Unternehmen, Beschäftigte und Verbände wollen am 9. Oktober 2026 in Berlin für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien demonstrieren. Sie befürchten, dass die vom Reiche-Ministerium geplante EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket Investitionen erschweren. Mit dabei ist auch der Bundesverband Wärmepumpe (BWP).

Ein Bündnis aus der Erneuerbaren-Branche und zivilgesellschaftlichen Organisationen ruft für Freitag, 9. Oktober 2026, um 14 Uhr zu einer Demonstration auf der Reichstagswiese in Berlin auf. Unter dem Motto „Erneuerbare Energien: Ausbauen statt Ausbremsen!“ fordert es verlässliche Rahmenbedingungen für neue Projekte. Mit dabei sind u. a. die Verbände BEE, BWE (Wind), BSW-Solar, BWP und die DGS.
Aus dem Umwelt- und Klimaschutzbereich unterstützen zudem folgende Organisationen die Demo der BUND, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch, GermanZero, Greenpeace, der NABU, der WWF Deutschland und der Deutsche Naturschutzring (DNR). Die Aufzählung ist nicht abschließend.
Kritik an EEG-Novelle und Netzanschlusspaket
Anlass sind zwei Gesetzentwürfe, mit denen sich der Bundestag derzeit befasst: die EEG-Novelle 2027 und das Netzanschlusspaket. Die Bundesregierung will den Ausbau erneuerbarer Energien kosteneffizienter und stärker auf die verfügbaren Netzkapazitäten abstimmen. Das Bündnis hingegen warnt, die Vorhaben könnten in ihrer Kombination PV- und Windprojekte ausbremsen und Investoren verunsichern.
BEE-Hauptgeschäftsführerin Dr. Christine Falken-Großer fordert deshalb, beide Vorhaben „konsequent zusammengedacht und nachgebessert“ auf den Weg zu bringen. Geschäftsführer Michael Raschemann vom EE-Unternehmen Energiequelle erklärt im Aufruf zur Demo: „Der energiepolitische Kurswechsel innerhalb eines Jahres hat die Branche der Erneuerbaren Energien tief verunsichert. Wo die Vorgängerregierung beschleunigt hat, bremst die aktuelle Bundesregierung gefährlich ab. Dies hat dazu geführt, dass ich 40% meiner deutschen Belegschaft reduzieren musste, insbesondere im mittleren und südlichen Deutschland.
Christian Porsch, Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Speichersdorf, warnt im Aufruf, bereits entwickelte kommunale Projekte könnten ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren.
Bedeutung für Stromversorgung und Beschäftigung
Im ersten Halbjahr 2026 stammten nach Angaben der Fraunhofer Energy-Charts 61,8 % der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. Die Bertelsmann Stiftung beziffert die Beschäftigung in der Branche für 2025 auf rund 436.000 Menschen. Für SHK-Betriebe ist eine verlässliche Entwicklung des Stromsystems insbesondere dort von Interesse, wo Gebäude künftig stärker mit Wärmepumpen oder direkt elektrisch beheizt werden. Die Website des Bündnisses Erneuerbare Energie sowie alle Details zu Unterstützern und Programm der Demonstration hier: