Beim Unternehmensbesuch in der politischen Sommerpause traf der FDP-Bundestagsabgeordnete Konrad Stockmeier auf Thomas Kübler, Geschäftsführer der Kübler GmbH – Energiesparende Hallenheizungen. Sie sprachen über die Wärmewende in der Industrie, klimafreundliche Hallenheizungen und das neue Heizungsgesetz.


Konrad Stockmeier ist Mitglied im Bundestagsausschuss für Klimaschutz und Energie und Berichterstatter seiner Fraktion für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – Heizungsgesetz. Er war an den Verhandlungen zum GEG beteiligt, kennt sich aus damit. Der Ludwigshafener Unternehmer Thomas Kübler setzt sich seit Monaten mit seiner Expertise als Spezialist für Großraumheizungen für eine stärkere Berücksichtigung gewerblich und industriell genutzter Hallengebäude im GEG ein.
15 % am gesamten Gebäude-Energieverbrauch fällt auf Hallenheizung
Die Kübler GmbH produziert seit über 30 Jahren Infrarot-Hallenheizungssysteme. Der jüngste Beitrag des Unternehmens zur Wärmewende in Hallengebäuden ist die Multi-Energie-IR-Heizung Futura, die u. a. H2-ready ist. Geschäftsführer Thomas Kübler kennt sich also aus, wenn er über die Beheizung von Hallen spricht. In der politischen und öffentlichen Wahrnehmung ist dieses Gebäudesegment aus seiner Sicht immer noch zu wenig präsent. Zu gefühlten 99,9 % ginge es um den Geschossbau, sagt Kübler. Dabei fielen für gewerblich und industriell genutzte Hallengebäude nicht weniger als rund 15 % des gebäuderelevanten Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland an, mit einem entsprechenden Anteil an Treibhausgasemissionen.
Wärmepumpe vs. Infrarot-Hallenheizung
„Gebäudegiganten wie Gewerbe- und Industriehallen stellen spezifische heiztechnische Anforderungen. Die Wärmepumpe kann hier nur wenig punkten“, sagt Kübler. Selbst in puncto Energieeffizienz stünden Wärmepumpen nicht besser da, als moderne Infrarotheizungs-Technologie. Alleine schon, weil ein wichtiger Punkt in der Berechnung übersehen wird: Wärmepumpen sind reine Wärmeerzeuger. Zur Übertragung der Wärme in den Raum benötigen sie zusätzliche Technik, z. B. Fußbodenheizungen oder Warmluftgebläse. Beides ist in Hallen aus mehrfachen Gründen kaum funktional und wenig sinnvoll. Und erst recht nicht wirtschaftlich. Aber genau das braucht es, um die Energiewende in Deutschland erfolgreich zu machen.
„Für Hallen braucht man andere Lösungen als für Wohnungen“
Dazu sagt Stockmeier: „Für die FDP ist beim klimaneutralen Heizen Technologievielfalt äußerst wichtig. Denn für Hallen braucht man andere Lösungen als für Wohnungen. Das gilt für Bestandsgebäude. Und das gilt für den Neubaubereich. Gerade hier brauchen wir ein breites Angebot an Technologien, weil z. B. Wärmepumpen möglicherweise nicht die kostengünstigste Lösung sind. Andere Technologien können hier energieeffizienter sein.“
Wie geht es weiter mit dem Heizungsgesetz?
Bei der Frage, wie es jetzt mit dem Heizungsgesetz weiterginge, hat Thomas Kübler einen Wunsch an die Politik offen. Aus seiner Sicht gibt es noch Optimierungsbedarf im Bereich Neubau, weil hier auf eine veraltete Norm referenziert wird, die den wichtigen Beitrag hochmoderner und innovativer Hallenheizungs-Technologie zur Klimaneutralität nicht abbilden kann. Dennoch wird das Gebäudeenergiegesetz nach den Planungen der Ampelkoalition in der ersten Sitzungswoche nach der Sommerpause im erarbeiteten Kompromiss durch den Bundestag gehen.
Konrad Stockmeier sagt dazu: „“Ein gutes Gesamtpaket fürs klimaneutrale Heizen bekommen wir mit der Kombination aus Gebäudeenergiegesetz und kommunaler Wärmeplanung. Dieses Gesamtpaket schafft Planungs- und Investitionssicherheit für Privathaushalte, Betriebe und auch für die Träger öffentlicher Einrichtungen“.
EU-Politik und Technologieoffenheit
Wie die Entwicklung auf europäischer Ebene weitergehen wird, will man bei Kübler wissen. Dazu Konrad Stockmeier: „Wir sind in Sachen Ökodesign-Richtlinie sehr, sehr wachsam. Wir sind strikt dagegen, dass jetzt von Brüssel Regelungen in die Mitgliedstaaten kommen, die die Technologievielfalt einschränken. Wir wollen Technologievielfalt beim Heizen in Deutschland und in der ganzen Europäischen Union. Die Heizung muss zum Gebäude passen und nicht umgekehrt. Damit machen wir uns auch für Exportchancen innovativer deutscher Hersteller stark – gerade aus dem Mittelstand.“