E-Handwerk: Strompreissenkung für alle wäre besser

Das Bundeskabinett hat die Senkung der Stromsteuer für produzierendes Gewerbe und Landwirtschaft sowie eine Bezuschussung der Übertragungsnetzentgelte beschlossen. Damit soll der Anstieg der Netzentgelte abgemildert und die Strompreise gedämpft werden. Handwerk und Verbraucher gehen aber leer aus. Der ZVEH kritisiert deshalb die Bundesregierung.

Überland-Stromleitungen vor blauen Wolkenhimmel
Verpasste Stromsteuersenkung für alle: Viele Handwerksbetriebe und private Haushalte profitieren nicht von der jetzt beschlossenen Regelung. – © Si/ch

Wie angekündigt, hat das Bundeskabinett am 3. September 2025 die Stromsteuersenkung für produzierendes Gewerbe und Landwirtschaft sowie die Unterstützung der Übertragungsnetzbetreiber mit 6,5 Mrd. Euro beschlossen. Beide Maßnahmen sollen zur Senkung der Strompreise beitragen. Verbraucher und zahlreiche Handwerksbetriebe profitieren von der beschlossenen Stromsteuersenkung nicht, so der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnische Handwerke (ZVEH).

Eindämmung der Netzentgelte: guter Ansatz

Der Verband begrüßt die Entscheidung, die Übertragungsnetzbetreiber finanziell zu unterstützen, um den kontinuierlichen Anstieg der Netzentgelte einzudämmen. Nach Ansicht der e-handwerklichen Organisation wäre eine Stromsteuersenkung für alle, zumal im Koalitionsvertrag angekündigt, anstelle einer auf bestimmte Gruppen bezogenen Stromsteuersenkung jedoch die deutlich nachhaltigere Maßnahme gewesen.

Größere Effekte durch Strompreissenkung für alle

Ansicht des ZVEH: Nur eine für alle geltende Strompreissenkungen führe dazu, dass Handwerker strombasierte Technologien wie Ladeinfrastruktur oder Wärmepumpen im notwendigen Umfang installieren. Und die Kunden sie auch nutzen. Der Verband hatte erst kürzlich kritisiert, dass der aktuelle Kurs des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) eine Verlangsamung, wenn nicht gar eine Rückabwicklung der Energiewende befürchten lasse.

Bei der indirekten Bezuschussung der Netzentgelte könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden, wie sich die Unterstützung der Übertragungsnetzbetreiber genau auf die Netzentgelte auswirken wird. Die vor der Wahl und im Koalitionsvertrag versprochene pauschale Stromsteuersenkung hätte sich deutlich im Portemonnaie der Verbraucher bemerkbar gemacht. So wäre jede Kilowattstunde Strom konkret um gut 2 Cent billiger geworden. Nach Ansicht des Handwerkerverband ein echter Anreiz, von fossilen Brennstoffen auf strombasierte Anwendungen umzusteigen. Dies umso mehr, weil fossile Anwendungen durch die CO2-Bepreisung künftig deutlich teurer werden.

Energiewende nicht gefährden!

„Die E-Handwerke als größtes Klimahandwerk haben sich klar für eine Stromsteuersenkung für alle eingesetzt. Dass diese ausbleibt und das Bundeskabinett kürzlich auch noch beschlossen hat, die Gasspeicherumlage abzuschaffen, sendet unseres Erachtens falsche energiepolitische Signale“, so das Urteil von ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser.

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