiedliche Lösungen ist nach wie vor Allendorf das Herz für die Entwicklungen in Europa. Allerdings immer mehr aus einer globalen Sicht heraus.
Si: Werfen wir einen Blick in die Zusammenarbeit mit dem Fachhandwerk: Wie haben sich Ihre Schulungsangebote entwickelt?
Wiedeler: Wir haben uns in den Corona-Jahren 2020 und 2021 intensiv damit auseinandergesetzt, welche zukünftigen Schulungsbedarfe es gibt. Diese liegen vorrangig im Bereich der Wärmepumpe und im System. Daher haben wir die Schulungen sukzessive weiter ausgebaut, auch in Richtung Systemschulungen.
Die Grundlagen der Wärmepumpe, deren Funktion, Auslegung und Einbau, sind in unserem sehr kompetenten Fachhandwerkerkreis gut etabliert. Nun geht es um das nächste Kapitel: die systemische Vernetzung. Zudem wird das Thema Kühlung immer interessanter. Besonders hervorzuheben ist das stark wachsende Interesse an vertrieblichen Schulungen. Dabei gehen wir der Frage nach, wie Hersteller gemeinsam mit Fachpartnern ihr Angebot mit neuen Konzepten im aktuellen Wettbewerb optimal an den Endkunden bringen können. Vertriebsschulungen sind heute von großer Bedeutung, da sich die Welt verändert hat. Riefen Endkunden 2022 und 2023 noch direkt beim Fachbetrieb an, informieren sie sich jetzt zunehmend zuerst im Internet. Dies wurde mir auch in Gesprächen mit Fachpartnern bestätigt.
Heute geht es im Fachbetrieb darum, das Angebot so beim Endkunden zu platzieren, dass man im Wettbewerb mit anderen Betrieben übertrumpft und den Endkunden letztendlich stärker überzeugt.
Si: Geht es dann bei diesen Vertriebsschulungen mehr um die Vermittlung von Inhalten zur digitalen Beratung beim Endkunden oder um das direkte Gespräch vor Ort?

Wiedeler: Es geht um persönliche Gespräche: Wie überzeuge ich als Fachbetrieb einen Hauseigentümer, der eine Wärmepumpe mit PV und Batteriespeicher plant und bereits Angebote hat, dass Viessmann die beste Lösung für sein Projekt ist?
Si: Dazu bedarf es heute in der Tat viel Vertriebskompetenz. Vor allem wenn wir das Marktgeschehen im letzten Jahr betrachten. Denn 2024 war der Heizungsmarkt durchaus schwierig: Wie haben Sie bei Viessmann diese Herausforderungen angenommen?
Wiedeler: Das letzte Jahr war enorm intensiv, aber auch ein Erfolg, da wir uns trotz des Eigentümerwechsels zu Carrier und eines unerwarteten Marktrückgangs schnell anpassen und optimieren konnten. Besonders erfreulich ist, dass wir dabei den Blick für die langfristige Strategie nicht verloren haben. Genau diese Weitsicht wird uns in der Zusammenarbeit mit Carrier zum Erfolg führen und uns ermöglichen, zukünftige Herausforderungen gemeinsam anzugehen.
Si: Betrachten wir noch gezielt den Heizungsmarkt. Wie weit hat sich der Markt dann bei Ihnen schon in Richtung Wärmepumpe verschoben?
Wiedeler: Nun, das, was wir in den BDH-Marktstatistiken sehen, sehen wir bei uns so auch: Der Markt für die Wärmepumpe wächst sehr erfreulich in einem sehr hohen zweistelligen Prozentbereich. Und wir sehen, dass sowohl bodenstehende Kessel als auch wandhängende Geräte einen Rückgang erleben. Wir sind zugleich in einem Markt unterwegs, in dem die Wärmepumpe zum ersten Mal pari unterwegs ist. Und wir gehen
auch davon aus, dass das der künftige Weg nach vorne sein wird.
Si: Dabei war Viessmann mit einer eigenen Produktion in einer Versuchsanlage vor Ort einmal Vorreiter beim Thema Wasserstoff. Geben Sie Wasserstoff im Wärmemarkt noch eine Chance?
