Trauer um Klaus Grohe: Hansgrohe verliert seinen Visionär

Klaus Grohe (1937–2026): Visionärer Unternehmer und prägende Persönlichkeit der Hansgrohe Erfolgsgeschichte.
Klaus Grohe (1937–2026): Visionärer Unternehmer und prägende Persönlichkeit der Erfolgsgeschichte von Hansgrohe. – © Dirk Bruniecki für Syngroh Beteiligungsgesellschaft mbH

Der langjährige Chef des Armaturenherstellers Hansgrohe, Klaus Grohe, ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Er formte das Familienunternehmen über Jahrzehnte zu einem international erfolgreichen Anbieter der Sanitärbranche.

Klaus Grohe starb am 3. Januar im Alter vom 88 Jahren. „Mit Klaus Grohe verlieren wir unseren Wegbereiter, der bis zuletzt als Ehrenvorsitzender unseres Aufsichtsrats die Entwicklung von Hansgrohe mit großem Interesse und Engagement verfolgte“, sagt Hans Jürgen Kalmbach, Vorsitzender des Vorstands der Hansgrohe SE. Klaus Grohe hat das Unternehmen über Jahrzehnte maßgeblich geprägt: „Wir sind ihm dafür sehr dankbar und werden ihn und seine Ratschläge vermissen“. Mit visionären Ideen, Tatendrang und Kundenorientierung habe er das Familienunternehmen zu einem Global Player der Sanitärbranche gemacht.

Fünf Jahrzehnte Verantwortung

Klaus Grohe, der jüngste und dritte Sohn des Firmengründers Hans Grohe, bestimmte fast fünf Jahrzehnte die Geschicke des Schiltacher Unternehmens. 1968 trat er nach seinem Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre als Prokurist und Vertriebsleiter in den väterlichen Betrieb ein. Seit 1999 war er Vorstandsvorsitzender, von 2008 bis 2015 Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Markenaufbau mit Weitblick

Sein besonderes Augenmerk waren innovative Produkte mit herausragendem Design. „Er liebte es, Brausen und Armaturen bis ins kleinste Detail zu perfektionieren“, so das Unternehmen weiter. Mit Weitblick, einem professionellen Marketing seit den 80er-Jahren und seiner Weltoffenheit war er Wegbereiter der Marken Axor und hansgrohe.

Klaus Grohe folgte zeitlebens dem Grundsatz eines konsequenten „Hands-on“-Managements. Nähe zum Kunden, zum Produkt und zu den Mitarbeitenden – in Verwaltung wie in der Produktion – prägten sein Führungsverständnis. Als bewusst bodenständiger Unternehmer verzichtete er auf Privilegien und verstand sich als „Chef zum Anfassen“. Früh setzte er zudem klare Akzente in Sachen Nachhaltigkeit: Bereits in den 1980er-Jahren etablierte Hansgrohe einen Umweltbeauftragten und entwickelte wassersparende Brausen. Am Standort Offenburg entstanden 1993 ein Solarturm sowie ein dachintegriertes Solarkraftwerk, das 1994 mit dem Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde.

Unternehmerisches Lebenswerk

Über das Unternehmen hinaus engagierte sich Klaus Grohe sein gesamtes Leben für Familie, Gesellschaft und Gemeinwohl. 2001 ernannte ihn seine Heimatstadt Schiltach zum Ehrenbürger. 2009 gründete er die Stiftung Klaus Grohe. 2012 wurde er für sein Lebenswerk als Unternehmer und Impulsgeber der Sanitärbranche ausgezeichnet. Anlässlich der Fachmesse SHK in Essen erhielt er den „Best of SHK Award“ in der Kategorie „Management“ von der Fachzeitschrift „Si“. 2022 erhielt er für sein Lebenswerk den Deutschen Gründerpreis von stern, Sparkassen, ZDF und Porsche, einen der renommiertesten Wirtschaftspreise in Deutschland.

Richard Grohe, ältester Sohn von Klaus Grohe, Mitglied des Aufsichtsrats der Hansgrohe SE und Geschäftsführer der Syngroh Beteiligungsgesellschaft mbH, ergänzte: „Klaus hinterlässt ein menschliches und unternehmerisches Lebenswerk von unbeschreiblicher Fülle.“ Er habe das Familienunternehmen von Grund auf neu erfunden. „Seine Inspiration und seine unternehmerische Leistung leben in einer Weise fort, die Generationen überdauern wird. Wir nehmen sein Vermächtnis an, dieses Erbe zu bewahren.“

www.hansgrohe.de