Als erstes Gewerk bieten die E-Handwerke ein vollständiges Teilqualifizierungs-Set (TQ) zum „Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik“ an. Es richtet sich an Beschäftigte ohne Ausbildung ab 25 Jahren. Sie werden in einzelnen Qualifikationsbausteinen bis hin zur Gesellenprüfung geschult. Die Betriebe erhalten dafür Förderung.

Seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland Wege, Quereinsteiger und Helfer ohne Gesellenabschluss gezielt bis zum Gesellen weiterzubilden. Besonders effektiv ist die Teilqualifizierung mit sieben Modulen für Mitarbeitende über 25 Jahren. Die Weiterbildung erfolgt praxisnah im Betrieb, oft bei geförderter Lohnzahlung von bis zu 100 %. Auch Monteure können durch einzelne Module gezielt weiterqualifiziert werden.
Für das neue TQ-Set zum Elektroniker/-in Energie- und Gebäudetechnik sind jetzt E-Betriebe gefragt, die ihren Mitarbeiter/-innen diese Teilqualifizierung ermöglichen möchten. Ein kostenloses Webinar des ZVEH soll bei der Orientierung helfen. Es findet am 26. und 30. Juni 2026 statt. Das vollständige Webinar-Programm sowie die Anmeldeinformationen sind unter www.zveh.de/veranstaltungen-online verfügbar.
Geschult für die Energiewende
Mit Digitalisierung und Energiewende wächst auch der Bedarf an e-handwerklichen Fachkräften. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) gibt nun auch Personen, für die aus unterschiedlichen Gründen eine reguläre Berufsausbildung oder eine Umschulung keine Option darstellt, die Möglichkeit, sich schrittweise und arbeitsmarktnah für Tätigkeiten in den E-Handwerken zu qualifizieren. Dafür wurde die neue Teilqualifizierung entwickelt. Mit dem Anbieter digi professionals GmbH (e-learning-plus.de)hat der Verband dafür ein Angebot zusammengestellt, das passend zum Modul rein online oder auch als Kombination aus Online- und Präsenzmodulen absolviert werden kann.
Keine Konkurrenz für duale Berufsausbildung
Das TQ-Set richtet sich an Betriebe, die Quereinsteiger, Helfer oder Monteure mit Migrationshintergrund zu e-handwerklichen Tätigkeiten befähigen und ihnen so Perspektiven bis hin zu einem vollwertigen Berufsabschluss eröffnen möchten. Wichtig: Die Teilnehme an der TQ-Maßnahme müssen älter als 25 Jahre sein.
Die Teilqualifizierung ist keine Alternative zur regulären e-handwerklichen Ausbildung. „Nach wie vor ist die duale Berufsausbildung der Königsweg. Gerade in Zeiten, in denen die Ansprüche an die fachliche Qualifikation weiter steigen“, erklärt Andreas Habermehl, ZVEH-Geschäftsführer Technik und Berufsbildung: „Für die e-handwerkliche Organisation stellt die modulare Weiterbildungsmöglichkeit jedoch einen neuen Lösungsansatz für einen Arbeitsmarkt dar, in dem Arbeitskräfte durch Migration und demografische Veränderungen immer öfter über einen heterogenen Bildungsstand verfügen.“
Vermittlung fundierter Grundlagen
Bei der Entwicklung des TQ-Sets haben die Verantwortlichen darauf geachtet, dass alle Inhalte für die geltende Ausbildungsverordnung für den/die Elektroniker/-in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik berücksichtigt wurden. „Als gefahrengeneigtes Handwerk haben wir natürlich ein besonderes Augenmerk auf fundierte Grundlagen gelegt“, betont Habermehl: „Denn nur so lässt sich sicherstellen, dass die Teilnehmenden später auch verantwortungsvoll arbeiten und über eine entsprechende fachliche Qualität verfügen.“ Die Umsetzung des TQ-Sets wurde mit der digi professionals GmbH erarbeitet und vom TÜV Süd als Weiterbildungsmaßnahme zertifiziert.
Modularer Aufbau, Schulungen online oder in Präsenz
Das TQ-Set ist modular aufgebaut, um berufliche Kompetenzen schrittweise zu lernen. Die ersten beiden Grundlagenmodule (elektrotechnisches Arbeiten 1 und 2) sind jedoch verpflichtend und werden online angeboten. Die Module orientieren sich eng an der Ausbildungsverordnung sowie dem Rahmenlehrplan für den entsprechenden e-handwerklichen Beruf. Die TQ findet entweder als Module online, oder in Präsenz und vor Ort statt. Der Teilnehmer schließt mit einer internen Prüfung und einem Zertifikat ab. Wer alle sieben Module absolviert, kann zudem eine Externenprüfung absolvieren und bei erfolgreichem Abschluss einen Gesellenbrief erwerben.
Gut für Betriebe: Geld vom Staat für Ausbildung
Betrieben, die mit ungelernten Hilfskräften arbeiten, bietet die Maßnahme die Möglichkeit, diese strukturiert, praxisnah und ohne große zeitliche Abwesenheit zu qualifizieren. Dabei macht es der modulare Aufbau möglich, Hilfskräfte schrittweise oder auch entsprechend den Anforderungen im Betrieb weiterzubilden. Praktisch: Die Maßnahme ist förderfähig. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt 100 % der Kosten für die Weiterbildung. Ein Zuschuss von bis zu 100 % zu den Lohnkosten ist möglich (regional unterschiedlich).