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40. Uponor Kongress am Arlberg

Rund 200 Teilnehmer haben beim Jubiläums-Kongress gemeinsam den Blick auf die Zukunftsthemen der TGA-Branche geworfen.

Der Uponor-Kongress ist eine Institution in der TGA-Branche. Die Veranstalter haben bei der 40. Jubiläumsveranstaltung vom 18. bis 23. März 2018 im arlberg1800 Resort in St. Christoph am Arlberg (Tirol) aber nicht nur zurückgeblickt, sondern vor allem den Blick für die Zukunftsthemen der Branche geschärft. Namhafte Referenten haben dabei in ihren Vorträgen zukunftsweisende Impulse zur integralen Planung, Digitalisierung, Trinkwasserhygiene und Lüftungstechnik gegeben, die von den rund 200 Experten und Entscheidern aus der TGA-Branche, der Bau- und Immobilienwirtschaft aufgenommen und auf hohem fachlichen Niveau diskutiert wurden.

Doppeljubiläum bei Uponor

Gleich zwei Jubiläen gab es in diesem Jahr für die Teilnehmer zu feiern: 40 Jahre Uponor Kongress und 100 Jahre Uponor. „Das kurze Schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen soll aber lediglich eine kleine Kurve auf die aus unserer Sicht viel wichtigere Perspektive sein, nämlich die Konzentration auf die Zukunft, so Heinz-Werner Schmidt, Uponor Kongressleiter und Vice President Sales & Marketing D-A-CH, bei der Kongresseröffnung. „Der gemeinsame Blick voraus, gepaart mit konsequenter Wissenserweiterung, ist die Basis für konstanten Erfolg“

Grenzen überwinden

„Rückblick. Ausblick. Durchblick.“ Diese Überschrift war die Klammer der fünf Kongresstage, beschrieb aber gleich auch treffend den Impulsvortrag von Joey Kelly. No Limits: vom gefeierten Musikstar zum Extremsportler und gefragten Motivationstrainer. Seine Botschaft: mit absoluter Disziplin und viel Ehrgeiz zukunftsorientiert neue Ziele setzen ­– und dann auch erreichen. Die Grenzen seien nur im eigenen Kopf und diese gelte es einzureißen.

Energieeffizientes Bauen

Nicht grenzenlose, aber dennoch viele (noch) nicht genutzte Energieressourcen in Gebäuden beschrieb Univ. Prof. Dr.-Ing. M. Norbert Fisch in seiner Key-Note „Gebäude und Quartiere im Wandel der Zeit ­– Innovative Technologien für Morgen“. Die Dezentralisierung der Energieversorgung sowie die Koppelung von Gebäuden und nicht zuletzt die Mobilität stellen neue Herausforderungen an das Bauen. Das Gebäude werde im Smart Grid Kraftwerk und Tankstelle zugleich. Der Universitätsprofessor an der TU Braunschweig und CEO von EGSplan Ingenieurgesellschaft formulierte das Gestaltungsmotto der Zukunft als: „form follows energy.“ Nur mit einer integralen Planung gelinge es, klimaneutrale Gebäude und Quartiere zu entwickeln, die Energieeffizienz mit einem hohen Nutzerkomfort verbinden könnten.

Digitalisierung als Chance

Ein wesentlicher Baustein dafür ist die Digitalisierung von Gebäuden und der Technischen Gebäudeausrüstung. Mit zwei Fachvorträgen und vier ergänzenden Seminaren unterstrichen die Veranstalter die zukunftsweisende Bedeutung für die Baubranche.

Christoph Deggendorfer, Geschäftsführer SIDE – Studio for Information Design GmbH, München, präsentierte BIM-Pilotprojekte im Vergleich. Nach einer kurzen Einführung zur richtigen Herangehensweise an ein BIM-Projekt wurden unterschiedliche Herausforderungen und Lösungsansätze anhand von Projekten aus der Praxis gezeigt. Dabei ging er vor allem auf die Zusammenarbeit im Projektteam als Erfolgsfaktor ein. Die Digitalisierung biete durch Automatisierung und Optimierung der Planungs-, Errichtungs- und Betriebsprozesse die Möglichkeit zur Effizienzsteigerung, allerdings bedürfe es einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Prozesse, um die Potenziale voll zu nutzen.

BIM als neue Herausforderung

Dies bestätigte auch Robert Wojciechowski, BIM Consultant der Vrame Consult GmbH, Berlin. Änderungen müssten auch in einem stark digitalisierten Prozess als Planungsverbesserung gelten. Dazu müsse ein starkes projektspezifisches Änderungsmanagement aufgesetzt werden. Er zeigte in seinem Vortrag, welche Anforderungen seitens der Bauherren, Betreiber und Investoren an BIM gestellt werden und gab einen umfassenden Einblick in seine Erfahrungen mit BIM-basierter Projektabwicklung aus nationalen und internationalen Projekten.

