Die österreichische Technologieplattform Photovoltaik begrüßt den Bonus auf europäische Produkte im Bereich der PV-Komponenten. Die Wiener Regierung hat sich am 6. Juni dafür entschieden, einen Made-in-EU-Bonus einzuführen. In Deutschland ist der „Resilienzbonus“ im Solarpaket I gescheitert.

Der Verein Technologieplattform Photovoltaik Austria (TPPV) ist eine gemeinsame Initiative der österreichischen PV-Industrie und PV-Forschung. In den nun geplanten EU-Bonus sieht der Verein einen ersten wichtigen Meilenstein. Er positioniere Österreich neben Italien als einen europäischer Vorreiter bei der Förderung des Ausbaus einer europäischen Photovoltaik-Industrie.
Österreich will den Made-in-Europe-Bonus bei den Investitionsförderungen über das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) regeln. Das EAG ist Österreichs Gesetz für die Energiewende. Es gibt den Weg zu 100 % Ökostrom im Jahr 2030 vor. Der Bonus sei notwendig, weil aktuell billige Importe von PV-Komponenten, vor allem aus asiatischen Ländern, die europäische Produzenten unter Druck setzen.
Made-in Europe-Bonus
Durch eine Anpassung im EAG und der zugehörigen Verordnung bekommen Förderantragstellende die Möglichkeit ein Top-Up auf ihre Investitionsförderung zu erhalten, wenn sie einen Mindestanteil an europäischen Komponenten in ihrer Photovoltaik-Anlage nutzen. Der Bonus wird, abhängig davon wie viele europäische Komponenten genutzt werden, bis zu 20 % der Förderung betragen. Der Antrag darauf im EAG muss das Parlament noch mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen.
Energiesouveränität Europas ist unantastbar
Dem TPPV ist es wichtig, die europäische Souveränität in der gesamten Wertschöpfungskette der Photovoltaik sicherzustellen. Chinesische Produkte im Bereich der PV-Komponenten haben aufgrund ihrer Kostenstrukturen wesentlich dazu beigetragen, den PV-Ausbau in Europa, und auch speziell in Österreich, voranzutreiben. Die derzeitige, überaus heterogene Kostenstruktur spiegele aber auch die unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen sowie die nicht vergleichbaren ökologischen, sozialen und ethnischen Standards dieser beiden Weltregionen wider.
Österreichische PV-Branche international im Spitzenfeld
Österreich hat im Bereich der Produktion von PV-Komponenten einige ausgezeichnete Unternehmen. Sie stellen Teilkomponenten für photovoltaische Module, Wechselrichter und weitere systemische Komponenten her oder sind Produzenten von Standard- und Sondermodulen, Unterkonstruktionen sowie diversen anderen Komponenten rund um photovoltaische Systeme. Darüber hinaus ist die heimische Photovoltaikforschungsszene international ausgezeichnet positioniert.
Link zur Photovoltaik Industrie und Forschung in Österreich (PDF).