
Der Zugang zu sauberem Trinkwasser steht weltweit vor neuen Herausforderungen. Auf der Konferenz „Value of Water“ forderte Viega-Experte Dr. Christian Schauer, häusliche Trinkwasserinstallationen nachhaltiger und klimaresilienter zu gestalten – ein entscheidender Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele.
Das UN-Nachhaltigkeitsziel Nummer 6 fordert, dass „alle Menschen einen Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser haben sollen“. Dieses Ziel ist aber noch in weiter Ferne, denn aktuell fehlt mehr als 2 Mrd. Menschen dieser Zugang (Quelle: Bundesregierung; Ziele für nachhaltige Entwicklung). Dr. Christian Schauer (Viega) zeigte auf der Konferenz „Value of Water“, wie auch in hochentwickelten Ländern ein sparsamerer Umgang mit Wasser trotz klimabedingter Herausforderungen erreicht werden kann. Sein Ziel: Die globale Vision einer ausreichenden Versorgung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser in konkrete, lokale Maßnahmen umzusetzen.
Systemtemperaturen als zentraler Punkt
Ausgehend von den Grundforderungen, den CO2-Ausstoß zu senken sowie die Umwelt, die Natur und die Gesundheit der Menschen zu schützen, identifizierte Dr. Schauer dabei die systemischen Temperaturen in Trinkwasserinstallationen als einen wesentlichen Punkt, an dem sich grundlegende Zukunfts- und damit Nachhaltigkeitsfragen treffen. Um den CO2-Ausstoß zu senken, muss der Verbrauch fossiler Energien deutlich reduziert werden. Auch beispielsweise für die Bereitung von Trinkwasser warm.
Gleichzeitig sorgen die eben aufgrund dieses CO2-Ausstoßes steigenden Umwelttemperaturen dafür, dass Trinkwasser kalt immer häufiger in einen hygienekritischen Bereich von etwa 20 °C bis 55 °C kommt. Also genau in das Temperaturfenster, in dem sich Legionellen als wesentliche gesundheits-gefährdende Bakterien am besten vermehren. „Diese Entwicklung“, so Dr. Christian Schauer, „wird sich zukünftig nicht zuletzt aufgrund des vergleichsweise alten Gebäudebestandes in Europa noch deutlich verschärfen.“
Trinkwasserinstallationen nachhaltig auslegen
Um hier nachhaltig gegenzusteuern, riet der Trinkwasserexperte dazu, häusliche Trinkwasserinstallationen und ihr Umfeld künftig ganz anders auszulegen, als dies häufig noch der Fall ist. Dazu gehören v. a. klare Strukturen der Trinkwasserinstallation ohne überflüssige Zirkulationskreise, allgemein verringerte Anlagenvolumina sowie hydraulisch abgeglichene Systeme. Auf diese Weise soll im bestimmungsgemäßen Betrieb ein regelmäßiger und hinreichender Wasseraustausch erreicht werden.
Temperaturseitig empfahl Dr. Schauer zudem, in Gebäuden Wärmeeinträge auf die kaltgehenden Trinkwasserinstallationen zu verhindern. Zudem sollten die Systeme für die Warmwasserbereitung technologisch effizienter werden, um sowohl den Energieverbrauch als auch den Wärmeeinfluss auf den Erhalt der Trinkwassergüte zu reduzieren.
Weitergehende Informationen zur Zukunft nachhaltiger, ressourcenschonender Trinkwasserinstallationen gibt es unter folgendem Link. Hier finden sich auch zwei Whitepaper zu den Themen „Erhalt der Trinkwassergüte“ und zu „Klimaresilienter Planung von Trinkwasserinstallationen“.