Mit welchen Randbedingungen und Planungsgrundsätzen diese Anforderungen vom Fachplaner umgesetzt werden können, erläuterte Prof. Dr.-Ing. Michael Günther, Referent der Uponor Academy, anhand von Beispielen aus dem Wohnungs- und Nichtwohnungsbau. „Zwischen BIM und SIM – vom Gebäude-Energie-Konzept zur Lösung im Detail“, so der Titel seines Ergänzungsseminars. Wie Uponor seine Kunden bei der Arbeit unterstützt, sprich die „BIMifizierung und BIMplementierung“ der Geschäfts- und Servicemodelle, skizzierte Holmer Deecke, Director International Project Business bei Uponor. Günther Ohland, Vorsitzender der SmartHome Initiative Deutschland e. V., Berlin, beschrieb, wie und warum Smart-Home-Systeme zum Standard in der Gebäudeausstattung werden. Und Dr. Jörg L. Bodden, Rechtsanwalt bei Kapelmann und Partner Rechtsanwälte mbH, Düsseldorf, ergänzte das Thema Digitalisierung um die rechtlichen Aspekte von Vertragsmodellen beim Einsatz von BIM in Hinblick auf Honorar, Haftung und Vergabe.

Energieeffizienz trifft Trinkwasserhygiene

Das vermeintliche Spannungsfeld von Energieeffizienz und Trinkwasserhygiene wurde in drei Fachvorträgen und einer begleitenden Produktausstellung intensiv aufbereitet und erörtert.

Prof. Dr.-Ing. Michael Günther, Referent der Uponor Academy, unterstrich in seinem einführenden Vortrag, dass bei der Planung stets die Hygiene und damit die Gesundheit des Menschen Vorrang vor der Energieeffizienz hätten. In diesem Zusammenhang erlange der bestimmungsgemäße Betrieb der Trinkwasserinstallation besondere Bedeutung, wobei die Temperaturen des Kalt- und Warmwassers und die Gleichzeitigkeit der Entnahme wesentliche Beurteilungskriterien darstellen. Er zeigte anschaulich auf, dass dezentrale Trinkwassererwärmungen und Wohnungsstationen dabei eine hygienesichere und gleichzeitig energieeffiziente Lösung seien.

Arnd Bürschgens, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Trinkwasserhygiene, betonte, dass auch bei dezentralen Lösungen darauf zu achten sei, dass die Trinkwassertemperaturen beim Austritt aus dem Erwärmer mindestens 50 °C betragen und durch eine hinreichende Dämmung vermieden werden müsse, dass sich die Kaltwasserleitung erwärme. Er ging in seinem Vortrag auf mikrobiologische Risiken durch unzureichende Temperaturhaltung im Warm- und Kaltwasser ein und gab wertvolle Hinweise zur Probenentnahme und Temperaturmessung.

Neue EU-Norm

Welche Vorteile und Möglichkeiten zur genaueren Auslegung von Trinkwassererwärmungsanlagen unterschiedlicher Nutzungsarten die neue europäische Norm EN 12831-3 gegenüber der bisherigen DIN 4708 bietet, beschrieb Prof. Dr.-Ing. Boris Kruppa von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) Gießen in seinem Vortrag. Am Beispiel eines Mehrfamilienhauses erläuterte er die Dimensionierung anhand der beiden Berechnungsverfahren und verglich diese auch hinsichtlich des Energiebedarfs und des Hygienepotentials der Anlagen.

Heizen und Lüften – Lösungsansätze für einen Wachstumsmarkt

Die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung und Europas bedingen die Forderung nach einer dichten und energieeffizienten Bauweise, die den Einsatz aktiver Lüftungssysteme nach sich zieht. Zusammen mit dem Mitsponsor des Kongresses und neuen Kooperationspartner Pluggit widmete Uponor diesem noch jungen, aber stark wachsenden Marktsegment in der Haustechnik deshalb erstmals einen eigenen Kongresstag.

Prof. Dr. Ing. Klaus Fitzner, Geschäftsführer der Klimakonzept Ingenieurgesellschaft b. R., Berlin, führte mit seinem Fachvortrag in die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft ein. Die Digitalisierung schaffe die Voraussetzungen, um den personenbezogenen Mindestvolumenstrom exakt zu ermitteln und damit die Luftqualität zu optimieren. Die Ideen und Anforderungen der DIN 1946-6 als einschlägige Norm für die Auswahl und Auslegung von Lüftungssystemen für Wohnungen stellte Prof. Dr. Thomas Hartmann vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung, Dresden , anschaulich dar. Er beschrieb das Spannungsfeld zwischen den gestiegenen Anforderungen an die Energieeffizienz und der Herausforderung, lüftungsrelevante Schäden durch Schimmelpilze zu vermeiden. Zudem wurde im Rahmen des Vortrags der Ende 2017 vorgelegte Neuentwurf der Norm diskutiert und die wesentlichen Neuerungen beleuchtet.

Zukunftsträchtige Gebäudetechnik

Dass Heizen und Lüften kein Widerspruch mehr ist, führte Uwe Schumann, Referent der Academy der Pluggit GmbH, in seinem Fachvortrag aus. Das neue, gemeinsam entwickelte System Uponor Comfort Air kombiniere die Vorteile von Flächentemperierung und kontrollierter Wohnraumlüftung und ermögliche ein zugfreies sowie geräuschloses Heizen, Kühlen und Lüften mit sehr hoher Behaglichkeit. Zudem ging der Lüftungsspezialist auf die wichtigsten Fragen zum Thema Wohnraumlüftung ein und erläuterte von A wie Anforderungen nach EnEV und EEWärmeG bis Z wie zentrale Zu- und Abluftsystem die gesetzlichen sowie normativen Rahmenbedingungen. Dabei ging er auch auf die derzeitige Fördersituation zu den aktuellen technischen Lösungswegen ein.

www.uponor.de

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