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Die Klempnerin und das Model

Sandra Hunke fährt beruflich zweigleisig: Zum einen ist sie gelernte SHK-Fachkraft und montiert Heizungen, Armaturen und Co., zum anderen marschiert sie über Laufstege und präsentiert Haute Couture. Dass sich beides miteinander verbinden lässt, zeigt die gebürtige Ostwestfälin u. a. als Markenbotschafterin für Hansa.

Si: Was hat Sie dazu motiviert, eine Ausbildung als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu absolvieren?

Sandra Hunke: Handwerk liegt bei uns in der Familie. Mein Vater ist selbstständiger Fliesenleger, mein älterer Bruder Lohnunternehmer und als Kind habe ich mich als einziges Mädchen immer mehr auf den Werkunterricht als aufs Kochen gefreut. Handwerk liegt mir also im Blut, dass es dann SHK wurde, liegt an der Vielfältigkeit des Berufes. Es macht mir riesig Spaß, Bäder neu zu gestalten. Aus alten Bädern neue Wellnessoasen zu schaffen.

Si: In Ihrer Berufsschulklasse waren Sie das einzige Mädchen. Hatte das eher Vor- oder Nachteile?

Hunke: Von den Lehrern würde ich genauso behandelt wie die Jungs, was zählt, war immer das Ergebnis. Bei den Jungs war ich schon etwas Besonderes – das einzige Mädel halt (lacht).

Si: Keramikwaschbecken oder Brennwertkessel erfordern bei der Montage viel körperliche Kraft – für die meisten männlichen Kollegen ist das weniger ein Problem. Wie stemmen Sie das?

Hunke: Ich schaue lieb und frage einen Kollegen, manchmal darf man auch mal die Vorzüge eine Frau nutzen  (grinst).

Si: Im SHK-Handwerk arbeiten hauptsächlich Männer. Wie reagieren Kunden, wenn eine SHK-Fachfrau das Klo repariert oder die neue Armatur montiert?

Hunke: Da habe ich schon alles erlebt: Vom Hausherrn, der mir die ganze Zeit über die Schulter geschaut hat, bis zur älteren Dame, die sich beim anschließenden Kaffee herzlichst bei mir bedankt hat und mich gar nicht mehr gehen lassen wollte. Gerade bei der Badplanung freuen sich immer wieder die Ehefrauen, dass ich sie berate. Ein wichtiger Aspekt im Gespräch ist immer wieder, wie man ein Bad einfach sauber hält. Auch beim Design habe ich als Frau oft schöne Ideen – da fühlen sich meine Kundinnen gut bei mir aufgehoben.

Si: Was würden Sie jungen Frauen raten, die sich überlegen, einen Handwerksberuf wie Ihren zu ergreifen, aber Angst haben, als Frau alleine in einer Männerwelt dazustehen?

Hunke: Auf Instagram werde ich oft von jungen Frauen angeschrieben, die genau diese Fragen haben: Schafft man das körperlich? Wie ist es, den ganzen Tag nur mit Männern auf der Baustelle zu sein? Ich erzähle dann von meinem Arbeitsalltag und nehme ihnen so die Angst. Es gibt einige Mädels, die dann wirklich einen handwerklichen Beruf erlernt haben und bis heute sind wir in Kontakt. Heute lachen wir darüber, dass sie damals Angst hatten. Wir leben im Jahr 2019 – Gleichberechtigung wird heute von Männer gefordert … ich glaube, dass es keine Rolle mehr spielt, ob ich eine Frau oder ein Mann bin. Was zählt ist der Mensch! Wenn du begeistert von deinem Beruf bist und wenn du mit Leidenschaft dabei bist, wirst du auch von deinen Kollegen geschätzt. Denn in den meisten handwerklichen Berufen sind heute Geschick und Köpfchen gefragt. Und wenn wirklich mal etwas Schweres getragen werden muss, ist auch immer ein Kollege da, der mit anpacken kann. Dafür helfe ich dann wieder an anderer Stelle aus.

Si: Ihr Steckenpferd ist der Sanitärbereich – was fasziniert Sie bei diesem Thema am meisten?

Hunke: Ich liebe schöne Bäder. In meiner Funktion als Model  bin ich oft in den besten Hotels der Welt und schaue mir immer als erstes das Bad an. So kann ich immer wieder neue Ideen sammeln. Bei der Badplanung mit dem Kunden ist das sehr hilfreich. Ich liebe es, einem Kunden aus seinem gewöhnlichen Bad eine Wellnessoase zu zaubern!