Wiedeler: Angesichts des Dekarbonisierungsdrucks im Gebäudesektor und der politischen Entwicklungen in den Jahren 2021 und 2022 haben wir uns strategisch für die beschleunigte Transformation hin zum elektrischen, vernetzten Heizen und damit zur Wärmepumpe entschieden. Wasserstoff ist für uns dabei nicht die absolute Hauptpriorität, weshalb wir Themen, die nicht darauf einzahlen, stark depriorisiert haben. Unser Fokus liegt daher sehr stark auf dem Themenkomplex Wärmepumpe und Hybrid-Anwendungen. Der Markt für Fernwärme ist ebenfalls wichtig, aber die Wärmepumpe beschäftigt uns weit mehr als das Thema Wasserstoff.
Si: Sie haben gerade schon einmal das Denken im System und in Systemlösungen erwähnt. Sie sind als Unternehmen bereits gut aufgestellt, das weiß ich von meinen letzten Besuchen hier in Allendorf. Welche Fortschritte erwarten Sie bei sich im Unternehmen, aber auch am Markt?
Wiedeler: Was wir stets im Blick haben, ist die kontinuierliche Weiterentwicklung und Zugänglichkeit unserer Systemlösungen. Dies schließt auch innovative Finanzierungslösungen ein, um die Investition in eine Wärmepumpe, einen Batteriespeicher, eine Photovoltaik-Anlage und eine energetische Sanierung für viele Menschen einfacher und attraktiver zu gestalten. Wir sind uns der Bedeutung der Massentauglichkeit voll bewusst
und arbeiten aktiv daran, unsere Systeme noch einfacher und offener zu gestalten.
Die Kompatibilität mit anderen Systemen am Markt ist dabei ein zentraler Fokus für die Zukunft.
Darüber hinaus denken wir Systeme nicht nur als Produkte, sondern auch als einen ganzheitlichen Weg, sie erfolgreich auf den Markt zu bringen. Wir stellen uns die Frage: Wie können wir das Fachhandwerk optimal befähigen, trainieren und begleiten, wenn es darum geht, komplette Systeme zu vertreiben, zu beraten, zu planen, zu installieren und zu warten? Wir fördern die gewerkeübergreifende Zusammenarbeit, denn ein herausragendes System entfaltet sein volles Potenzial, wenn die Fachpartner es in seiner Gänze beherrschen. Es gibt bereits viele herausragende Betriebe, die erfolgreich Systemlösungen anbieten. Für die noch recht vielen Betriebe, die sich in diesem Bereich weiterentwickeln möchten, bieten wir umfassende Unterstützung und Antworten, wie sie gewerkeübergreifende Systeme erfolgreich etablieren können. Dies stärkt das Fachhandwerk und eröffnet neue Geschäftschancen.
Si: Welche Fähigkeiten und Kompetenzen muss ein Handwerker beherrschen, um künftig ein modernes, smartes Gebäude so wärmemäßig zu versorgen, dass der Kunde rundum zufrieden ist?
Wiedeler: Der entscheidende erste Schritt liegt in einer zukunftsweisenden Geisteshaltung! Wer das Thema System und Systemlösung für Endkunden als riesige Chance begreift undsich als Handwerksbetrieb voller Begeisterung damit auseinandinandersetzt, wird den Markt erobern! Es ist an der Zeit für einen Wandel!
Während manche noch die Skepsis von gestern pflegen und glauben, der Wärmepumpen-Hype sei vorbei, erlebe ich tagtäglich das genaue Gegenteil! Ich sehe Fachpartner, die vor Anfragen kaum wissen, wo ihnen der Kopf steht und sogar Aufträge ablehnen müssen, weil der Andrang so enorm ist! Das sind SHK-Betriebe, die den Endkunden und seine Bedürfnisse ins Zentrum stellen und ein Angebot aus einem Guss schnüren. Sie haben den Elektromeister fest im Team, ja, manche nutzen sogar schon modernste KI-Tools wie ChatGPT 5 in ihrer Handwerkersoftware – das ist schlichtweg beeindruckend und zeigt, welch unglaubliches Potenzial hier schlummert! Es geht darum, mit Leidenschaft ganz vorne dabei zu sein und die Zukunft aktiv mitzugestalten!
Und wir als Hersteller? Wir stehen unseren Fachpartnern mit einem unwiderstehlichen Angebot zur Seite und machen es ihnen noch leichter, diese fantastische Entwicklung mitzugehen! Hier kommt die Viessmann Akademie ins Spiel – mit Schulungen, die unsere Fachpartner nicht nur begleiten, sondern sie an die Hand nehmen und mit unserem Know-how beflügeln. Wir haben ein System entwickelt, das in sich komplett funktioniert und unseren Partnern alle Sorgen um die komplexe Verschaltung abnimmt. Viessmann hat ein System geschaffen, das einfach begeistert und den Weg für den Erfolg unserer Fachpartner ebnet!

