Europapolitikerin Lena Düpont zu Besuch bei Stiebel Eltron

Die CDU-Politikerin Lena Düpont, Mitglied des EU-Parlaments, hat gemeinsam mit weiteren Parteikollegen Stiebel Eltron in Holzminden besucht. Im Gespräch mit CEO Dr. Kai Schiefelbein diskutierten die Politiker über den Wärmepumpenmarkt in Deutschland und Europa. Im Fokus stand der zukünftige „Made with Europe“-Förderbonus.

6 Lokal-Politiker und Stiebel-Eltron-Vertreter zusammen mit einer EU-Politikeringruppiert um Wärmepumpe
Europaabgeordnete Lena Düpont (CDU) besuchte mit regionalen Parteikollegen Stiebel Eltron in Holzminden. Im Gespräch mit CEO Dr. Kai Schiefelbein (3. v. r.) standen der Wärmepumpenmarkt und der geplante „Made with Europe“-Bonus im Mittelpunkt. – © Stiebel Eltron

CEO Schiefelbein skizzierte die wirtschaftliche Achterbahnfahrt von Stiebel Eltron der vergangenen Jahre. Erst sorgte Corona für einen Boom, dann die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. 2022 verzeichnete das Unternehmen erstmals einen Umsatz von über 1 Mrd. Euro, der 2023 sogar auf rund 1,25 Mrd. anstieg.

2024 folgte ein Einbruch auf 941 Mio. Euro, der auch schmerzliche Maßnahmen erforderte wie Kurzarbeit und freiwilligen Stellenabbau. 2025 konnte sich das Unternehmen wieder stabilisieren, der Umsatz betrug 954 Millionen Euro. „Dieses Jahr läuft sehr gut, wir liegen aktuell vor unserem Plan und werden am Jahresende sicher wieder deutlich über einer Milliarde Euro Umsatz machen,“ so Schiefelbein.

Kernthema: Der „Made with Europe“-Bonus

Vor allem die geplante höhere Förderung für Wärmepumpen mit europäischer Wertschöpfung wurde im Gespräch thematisiert. Ab dem ersten Quartal 2027 soll im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) die Förderung für Wärmepumpen aus Nicht-EU-Produktion von 30 auf 15 % sinken. Während Geräte aus der EU oder assoziierten Märkten einen Wertschöpfungsbonus von 15 Prozentpunkten erhalten und damit weiterhin bei 30 % Förderzuschuss bleiben. Die genaue Ausgestaltung des als „Made with Europe“ angekündigten Bonus will die Bundesregierung im zweiten Halbjahr 2026 festlegen.

Schiefelbein verwies in diesem Zusammenhang auf den „Aktionsplan zur Förderung einer hochwertigen Entwicklung in der Wärmepumpenindustrie“ der chinesischen Zentralregierung. Für ihn geht es dabei nicht um einen Wettbewerb der Unternehmen, sondern darum, dass die europäische Wärmepumpenbranche von einer Volkswirtschaft mit staatlicher Unterstützung angegriffen werde.

Schutz des europäischen Binnenmarkts

Europapolitikerin Düpont stimmte zu und sprach zur diskutierten Wertschöpfungsquote. Sie sagte „Im Raum steht aktuell eine Wertschöpfungsquote von 45 Prozent, die in Europa erfolgen muss. Diese 45 Prozent müssen es schon sein.“ Für Kai Schiefelbein eine sehr sinnvolle Grenze. So so habe man als Wärmepumpenhersteller genug Spielraum, Komponenten weltweit einzukaufen, gleichzeitig werde die Fertigung in Europa gestärkt.

Europa als unverzichtbarer Rahmen

Einig waren sich Schiefelbein und Düpont, dass die EU vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Entwicklungen immense Bedeutung hat: „Ein Europa ohne Europa, als Ansammlung von kleinen Einzelstaaten, ist zur Armut verurteilt.“ Das Unternehmen nehme wahr, dass Europa in Sachen Energiepolitik oft besser aufgestellt und schneller sei als Deutschland. Beispielsweise habe die EU mit dem „Electrification Action Plan“ einen sinnvollen Rahmen gesetzt, um die Benachteiligung von Strom gegenüber fossilen Brennstoffen zu verringern.

Wünsche an die regionale Politik

Begleitet wurde Düpont von ihren Parteikollegen und Lokalpolitikern aus ihrem Wahlgebiet: Uwe Schünemann (MdL Niedersachsen), Uwe Lange (Landratskandidat für Holzminden), Thomas Junker (Samtgemeindebürgermeister Bevern) und Heiner Schaper (Ratsmitglied Stadt Holzminden). Auf die Frage der Lokalpolitiker nach den Wünschen des Firmenchefs antwortete Schiefelbein: Das Unternehmen sei wegen der Menschen vor Ort, der Bedarf werde weiterwachsen. „Wir sind ein kleines Unternehmen, unsere DNA ist Innovation – wir müssen die Bedürfnisse unserer Kunden schneller und besser verstehen und technisch bedienen als unsere Mitbewerber.“ Sein Unternehmen sei auf exzellente Mitarbeitende angewiesen. Deshalb auch seine Bitte an die Politik: „Sorgen Sie mit dafür, dass die Menschen hier gerne leben.“

www.stiebel-eltron.de