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DFLW e. V. Fachsymposium: erstmals mit neuem Konzept

Das 16. Fachsymposium für Gebäudetechnik und Hygiene des DFLW e. V. überzeugte mit neuem Konzept. Außerdem hat der Verband zum 6. Mal seinen Award in der Kategorie Luft verliehen.

Das diesjährige Fachsymposium für Gebäudetechnik und Hygiene des Deutschen Fachverbandes für Luft- und Wasserhygiene e. V. (DFLW e. V.) fand erstmals im hessischen Kassel und mit neuem Konzept statt. Nach fünfzehn erfolgreichen Jahren hatten sich die Verantwortlichen für eine Überarbeitung des Konzeptes entschlossen und seit dem vergangenen Jahr mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet.

„Auch wenn unsere Veranstaltungen immer ausgebucht waren und wir den Teilnehmern jedes Jahr erneut hochkrätige und topaktuelle Vorträge geboten haben, war es für uns doch an der Zeit das Gesamtkonzept der Veranstaltung zu modernisieren“, erklärt Geschäftsführer Winfried Hackl.

So hat der Verband erstmals die Veranstaltungstage gewechselt. Und das mit großer Zustimmung der Teilnehmer, wie auch die anschließende Umfrage bestätigte. Am Mittwoch um 13 Uhr (anstelle Donnerstag um 9 Uhr) startete das Symposium und bot an diesem Tag Vorträge aus den Bereichen der Trinkwasser- und Raumlufthygiene für alle Teilnehmer gemeinsam.

Erster Veranstaltungstag: Trinkwasser- und Raumlufthygiene

Rechtsanwalt Thomas Wilrich, Rechtsanwaltskanzlei Wilrich, startete mit dem Thema „Verantwortlichkeiten und Haftung technischer Führungskräfte“ und als Ersatz für den erkrankten Prof. Dieter Wurz hielt sein Kollege Dipl.-Ing. Stefan Hartig, Geschäftsführer ESG-Emissionsmesstechnik und Strömungsmechanik, Entwicklung und Anwendung GmbH, Baden-Baden, im Anschluss einen Vortrag über „Primär-, Sekundär- und Rekondensationstropfen in Nasskühltürmen; Auswirkungen auf die Emission von Mikroorganismen“.

Komplettiert wurde der erste Tag nachfolgend durch zwei Kurzvorträge von Dipl.-Ing. Wolf Rienhardt, Inhaber der Energiesystemtechnik, mit dem Thema: „Bestandsdokumentation in Raumlufttechnik – Kennzeichnung von Luftart und Luftströmungsrichtung in Planzeichnungen sowie auf Bau- und Anlagenteilen“. Siegfried Hauswirth, Abteilungsleiter Trinkwasserhygiene, Gesundheitsamt Rheinkreis, referierte zur „Trinkwasserqualität auf Festplätzen – Erfahrungen im Rhein-Kreis Neuss“.

„Durch den veränderten Start vom Morgen auf die Mittagszeit war es uns wichtig, die Teilnehmer alle gemeinsam zu begrüßen und durch den ersten Vortragstag zu begleiten. So konnten sich alle kennenlernen und bereits erste wertvolle Gespräche und Diskussionen führen“, führt Winfried Hackl aus.

Zweiter Veranstaltungstag: Wahl zwischen Luft- oder Wasser-Schwerpunkt

Am Donnerstag hingegen wurden die Teilnehmer nach einem ersten gemeinsamen Vortrag von Prof. Kämmerer, TÜV Rheinland, Sachverständiger Mikrobiologe, TÜV Rheinland Energy GmbH, Abteilung Gefahrstoffe, Mikrobiologie und Hygiene mit seinem Vortrag zu: „42. BImSchV – Stand der Umsetzung bei Nassabscheidern“, dann in die Bereiche „Luft“ und „Wasser“ unterteilt. Die Teilnehmer konnten in diesem Rahmen frei entscheiden, welchem Fachvortrag sie folgen.

Im Bereich der Raumluft hielt Dipl.-Ing. Horst Wilkens, Leiter der Filterakademie der Camfil GmbH einen Vortrag zu: „Neue Filterqualifizierung an RLT-Anlagen“. Und zum Schwerpunkt der Trinkwasserhygiene konnten die Teilnehmer Prof. Bernhard Wolf, Technische Universität München mit seinem Vortrag zur: „Mikroelektronische Sensoren zum Nachweis von Verkeimung und zur Bewertung der Wasserqualität“ folgen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen fanden sich die Teilnehmer erneut unterteilt in die Fachbereiche ein und wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion aktiv ins Geschehen miteinbezogen. Danach standen zwei Diskussionsrunden zu den Themenschwerpunkten „Hygienische Anforderungen an die Errichtung von RLT-Anlagen“ im Bereich Luft und „Reinigung und Desinfektion von Trinkwasser“ im Bereich Wasser zur Wahl.

„Die Diskussionsrunden haben ganz unterschiedliche Entwicklungen genommen“, beschreibt der DFLW-Geschäftsführer. „Während im Bereich Trinkwasser die Diskussion vor allem auf dem Podium stattfand, lebte eine lebendige Diskussion im Bereich der Raumluft unter dem gesamten Auditorium auf. Wir sind diesen Entwicklungen mit großer Spannung und Begeisterung gefolgt und fanden beide Diskussionen sehr gelungen. Dies bestätigten uns auch die Teilnehmer im Nachgang.“

Dabei bedankte sich Winfried Hackl vor allem bei den Teilnehmern der Podiumsdiskussionen, Frau Carolin Hintermeier (domatec GmH), Herr Zdenko Engl (gesec Hygiene und Instandhaltungs GmbH und Co.KG), Dr. Stefan Burhenne (Kebos Hydroclean GmbH), Dr.-Ing. Hans-Joachim Greunig (T+E AquaService GmbH), Stefan Oetzel (Oetzel Wassertechnik GmbH) und Roland Wierig (CWH International GmbH).

