Heizungsmarkt 2024 schrumpft um die Hälfte

Der Absatz von Heizungen war 2024 von einem deutlichen Einbruch geprägt. Laut den Ende Januar vorgelegten Zahlen des BDH hat die deutsche Heizungsindustrie im Vergleich zum Vorjahr 46 % weniger Geräte verkauft. Der Industrieverband spricht von weitreichenden Konsequenzen für die Branche und nennt Ursachen.

Säulendiagram zeigt Absatzzahlen von Heizgeräten von 2014-2024 an. Deutlich erkennbar der Absturz des Marktes von 2023 auf 2024.
Absatz Wärmeerzeuger in Deutschland 2014–2024: Der Heizungsmarkt 2024 war stark rückläufig. – © BDH

Die Zahlen des Bundesverbands Deutsche Heizungsindustrie (BDH) sind alarmierend. Nur 712.500 Wärmeerzeuger setzten die Hersteller in Deutschland 2024 ab. Im Jahr zuvor waren es noch 1,3 Mio. Wärmeerzeuger gewesen. Der Negativtrend betrifft alle Heizungstechnologien.

„Die aktuellen Rahmenbedingungen sind nicht dazu geeignet, den Modernisierungsmarkt zu beleben. Die kommende Bundesregierung muss dringend Maßnahmen ergreifen, die den Heizungsmarkt auf einen langfristig verlässlichen Wachstumspfad zurückführt“, kommentiert BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt die Marktsituation.

Wärmepumpe als Hoffnungsträger am Heizungsmarkt

Mit 193.000 abgesetzten Wärmepumpen schrumpfte dieses Segment um 46 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit rückt das Ziel der Bundesregierung seit 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren in weite Ferne.

Als positives Signal bewertet der BDH jedoch, dass gegen Ende des Jahres die Zahl der bewilligten Förderanträge für Wärmepumpen deutlich zugenommen hat. Allein im Dezember wurden fast 46.000 Anträge bewilligt. Auf das Gesamtjahr entfielen 192.406 positiv beschiedene Förderanträge. Wichtig sei hierbei, dass diese Projekte auch in die Tat umgesetzt würden, so der Verband.

Absatzrückgänge überall

Auch Gas- und Öl-Brennwertheizungen verzeichneten deutliche Absatzeinbrüche um 48 %. Mit nur 24.000 abgesetzten Geräten und einem Minus von 52 % entwickelte sich außerdem der Absatz von Biomasseheizungen rückläufig.

Der Absatzrückgang bei den Wärmeerzeugern schlug auch auf die Heizungskomponenten wie solarthermische Anlagen (-42 %), Heizungsumwälzpumpen oder Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (- 41 %) durch. Die geringe Neubautätigkeit verstärkte den Trend zusätzlich.

BDH zu den Ursachen

Der Industrieverband sieht eine Reihe von Gründen. Neben der langwierigen und öffentlichen Debatte um das Heizungsgesetz (GEG) und der dadurch verunsicherten Verbraucher hätten sie die komplexen Regelungen des Gesetzes als Zwang empfunden. Weiterhin führt die mit dem GEG verknüpfte kommunale Wärmeplanung dazu, dass die Menschen die Heizungsmodernisierung aufschieben und auf mögliche Angebote ihrer Kommunen warten.

Appell an die kommende Bundesregierung

Von der neuen Regierung fordert der BDH, dass sie Anpassungen am GEG schnell und im Dialog mit der Branche umsetzen solle. Zudem müsse es einen stabilen Rahmen für Heizungs-Förderung und deren Finanzrahmen geben. Kurzfristige Förderkürzungen oder -stopps müssen vermieden werden. Zudem muss das Heizungsgesetz nach Auffassung des BDH verständlicher und praxistauglicher für die Menschen sein.

Weiterhin sieht es der Verband als erforderlich an, die Verknüpfung des GEG mit der kommunalen Wärmeplanung aufzuheben. Die Verantwortlichen für die kommunale Wärmeplanung sollten die Einwohner zeitnah über die grundlegenden Infrastrukturplanungen informieren. Dies betrifft insbesondere die Planungen für den Ausbau oder die Nachverdichtung von Wärmenetzen. Hier müssen die Menschen schnellstmöglich wissen, in welchen Gebieten Wärmenetze geplant sind und wo nicht. Diese Information sollte unabhängig von der Fertigstellung der kommunalen Wärmeplanung erfolgen.

www.bdh-industrie.de