GModG: Holzwärme nicht ausbremsen

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) fordert Nachbesserungen am Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Der Verband sieht erhebliche Nachteile für die Nutzung von Holzwärme durch neue bürokratische Hürden für das SHK-Handwerk.

Reichstagsgebäude Berlin mit Blattgrün davor
Der DEPV fordert Nachbesserungen am Gebäudemodernisierungsgesetz. Die Pelletsbranche sieht sich durch neue bürokratische Hürden für Holzwärme von der Politik ausgebremst. – © Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband

„Holz stellt aktuell über 60 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland. Das ist ein erheblicher Anteil der regenerativen Wärmeversorgung. Neue Hürden würden die Wärmewende weiter ausbremsen und Deutschland von den Klimazielen entfernen. Daher erwarten wir gerade von der aktuellen Regierung, die sich für Erleichterungen im Wärmemarkt und Technologieoffenheit ausgesprochen hat, Rückenwind“, erklärt DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Konkret fordert die Pelletsbranche nun schnelle Verbesserungen am Gesetzesentwurf. Weiteren Stillstand könne sich der Heizungsmarkt nicht leisten.

Kritik an Nachhaltigkeitsanforderung für Holzbrennstoffe im Entwurf GModG

Die geplante Abschaffung der 65-Prozent-Erneuerbaren-Regel begünstige fossile Energien, kritisiert der DEPV. Nachdem die Koalition ein Jahr lang für Verunsicherung am Heizungsmarkt gesorgt hat, erwartet die Pelletsbranche jetzt einfache Regelungen, die alle erneuerbaren Wärmetechnologien gleichbehandeln.

Dass Heizungsanlagenbetreiber künftig nachweisen sollen, dass Holzbrennstoffe den Nachhaltigkeitsanforderungen der Biomassestrom-Nachhaltigkeits-Verordnung (BioSt-NachV) entsprechen, führe zu einem unverhältnismäßigen Aufwand – und das ohne Mehrwert, so der DEPV.

Zu viel Bürokratie für Heizungsbauer

Die Regelungen der BioSt-NachV sind für große Anlagen über 7,5 MW konzipiert und nicht für private Hausbesitzer. „Wie soll der Heizungsbauer das seinen Kunden vermitteln? Es muss doch darum gehen, dass Eigentümer sich frei für die für sie passende Heiztechnik entscheiden können“, verdeutlicht Bentele.

Der Anteil von Holz in allen Hybridanlagen sollte unmissverständlich auf den steigenden Anteil der Bio-Treppe anerkannt werden – nicht nur bei gleichzeitig mit der fossilen Heizung installierten Holzheizungsanlagen. Auch müsste für die seit 2024 installierten Öl- und Gasheizungen die bereits geltende Bio-Treppe beibehalten werden. Nach dem vorliegenden Gesetzesentwurf würde sie entfallen. Das sei nicht sinnvoll, wenn die Bio-Treppe das klimapolitische Herzstück des GModG sein soll.

Martin Bentele

Martin Bentele DEPV-Geschäftsführer und Dipl.-Forstwirt

„Wir nutzen in Deutschland zum allergrößten Teil heimisches Holz. Die gesetzlichen Regelungen für ein nachhaltiges Waldmanagement existieren in Deutschland seit Jahrzehnten. Das ist auch in den Nachbarländern der Fall. Es gibt noch Potential für eine höhere energetische Holznutzung, um fossile Energien einzusparen. Nicht umsonst ist die Bundesrepublik seit Jahren Nettoexporteur von Pellets!“

DEPV: Diese Änderungen fordert die Pelletsbranche

Streichung der geplanten Nachhaltigkeitsnachweise nach der Biomassestrom-Nachhaltigkeits-Verordnung (BioSt-NachV) für Holzheizungen im Gebäudebereich.
Keine Benachteiligung von Pelletskaminöfen: Der geplante Ausschluss luftführender Pelletskaminöfen soll aus dem Gesetz gestrichen werden.
• Klare Anerkennung von Holzheizungen bei der sogenannten Bio-Treppe, damit die steigenden Quoten erneuerbarer Energien auch für Hybridanlagen mit Holz gelten.
Gleichbehandlung von Holzheizungen mit Wärmepumpen und Solarthermie bei der Anrechnung auf die Bio-Treppe – unabhängig davon, wann die Anlage installiert wurde.
• Erhalt des geplanten Ende fossiler Brennstoffe ab 2045, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu sichern.
• Erweiterung des Kreises der Fachleute, die höhere Biomasseanteile in Hybridheizungen bestätigen dürfen, auf SHK-Betriebe, Schornsteinfeger sowie weitere qualifizierte Fachunternehmen.
• Beibehaltung bzw. Absenkung des Primärenergiefaktors für Holz. Der im Entwurf vorgesehene Wert von 0,7 würde Holzheizungen gegenüber der bisherigen Regelung deutlich schlechterstellen.

Macht das neue GModG die Klimaziele zur Farce?

Um die Klimaziele des Klimaschutzgesetzes in Deutschland zu erreichen, darf spätestens ab 2045 nicht mehr fossil geheizt werden. Daher muss das Einsatzverbot für fossile Brennstoffe ab 2045 beibehalten werden. „Ansonsten werden die Klimaziele zur Farce,“ so der DEPV. „Holzwärme in Deutschland ist breit verfügbar, versorgungssicher, bezahlbar, technisch ausgereift, emissionsarm und sehr effizient. Dazu stärkt sie den ländlichen Raum. Die Bundesregierung wäre gut beraten in der aktuellen Situation bei der Energiewende im Gebäudesektor auf Wärme aus Pellets und Holz zu setzen statt diese zu beschränken“, appelliert DEPV-Geschäftsführer Bentele.

Mit Blick auf die laufenden Beratungen zum Gebäudemodernisierungsgesetz fordert die Pelletsbranche deshalb eine stärkere Berücksichtigung von Holzwärme und den Abbau unnötiger regulatorischer Hürden. Alle Einzelheiten zu den Forderungen des DEPV sind hier in der Stellungnahme zum GModG (PDF) nachzulesen.

Balkendiagramm Gegenüberstellung CO2-Einsparung Kessel mit Öl, Gas oder Pellets
© Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband

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