Johannes M. Börner, erster Vorsitzender des Deutschen Großhandelsverbands Haustechnik e. V. (DG Haustechnik), fordert mit einem Statement zum Anpacken auf. Denn Abwarten, dass sich die wirtschaftliche Situation in der Haustechnik von allein verbessert, hilft niemandem.

Die wirtschaftliche Situation in der Haustechnik kann aktuell nur als schwierig bezeichnet werden. Die Ursachen sind vielfältig, eine detaillierte Auflistung erübrigt sich an dieser Stelle. Was jedoch unübersehbar ist: Nach einer Phase hoher Nachfrage, begleitet von Lieferproblemen insbesondere im Heizungssektor in den Jahren 2022/2023, kam es Ende 2023 zu einem abrupten Stillstand. Diese Situation hat sich im ersten Halbjahr 2024 weiter verschärft.
Die Überbevorratung im Großhandel, auch bedingt durch Reservierungen seitens des Handwerks, kann nicht als Fehlentscheidung betrachtet werden. Vielmehr ist die Sicherstellung der Lieferfähigkeit eine unverzichtbare Aufgabe des Großhandels. Die Erwartungen aller Branchenakteure waren im Herbst 2023 klar: Sobald das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet und die Förderungen endlich geregelt sind, würde die Energiewende im Gebäudesektor Fahrt aufnehmen.
Doch es kam anders: Die Abwicklung der Förderung war alles andere als organisiert. Die Übergabe der Hauptförderung von der BAFA zur KFW geschah scheinbar ohne jegliche Vorbereitung, und die SHK-Branche muss nun die Konsequenzen dieser chaotischen Vorgehensweise ausbaden.
Auch die Hersteller und Lieferanten stehen derzeit vor gewaltigen Herausforderungen. Trotz hoher Investitionen in Entwicklung und Produktion sind Meldungen über Kurzarbeit und Entlassungen allgegenwärtig.
Die Frage drängt sich auf: Sind die Hersteller und Lieferanten in eine Investitionsfalle geraten?
‚Pack an!‘ muss jetzt das Motto sein. Die Aufklärung der Entscheidungsträger, sei es bei Endkunden oder gewerblichen Entscheidern, muss von der Haustechnikbranche selbst vorangetrieben werden. Das Warten auf eine kommunale Wärmeplanung darf nicht länger als Ausrede herhalten. Wer jetzt modernisieren möchte, benötigt Investitionssicherheit über das Jahr 2028 hinaus.
Die Politik ist gefordert, eine bundesweit gültige und rechtlich verbindliche Grundlage für die Modernisierungswilligen zu schaffen. Nur so kann das Fachhandwerk bei der Beratung potenzieller Kunden überzeugend auftreten und Aufträge sichern. Ob dagegen die Forderungen nach noch mehr Förderungen bei den Politikern Gehör finden – denke eher nicht.
Fazit:
Die bestehenden Rahmenbedingungen bleiben – wir müssen dennoch jetzt entschlossen handeln und anpacken!