„Das eigentliche Problem bleibt die politische Dauer-Unruhe“

Der ZVSHK kommentiert den beschlossenen Entwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz. Damit versuche die Bundesregierung, die größten Fehler des bisherigen Heizungsgesetzes zu korrigieren. Das sei notwendig. Aber: „Die vergangenen Jahre haben massiv Vertrauen gekostet – bei Eigentümern, Verbrauchern und Handwerk“. Die Kritik am Schlingerkurs der Bundespolitik bleibt.

Handwerker und 2 Kunden im Vorgarten vor Wärmepumpe
Kritik am GmodG von ZVSHK-Präsident Michael Hilpert: „Viele Menschen investieren derzeit nicht, weil sie grundsätzlich gegen Modernisierung wären. Sie investieren nicht, weil sie befürchten, dass die politischen Rahmenbedingungen in zwei oder drei Jahren schon wieder anders aussehen.“ – © ZVSHK

Am Mittwochvormittag (13. Mai) hat das Bundeskabinett den Entwurf zum GModG beschlossen. Zuvor hatten Fachverbände knapp eine Woche Zeit Änderungsvorschläge zu machen. Davon ist bislang nichts in der überarbeiteten Gesetzesvorlage angekommen. Denn die Regierungskoalition drängt auf Eile, um das Gesetz noch vor der Sommerpause endgültig zu beschließen. Zuvor hatte das Bundesumweltministerium dem GModG dann doch zugestimmt, obwohl seine Forderung am Verbot fossiler Brennstoffe ab 2045 unerfüllt bleibt.

Modernisierungshemmnis Dauer-Unruhe

Der Zentralverband benennt in seiner Stellungnahme das aus seiner Sicht eigentliche Problem: Die Politik verändere permanent die Spielregeln. Der ZVSHK schreibt: „Erst wurde der Wärmemarkt mit maximalem politischen Druck in eine Richtung gedrängt. Jetzt folgt die teilweise Korrektur. Gleichzeitig entstehen neue europäische Vorgaben, neue Nachweise und neue technische Anforderungen. Für Eigentümer und Betriebe entsteht so erneut der Eindruck: Wirklich dauerhaft gilt nichts mehr.“

„Viele Menschen investieren derzeit nicht, weil sie grundsätzlich gegen Modernisierung wären“, erklärt ZVSHK-Präsident Michael Hilpert. „Sie investieren nicht, weil sie befürchten, dass die politischen Rahmenbedingungen in zwei oder drei Jahren schon wieder anders aussehen.“

„Die Menschen brauchen keine nächste Heizungsdebatte“

ZVSHK in der Stellungnahme: „Das SHK-Handwerk kann Wärmewende. Die technischen Lösungen sind da. Die Betriebe sind da. Was fehlt, sind dauerhaft verlässliche politische Rahmenbedingungen. Deshalb reicht es nicht, einzelne Regeln zu korrigieren oder neue Überschriften zu erfinden. Entscheidend ist, ob die Politik endlich aufhört, den Markt permanent mit neuen Ankündigungen, Korrekturen und Unsicherheiten zu überziehen.“

„Die Menschen brauchen keine nächste Heizungsdebatte“, erklärt Hilpert. „Sie brauchen endlich das Gefühl, dass politische Regeln auch länger als eine Legislaturperiode Bestand haben.“

ZVSHK: Stromkosten endlich senken

Hinzu kommt laut dem Verband: „Wer die Elektrifizierung des Wärmemarktes politisch will, muss endlich die Stromkosten senken. Solange Strom künstlich teuer bleibt, bleibt auch die Wärmewende unnötig teuer. Das Gebäudemodernisierungsgesetz kann ein Schritt zur Beruhigung des Marktes werden“. Dafür müsse jetzt das parlamentarische Verfahren genutzt werden, um das Gesetz einfacher, verständlicher und langfristig verlässlicher zu machen.

Scharfe Kritik auch vom Normenkontrollrat

Der Nationale Normenkontrollrat (NKR), übt ebenfalls Kritik am Vorgehen der Bundesregierung. Kaum verständlich, praxisfern und kostspielig – so sieht das unabhängige Beratungsgremium der Bundesregierung das GModG. NKR-Chef Lutz Goebel bezeichnete den Gesetzentwurf in der „Bild“-Zeitung als eines der „handwerklich schwächsten und praxisfernsten Vorhaben, die dem Nationalen Normenkontrollrat in den vergangenen Jahren vorgelegt wurden„, wie die Tageschau am 14.Mai berichtet.

Der Text sei „in weiten Teilen kaum verständlich“ und für Betroffene häufig nicht nachvollziehbar so Goebel. „Genau solche Gesetze tragen zur Frustration vieler Bürgerinnen und Bürger gegenüber Staat und Politik bei.“

Hier sind alle Veränderungsvorschläge des ZVSHK (PDF) vom 6. Mai 2026 zum Gesetzentwurf des GModG nachzulesen:

www.zvshk.de