Gemeinsam beendeten die Teilnehmer das Symposium mit dem Vortrag von Dr. Bernhard Brenner vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Sach- gebiet AP2 Arbeits- und Umweltmedizin/-epidemiologie mit dem Thema „Gesundheitsaspekte von Bioaerosolen“.

„Wir ziehen ein sehr positives Resümee aus den beiden Tagen und unseren Neuerungen im Konzept des Symposiums. Allerdings nehmen wir auch die Stimmen der Teilnehmer ernst, die gerne beide der Fachvorträge aus den Bereichen der Raumluft- und Trinkwasserhygiene gehört hätten. Wir werden sehen, wie sich das neue Konzept auf die neuen Referenten und Themen anwenden lässt, die wir 2020 für unser Symposium verpflichten können“, sagt Winfried Hackl.

DFLW-Award in der Kategorie Luft

Neben den Vorträgen und Diskussionen wurde auf dem Symposium der Award 2019 in der Kategorie Luft verliehen. Erstmals erhielt die Auszeichnung für vorbildliche hygienische Arbeit die Karl Lausser GmbH, die seit knapp 50 Jahren in der Technischen Gebäudeausrüstung tätig ist und sich vor 40 Jahren mit einem Geschäftsbereich auf den Lüftungsbau spezialisiert hat.

Dr. Stefan Burhenne hielt die Laudatio vor den über 100 Gästen. Unter Ihnen auch die Vertreter der Karl Lausser GmbH, Reinhard Lausser und Tobias Schatz, die gespannt zuhörten als Dr. Burhenne ausführte, was die Jury dazu bewogen hatte, den Award 2019 an eine Lüftungsbaufirma zu verleihen.

Der Award-Gewinner

Die Karl Lausser GmbH mit rund 600 Mitarbeitern und Sitz im bayrischen Pilgramsberg stelle in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit dar, so Dr. Burhenne. Was einmal vor rund 50 Jahren als kleiner Handwerksbetrieb begann, hat sich über die Jahre zu einem führenden Anbieter der Bereiche Energie- und Gebäudetechnik an fünf Standorten ausgeweitet.

Besonders sei dabei die Vorfertigung und in der Sparte der Raumlufttechnik, die eigene Luftkanalfertigung, die es dem Unternehmen ermöglicht, hohe Qualität und damit auch hohe hygienische Standards zu liefern. Denn die selbst hergestellten Kanalteile werden vielfach hygienisch kontrolliert, wenn notwendig gereinigt, in verpackter Form transportiert und angeliefert. Die sogenannte „Just in Time“-Fertigung und -Anlieferung sowie spezielle Verpackungen verringern die Zeiten und das Risiko, dass die Leitungskomponenten auf der Baustelle verschmutzen können. Das wissen auch die Kunden zu schätzen, wie Reinhard Laußer in seiner Dankesrede im Anschluss an die Laudatio bestätigte.

„Die Anforderungen unserer Kunden an das Luftleitungssystem sind gewachsen. Neben der Wirtschaftlichkeit sind vor allem Anforderungen an die Dichtigkeit, Stabilität und die Hygiene der Luftleitungskomponenten gestiegen. Ein wichtiger Baustein zur Einhaltung dieser Anforderungen sind dabei für uns die vorherrschenden Hygienevorschriften. Allen voran die VDI 6022“, erklärte Reinhard Lausser den Gästen in seiner Rede.

Dies war ein wesentlicher Punkt für die Jury, die Karl Lausser GmbH als Preisträger in Erwägung zu ziehen und sie letztlich auszuwählen. Denn in den Großprojekten des Unternehmens, wie etwa bei der Daimler AG in Stuttgart oder dem Neubau eines multifunktionalen Gebäudekomplexes mit Einkaufzentrum, Büros und einer öffentlichen Tiefgarage, werden die Pläne bereits vor Aufnahme der Tätigkeiten durch die Ingenieure der Karl Lausser GmbH genau unter die Lupe genommen.

Dabei wird geprüft, ob die Anlagen hygienisch einwandfrei und richtlinienkonform erbaut werden können. Ist dies nicht der Fall, fordern die Mitarbeiter Anpassungen von den Planern und Auftraggebern, um die Vorgaben der einzelnen Richtlinien und Normen genau einhalten zu können.

Um dies zu gewährleisten, bildet die Karl Lausser GmbH ihre Mitarbeiter entsprechend aus und stellt sicher, dass das Wissen der Fachleute immer dem aktuellen Stand der Technik entspricht. So selbstverständlich dies für das Unternehmen ist, so einzigartig ist es in dieser Form jedoch in der Branche, hebt Dr. Burhenne in seiner Laudatio ebenfalls hervor.

Reinhard Laußer und Tobias Schatz war es bei der Übergabe des Preises ein besonderes Anliegen, den Award stellvertretend für alle Mitarbeiter entgegen zu nehmen und nochmals zu betonen, dass ohne die gute und vorbildliche Arbeit der gesamten Belegschaft ein solcher Erfolg nicht möglich wäre.

www.dflw.info

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