Der kostenfreie „Gebäudecheck Wärmepumpe“ liefert Eigenheimbesitzern eine schnelle Einschätzung, ob eine Wärmepumpe zum Haus passt. Das neue Online-Tool des ifeu-Institus Heidelberg zeigt anhand einer vereinfachten raumweisen Heizlastanalyse, ob das Gebäude „niedertemperaturfähig“ ist.

Soll in Bestandsgebäuden die Heizung ersetzt werden, sind viele Kunden unsicher. Ist eine Wärmepumpe ohne Weiteres geeignet oder sind noch zusätzliche Maßnahmen am Gebäude notwendig. Mit dem neuen Online-Tool „Gebäudecheck Wärmepumpe“ des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) können Hausbesitzer nun einfach und kostenlos überprüfen, wie gut sich ihre Immobilie für eine Wärmepumpenheizung eignet. Das ifeu-Institut hat das Tool im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) entwickelt. Mit im Boot sind die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online und das Ingenieurbüro Heckmann.
Daten eingeben- dann checken
Mit einer Datenaufnahme zu Gebäude und Räumen, die sich potenziell schlecht beheizen lassen, ermittelt das Online-Tool, ob sich das Haus auch mit einer Wärmepumpe effizient heizen lässt. So kann der Nutzer abschätzen, ob das Gebäude bereits geeignet ist. Vielleicht reicht schon ein kostengünstiger Austausch von einzelnen Heizkörpern oder zunächst energetische Sanierungsmaßnahmen, um die Heizlast zu verringern.
„Beim ,Gebäudecheck Wärmepumpe‘ steht die raumweise Heizleistungsbilanz im Mittelpunkt“, erklärt Jakob Metz, Projektleiter beim ifeu. „Der Rechner weist im Ergebnis etwa aus, ob in einzelnen Räumen vorab Heizkörper ausgetauscht werden sollten, bevor eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen kann. Oftmals wird das Ergebnis sein, dass das Gebäude bei einem Tausch einiger Heizkörper bereits energieeffizient genug ist, um direkt mit einer Wärmepumpe beheizt werden zu können. Mit Fokus auf die Einzelräume schließt das kostenlose Online-Tool die Lücke zwischen kommerziellen Fachwerkzeugen und anderen Online-Rechnern für Endnutzern und Endnutzerinnen.“
Die 55-Grad-Frage: Passt mein Haus zur Wärmepumpe?
Ob ein Gebäude bereits für eine Wärmepumpe geeignet ist, lässt sich in der Regel an der Vorlauftemperatur des Heizsystems ablesen. Sind 55 Grad Celsius oder weniger ausreichend, gilt das Gebäude als „Niedertemperatur-ready“ und ist voraussichtlich effizient mit Wärmepumpe beheizbar. Dabei hängt die benötigte Vorlauftemperatur von der maximalen Heizlast der einzelnen Räume am kältesten Tag der Heizperiode und der Dimensionierung der Heizkörper ab.
Der kostenfreie „Gebäudecheck Wärmepumpe“ ist auf der Website des ifeu verfügbar unter www.ifeu.de/gebaeudecheck-waermepumpe. Der Quellcode des Rechners ist unter einer Open-Source-Lizenz frei zugänglich. Die mit dem Projekt zusammenhängende Datenbank des UBA „So geht’s mit Wärmepumpen!“ zeigt inzwischen 75 Beispiele von Bestandsgebäuden, die auf Wärmepumpen umgerüstet wurden.