Si: Den gesamtheitlichen Blick auf eine Herausforderung wünscht man sich auch von politischer Seite. Wie herausfordernd war die Lage unter der Ampel-Regierung?
Wiedeler: Zur Zeit der Ampelkoalition war es ein regelrechter Achterbahntrip. Zwar war unsere Branche so präsent wie nie zuvor, doch vom Morgenmagazin bis zum Heute Journal konnte sich an einem Tag alles komplett ändern. Diese Unsicherheit in der Kommunikation, im Ausblick darauf, worauf man sich verlassen kann, was man als Hersteller, als Heizungs- und Sanitärfachbetrieb, aber auch als Endkunde planen und entscheiden sollte: Das ist damals maximal unglücklich verlaufen.
Si: Und hat sich durch die neue Regierung, die inzwischen ja auch immerhin schon über 100 Tage im Amt ist, etwas geändert?
Wiedeler: Mit der neuen Regierung ist es bisher deutlich ruhiger. Die Themen, wie eine Kürzung der Wärmepumpenförderung, ploppen zwar vereinzelt in den Schlagzeilen auf, aber in Summe wurde der Prozess nicht mehr angepackt. Auch das GEG wurde bisher nicht mehr angepackt. Es gibt einmal eine Phase der Stabilität. Wenn wir uns die Wärmepumpe angucken, läuft auch sie im Vergleich zum Vorjahr sehr, sehr gut. Ich hoffe einfach, dass mit allem, was jetzt noch von politischer Seite angekündigt wird, man sich nicht nochmal in die Irrungen und Wirrungen der Ampeljahre vergräbt.
Si: Gehen wir mal davon aus, es gibt keine großen Veränderungen. Wie schätzen Sie das restliche Jahr ein. Vielleicht können Sie auch schon einen Ausblick aufs nächste Jahr, also auf 2026, aus wirtschaftlicher Sicht geben! Wo könnte es hingehen?
Wiedeler: Grundsätzlich sehen wir den Trend, den jetzt das Jahr bisher genommen hat und der in den öffentlichen BDH-Statistiken enthalten ist. Dabei gilt der Beipackzettel, den wir alle, die wir in der Branche unterwegs sind, kennen und nicht unbedingt lieben. Das gilt nur je nachdem, was halt politisch noch so alles passiert.
Si: Politik und BDH! Da fällt mir noch eine Frage ein: Am 14. und 15. Oktober findet die Deutsche Wärmekonferenz in Berlin statt. Da ist auch politische Prominenz zu erwarten. Was erwarten Sie von dieser Konferenz?
Wiedeler: Erstklassig! Die Konferenz ist ein wahrer Höhepunkt des Branchenaustauschs. Es ist einfach unverzichtbar, dass wir uns sehen und in Kontakt bleiben, um die gemeinsamen Herausforderungen zu meistern und unglaubliche Lösungschancen zu ergreifen. Die Präsenz hochrangiger Politiker bietet eine fantastische Gelegenheit für einen direkten Dialog, der so viel effektiver ist als öffentliche Debatten in den Medien. Darauf freue ich mich riesig! Und dann ist da noch das erste Aufeinandertreffen mit der neuen Regierungskonstellation – ich bin schon gespannt, welche sensationellen Schlagzeilen danach die Runde machen werden!
Si: Noch eine letzte Frage: Wo sehen Sie, sollten die politischen Rahmenbedingungen passen, dann Viessmann in fünf bis zehn
Jahren?
Wiedeler: Ich sehe Viessmann als unangefochtenen Marktführer, der in jedem Bereich expandiert – vom gemütlichen Einfamilienhaus über das lebendige Mehrfamilienhaus bis hin zu den riesigen industriellen Anlagen. Und warum bin ich so überzeugt? Weil unsere Partnerschaft mit Carrier einen globalen Giganten geschaffen hat, der sich mit leidenschaftlicher Intensität auf intelligente Energie- und Klimalösungen für jede erdenkliche Anwendung konzentriert. Das ist eine Zukunft, auf die wir uns alle von Herzen freuen dürfen, und ich bin überglücklich, diesen Film nicht nur mitverfolgen, sondern auch aktiv mitgestalten zu dürfen!
Si: Wir sind gespannt und bleiben neugierig, Herr Dr. Wiedeler, und vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview ist in der Si 10/2025 erschienen.
