Wärmepumpen-Hochlauf braucht mehr Beratung

Obwohl die KfW-Förderung für den Heizungstausch läuft – für Einfamilienhausbesitzer und seit Kurzem auch für Mehrfamilienhausbesitzer und Eigentümergemeinschaften – bleibt der einst ausgerufene Wärmepumpen-Hochlauf aus. Laut dem Energieberatendenverband GIH liegt dies an mangelnder Aufklärung und Falschinformationen.

Wegweiser vor blauem Himmel mit den Schildern: Wärmepumpe, Photovoltaik Pelletheizung, Beratung und Gas/Öl (durchgestrichen)
Nach Ansicht des GIH kann Energieberatung die Nachfrage nach Wärmepumpen steigern. – © Adobe Stock/hkama

„Obwohl Wärmepumpen in vielen Anwendungssituationen die beste, klimafreundlichste und mittelfristig kostengünstigste Lösung sind, legen die Verbraucher:innen eine große Zurückhaltung an den Tag. In unserer Beratungspraxis stellen wir immer wieder fest, dass Hausbesitzende oft unterinformiert sind oder gar Falschinformationen aufsitzen“, so der GIH-Bundesvorsitzende Stefan Bolln. Eine Rolle spiele es auch so Bolln, dass vielen Bürgern die Fördermöglichkeiten schlichtweg nicht bekannt seien.

Informationskampagne und mehr Förderung für Wärmepumpen-Hochlauf

Aus Sicht des GIH sei es daher notwendig, eine Informationskampagne aufzulegen, die die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile von Wärmepumpen sachlich hervorhebt. Die zugehörige Förderung müsse besser bekannt gemacht werden.

„Aber auch an die Förderung selbst sollte nochmal Hand angelegt werden: Vor allem ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) endlich vollständig umzusetzen, indem die Fachplanung und Baubegleitung beim Heizungstausch gefördert werden. Dies lässt viele Kunden abwarten, da sie versprochen wurde“, so Bolln. Ebenso sei es sinnvoll, den iSFP-Beratungsbonus auch auf den Heizungstausch anzuwenden. So würden Kunden über Effizienzmaßnahmen informiert und Häuser energetisch fit gemacht, die noch nicht bereit für die Wärmepumpe sind. Auswertungen zeigen, dass die Investitionen bei vorheriger Beratung deutlich ansteigen.

Persönlicher Kontakt ist entscheidend

Der GIH meint, dass eine Informationskampagne zwar hilfreich sei und Aufmerksamkeit wecke. Aber sie könne das vertrauensbildende Gespräch mit dem Fachmann nicht ersetzen. Und dies finde erfahrungsgemäß dann statt, wenn es niederschwellig ist.

Wünscht der Gesetzgeber einen Wärmepumpenhochlauf und Fortschritte in der Gebäudesanierung, muss er ein kostengünstiges Beratungsangebot vorhalten“, sagt Bolln. Hätten sich Hausbesitzende entschieden, sei eine schnelle Bearbeitung der Förderanträge für die iSFP-Beratung und die Sanierung wichtig.

„Wer sich für eine Sanierung entschieden hat, will zeitnah in die Umsetzung gehen. Für viele Eigentümer ist es höchst demotivierend, wenn sie dann monatelang auf ihre Förderzusage warten müssen“, so Bolln zu einem aus Sicht des GIH leider immer noch nicht behobenen Missstand.

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