Si: Mittlerweile dürften viele Kollegen auf der Baustelle von Ihrer Modelkarriere wissen. Wie sind die Reaktionen?

Hunke: In den Pausen sprechen wir natürlich auch darüber, was wir sonst so erleben. Der eine spielt Fußball, der Nächste hat gerade ein Kind bekommen und ich erzähl vom Modeln, und natürlich freuen sie sich für mich und fragen nach, welche Stars ich so treffe. Genauso frage ich, wie das Fußballspiel ausgegangen ist, wie der neugeborene Sohn heißt, usw. Was ich damit sagen möchte: Bei meinen Kollegen ist es inzwischen Routine und etwas Alltägliches. Ich finde schön, dass es so ist. Modeln ist wesentlich einfacher, als ein Bad zu sanieren. Wir sind auf der Baustelle eine tolle Truppe, die sich gegenseitig respektiert und schätzt und das fühlt sich gut an.

Model und SHK-Anlagenmechanikerin Sandra Hunke

Si: Sie sind recht aktiv auf verschiedenen Social-Media-Kanälen tätig. Inwieweit hat Ihnen das beruflich geholfen (sowohl als Model wie auch als SHK-Fachkraft)?

Hunke: Die Social Media Kanäle sind eine perfekte Ergänzung für den Alltag - sowohl als Model als auch als SHK-Fachkraft. Kunden, die mich als Model in den Print- und TV-Medien entdecken, schauen oft erstmal auf Instagram, bevor sie sich dann bei mir melden. Es ist für Models heute das, was früher das Modelbook war. Aber auch als SHK-Fachkraft kann ich Social Media super nutzen. Ich tausche mich dort mit Kollegen aus und habe sogar meine neue Arbeitsstelle dort gefunden. Für Firmen ist Digitalisierung heute extrem wichtig. Die Kunden suchen einen Handwerksbetrieb nicht mehr in den Gelben Seiten, sie schauen online in den Social Media. Man sollte Instagram und Co. nur nicht zum Lebensmittelpunkt machen. Abends mal ein schöner Spielfilm oder morgens eine Zeitung, die nach Druckerschwärze riecht, kann das Internet nicht ersetzen.

Si: Für Hansa sind Sie als Markenbotschafterin tätig. Was werden Sie auf der ISH präsentieren?

Hunke: Ich bin jetzt schon das zweite Jahr Markenbotschafterin für die Marke Hansa. Die Entscheidung fiel mir damals leicht, obwohl mehrere Armaturenhersteller zeitgleich auf mich zukamen, nachdem ich in mehreren Print- und TV-Beiträgen zu sehen war. Mit den Produkten des Herstellers kam ich bereits sehr früh in Berührung und mein Chef verbaut fast ausschließlich Hansa-Armaturen.

Der entscheidende Punkt ist hier für mich jedoch die Nähe zum Handwerk. Hansa arbeitet eng mit Profis zusammen, kennt die Herausforderungen ganz genau und hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Arbeit so unkompliziert und sicher wie möglich zu gestalten. Meinen Kunden möchte ich schließlich ein Qualitätsprodukt mit guter Handhabung und einfachen Installationsmöglichkeiten anbieten.

Da habe ich mit der Fachhandwerkspartner-Marke Nr. 1 (laut Markt Intern) stets das Gefühl, die richtige und langfristige Lösung für Bad und Küche anbieten zu können.

Auf der ISH wird es auf jeden Fall spannend und zukunftsweisend. Hierbei freue ich mich schon sehr auf die vielen Kollegen, auf tolle Gespräche und lustige Geschichten vom Bau.

Si: Was möchten Sie sich sonst auf der Messe ansehen?

Hunke: Beim Pumpenhersteller Grundfos finden die Installer Championship statt. Handwerker aus allen Ländern treten dort gegeneinander an, das möchte ich mir unbedingt anschauen.

Kurzinfo

Sandra Hunke (*1992 in Paderborn) stammt aus einer Handwerksfamilie und folgte beruflich dieser Tradition: 2012 begann sie ihre Ausbildung zur SHK-Anlagenmechanikerin. Im gleichen Jahr nahm sie an der Wahl zur Miss Handwerk teil und absolvierte in der Folge diverse Fernsehauftritte wie z. B. für das RTL2 Format „Die Schnäppchenhäuser“, machte Fotoshootings auf der ganzen Welt und lief über zahlreiche Catwalks, u. a. auf der Berlin Fashion Week. Ihrem Handwerksberuf blieb sie jedoch stets treu. Seit Anfang 2018 ist Sandra Hunke als Markenbotschafterin für den Sanitärhersteller Hansa tätig.

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